Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

CRRC Zhuzhou Locomotive Chinesischer Bahnkonzern kauft Vossloh-Lokfabrik in Kiel

Der chinesische Bahntechnikriese CRRC übernimmt die Kieler Lokfabrik von Vossloh. So sichert sich der chinesische Konzern den lange ersehnten Zugang zum deutschen Markt.
Kommentieren
Der Verkehrstechnikkonzern Vossloh verkauft sein Lokomotiven-Geschäft nach China. Quelle: dapd
Vossloh

Der Verkehrstechnikkonzern Vossloh verkauft sein Lokomotiven-Geschäft nach China.

(Foto: dapd)

Düsseldorf Der von Siemens und Alstom gefürchtete chinesische Bahntechnikriese CRRC fasst nach langer Suche in Deutschland Fuß. Der Verkehrstechnikkonzern Vossloh verkauft sein Lokomotiven-Geschäft nach China. Käufer sei CRRC Zhuzhou Locomotive, ein Tochterunternehmen des größten Schienenfahrzeugherstellers der Welt, China Railway Rolling Stock Corporation (CRRC), wie Vossloh am Montag in Werdohl mitteilte.

Der vereinbarte Kaufpreis werde sich – abhängig von der Entwicklung von Bilanzpositionen und einer Anpassung zum Vollzug – voraussichtlich auf einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag belaufen, erklärte das börsennotierte Unternehmen weiter.

Die Transaktion stehe noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Behörden, heißt es, „insbesondere der fusionskontrollrechtlichen und außenwirtschaftsrechtlichen Freigaben sowie der üblichen Genehmigungen der chinesischen Behörden“.

Für CRRC könnte das der Durchbruch auf dem europäischen Eisenbahnmarkt sein, vor allem auf dem wichtigen deutschen Markt. Eisenbahnfahrzeuge dürfen erst nach komplizierten und langwierigen Zulassungsverfahren eingesetzt werden. Daran war CRRC bei verschiedenen Ausschreibungen für Loks oder Waggons in Europa bislang oft gescheitert. Vosslohs Lokomotivbauer beherrschen diese Verfahren.

Das Kieler Unternehmen produziert seit 100 Jahren Diesellokomotiven und hatte zuletzt 481 Mitarbeiter. Der Vorstand von Vossloh hatte 2017 beschlossen, das Unternehmen ganz auf den Bau von Schienen und Weichen zu konzentrieren und stellte deshalb alle anderen Aktivitäten zum Verkauf.

In Kiel hatte Vossloh sogar gerade erst eine neue Produktionshalle errichtet. Hergestellt werden Rangierlokomotiven und Streckenloks in kleiner Serie. Das Geschäft rechnete sich schon seit Jahren nicht mehr richtig. Im Geschäftsjahr 2018 machte Vossloh Kiel 2,1 Millionen Euro Verlust, im Jahr zuvor 35 Millionen Euro Minus.

Eine der CRRC-Tochtergesellschaften hatte bereits vor Jahren versucht, die Lokfabrik Skoda Transportation zu kaufen. Das Vorhaben scheiterte allerdings, tschechische Investoren übernahmen das Unternehmen, das mit rund 600 Millionen Euro Umsatz allerdings wesentlich größer ist als die Vossloh-Lokfabrik.

Siemens und Alstom hatten ihren von der EU-Wettbewerbskommission Anfang des Jahres untersagten Fusionsplan unter anderem damit begründet, dass CRRC in Europa vor dem Markteintritt stehe und sich durch den Zusammenschluss stärken wollten. Die Kommission sah einen Markteintritt der Chinesen noch in weiter Ferne. CRRC ist mit umgerechnet etwa 18 Milliarden Euro Bahntechnik-Umsatz weltweit das größte Unternehmen der Branche.

Mehr: Berlin und Paris forcieren nach dem Aus der Siemens-Alstom-Fusion die Mission „europäische Champions“. Der Endgegner: das EU-Wettbewerbsrecht.

Startseite

Mehr zu: CRRC Zhuzhou Locomotive - Chinesischer Bahnkonzern kauft Vossloh-Lokfabrik in Kiel

0 Kommentare zu "CRRC Zhuzhou Locomotive: Chinesischer Bahnkonzern kauft Vossloh-Lokfabrik in Kiel"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote