Dallmayr Generationswechsel in der Kaffee-Dynastie

Nach 37 Jahren will Georg Randlkofer im März die Führung des Münchener Kaffee- und Delikatessengeschäfts Dallmayr abgeben. Sein Nachfolger steht schon fest – und kommt aus der eigenen Familie.
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Georg Randlkofer (links) gibt die Führung der Alois Dallmayr KG ab Anfang März an seinen Sohn Florian ab. Quelle: obs
Generationswechsel bei Dallmayr

Georg Randlkofer (links) gibt die Führung der Alois Dallmayr KG ab Anfang März an seinen Sohn Florian ab.

(Foto: obs)

MünchenIn einem Unternehmen, dessen Wurzeln rund drei Jahrhunderte zurückreichen, ist ein Chefwechsel noch Familiensache. Ab 1. März soll beim Münchener Traditionsunternehmen Alois Dallmayr eine neue Generation das Ruder übernehmen. Dann soll Florian Randlkofer (47) in die Unternehmensspitze aufrücken. Er übernimmt damit die Aufgaben seines Vaters Georg Randlkofer (66), der 37 Jahre an der Spitze des Unternehmens gestanden hatte.

„Diesen Schritt haben wir seit Jahren vorbereitet“, kommentiert Georg Randlkofer den Wechsel. Neben seinem Sohn Florian wird Wolfgang Wille weiterhin die Geschäfte leiten. Der Partner der Randlkofers hatte die Strategie schon in den vergangenen Jahren mitbestimmt. Randlkofer Senior will die neue Unternehmensleitung als geschäftsführender Gesellschafter weiter beraten.

Das Delikatessengeschäft in der Münchener Innenstadt ist vor allem für seinen Kaffee über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Jährlich wird das Stammhaus von 2,8 Millionen Menschen betreten, darunter rund die Hälfte Touristen. Gegründet wurde es um 1700, seinen heutigen Namen bekam es allerdings erst im Jahre 1870.

Heute kommt das Unternehmen auf einen Jahresumsatz von 940 Millionen Euro und beschäftigt rund 3400 Mitarbeiter. Zu den bekanntesten Produkten zählen die Kaffeemarken „Dallmayr Prodomo“ und „Dallmayr Crema d’oro“.

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1. Ziegen haben den Kaffee entdeckt.
Viele Legenden ranken sich um die Entdeckung des Kaffees. Eine Geschichte erzählt, dass einem Hirten einige seiner Ziegen viel Arbeit bereiteten. Auch nachts sprangen sie wild herum. Der Hirte klagte sein Leid einem Mönch im nahe gelegenen Kloster. Dieser entdeckte, dass die aktiven Ziegen regelmäßig von einem Baum mit roten Früchten naschten. Er sammelte die Früchte und bereitete daraus einen Sud. Das war der erste Kaffee.

Heute wird Kaffee in über 70 Ländern der Welt angebaut.

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Heiß, klassisch schwarz oder lieber mit aufgeschäumter Milch und Zucker: Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen. Nun begeht das Getränk seinen Ehrentag. Am 28. September feiert ganz Deutschland den siebten „Tag des Kaffees“. Doch was wissen Sie über die Geschichte der aromatischen Bohne?

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2. Friedrich der Große setzte Kaffeeschnüffler ein.
Kaiser Friedrich der Große führte ein staatliches Kaffeemonopol für Preußen ein. Der Alte Fritz verhängte 1781 den sogenannten „Brennzwang“. Von nun an war es Privatleuten verboten, Kaffeebohnen zu besitzen oder zu rösten - dies oblag den royalen Röstereien. Zur Kontrolle setzte Friedrich der Große im gesamten Land „Kaffeeschnüffler“ ein. Sie sollten am charakteristischen Geruch des gerösteten Kaffees ungehorsame Bürger entlarven.

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3. Kaffeetrinken war Spiegel der Gesellschaftsschicht.
Im 18. Jahrhundert schlürfte man in feinen Kreisen den Kaffee ganz unfein aus der Untertasse. Denn auf diese Weise kühlte er schneller ab. Das zu heiße Getränk hätte nämlich die empfindliche Schminke der Herrschaften zerlaufen lassen. Arbeiter- und Bauernfamilien besaßen dagegen in der Regel kein Kaffeegeschirr. Sie löffelten ihren Kaffee aus Suppentellern.

Heute sind Coffee-to-go und schick designte Kaffeemaschinen Ausdruck für modernen Lifestyle.

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4. Kaffee (arabisch: „Quahwa“) ist der „Wein des Orients“.
Mitte des 15. Jahrhunderts trank man in Arabien mit Vorliebe „Quahwa“. Dieser wurde auch „Wein des Orients“ genannt. Das anregende Getränk war im Koran nicht verboten, im Gegensatz zum alkoholhaltigen Wein. Über die Städte Mekka und Medina gelangte der Kaffee dann nach Kairo und Kleinasien. Von dort aus eroberte er Syrien und schließlich Europa.

Heute wird Kaffee weltweit getrunken. Deutschland ist das drittgrößte Konsumland der Welt.

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5. Kaffee war ursprünglich ein Heilmittel.
Ursprungsland für den Anbau von Kaffee ist Äthiopien. Bis ins 12./13. Jahrhundert wurden die wertvollen Bohnen hauptsächlich zu Heilzwecken angebaut. Erst danach wurde Kaffee auch zum Genussmittel.

Heute belegen wissenschaftliche Studien, dass der Genuss positive Wirkungen auf die Gesundheit haben kann. So schützen die Inhaltsstoffe beispielsweise vor Diabetes oder Alzheimer.

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6. Die Industrialisierung wäre ohne Kaffee undenkbar gewesen.
Kaffee hat in Deutschland und in Großbritannien die Industrialisierung vorangetrieben. Gab es im 17. Jahrhundert noch Biersuppe oder sogar Wein zum Frühstück, kam bald am Morgen Kaffee auf den Tisch. Statt träge und müde zu sein, gingen die Arbeiter von da an hellwach in die Fabriken, was die Produktivität erheblich verbesserte.

Heute sind Büros oder Produktionsanlagen ohne Kaffee undenkbar. Bei Besprechungen beispielsweise heißt es häufig als erstes: „Darf ich Ihnen eine Tasse Kaffee anbieten?“

Neben dem Verkauft von Kaffee und Delikatessen ist das Unternehmen auch im Automatengeschäft groß vertreten. Über die Sparte Dallmayr Vending betreiben die Münchener über 50.000 Kaffee-Automaten in insgesamt 14 europäischen Ländern und im Nahen Osten.

Möglich, dass mit dem Generationswechsel auch das eigene Geschäft neue Impulse bekommt. „Auf der Basis dieser gelebten Tradition hat sich unser Unternehmen immer gewandelt und entwickelt. Meine Aufgabe ist es, sicher zu stellen, dass dies auch in Zukunft weiterhin so erfolgreich geschieht“, wird Florian Randlkofer in einer Pressemitteilung zitiert.

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