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Daniel Grieder Ex-Tommy-Hilfiger-Chef in Gesprächen bei Hugo Boss

Daniel Grieder hat bereits bewiesen, dass er mit Luxusmarken umzugehen weiß. Jetzt könnte er bald beim Modehaus Hugo Boss die Richtung vorgeben.
05.06.2020 - 17:42 Uhr Kommentieren
Der Schweizer hat schon das Schicksal der US-Marke Tommy Hilfiger umgekehrt. Quelle: Sportsfile/Getty Images
Daniel Grieder

Der Schweizer hat schon das Schicksal der US-Marke Tommy Hilfiger umgekehrt.

(Foto: Sportsfile/Getty Images)

New York Erst vier Tage ist es her, dass der Chef von Tommy Hilfiger, Daniel Grieder, seinen Rücktritt angekündigt hat. „Ich weiß noch nicht, was ich tun werde, aber ich suche nach einer stärker unternehmerischen Aufgabe, wo ich investieren kann“, sagte der 58-jährige Schweizer, der seinem COO Martijn Hagman den Posten überlässt.

Nun ist klar, wo die Reise hingehen könnte: Das deutsche Modehaus Hugo Boss teilte zum Ende der Woche mit, der Personalausschuss sei im Gespräch mit Grieder, um den scheidenden Vorstandsvorsitzenden Mark Langer zu ersetzen.

Langer wird zum 30. September seinen Posten räumen. Zuletzt hatten vor allem die aktivistischen Investoren von Bluebell Capital Partners aus Italien die Führung von Hugo Boss kritisiert. Die Aktien von Hugo Boss legten am Freitag nach den Nachrichten über Grieder um mehr als neun Prozent zu.

„Ich fühle mich bereit, ich fühle mich stark, ich fühle mich voller Energie und Tatendrang und ich bin bereit, in der Zukunft etwas zu tun, bei dem ich meinen unternehmerischen Geist einbringen kann, egal, was ich mache“, hatte Grieder Anfang der Woche gesagt – als noch völlig unklar war, wo er hingeht.

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    Energie wird er brauchen, wenn er Hugo Boss wieder auf Erfolgskurs bringen will. Durch eine zu schnelle Expansion und eine verfehlte Markenstrategie hatte das deutsche Modehaus seine Marke verwässert und war in Probleme geraten. Seit 2016 hatte Mark Langer versucht, die Marke neu auszurichten. Er schloss unrentable Läden und setzte weniger auf Sonderangebote, während er gleichzeitig die Digitalisierung vorantrieb.

    Dieser Umbau kostete jedoch viel Geld, im vergangenen Jahr musste der Konzern zweimal seine Prognose senken. In diesem Jahr macht außerdem noch die Coronakrise der gesamten Luxusbranche zu schaffen. Im ersten Quartal war Hugo Boss in die roten Zahlen gerutscht.

    Grieder holte Hilfiger nach Europa

    Daniel Grieder hat bereits bewiesen, dass er weiß, wie man mit gehobenen Marken umgeht. Unter seiner Führung hat Tommy Hilfiger Global & PVH Europe, zu dem auch die Marke Calvin Klein gehört, den Umsatz zwischen 2014 und 2019 von sechs Milliarden auf neun Milliarden Dollar gesteigert. Aber auch in den Jahren zuvor hat er wesentlich zum Erfolg von Hilfiger beigetragen.

    Schon in jungen Jahren hat er sich für die Modewelt interessiert. Nach seinem Studium hatte er zunächst ein eigenes Unternehmen gegründet, mit dem er zu Beginn Leder aus der Türkei verkaufte und später auch Modeschmuck. Mit einer eigenen Modeagentur entdeckte er in den 90er-Jahren die Marke Hilfiger in den USA und überzeugte das Unternehmen, die amerikanische Marke in der Schweiz und in Österreich zu vertreten. Schon bald nahm er auch für ganz Europa das Heft in die Hand, als die Marke in den USA kriselte und er die Fehler in Europa nicht wiederholen wollte.

    Grieder holte Hilfiger, das auch mit seinen Farben Rot, Weiß und Blau wie wenig andere für amerikanischen Lebensstil steht, nach Europa: Zunächst brachte er nur das Designteam nach Amsterdam und europäisierte auch sonst den Auftritt der Marke auf dem Kontinent. Dazu gehörte ein diskreteres Logo und ein exklusiverer Vertrieb. Damit spielte Hilfiger in Europa im Premiumsegment, während die Marke in den USA bereits ins Massensegment abgerutscht war.

    2005 folgte mithilfe eines Finanzinvestors ein Management-Buy-out, an dem Grieder beteiligt war. Tommy Hilfiger wurde von der Börse genommen und der Sitz nach Amsterdam verlegt, wo Grieder zum Europachef aufstieg, bevor er 2014, nach dem Weiterverkauf an die Phillips-van-Heusen-Gruppe, Konzernchef wurde. Der Schweizer digitalisierte das Unternehmen und führte bei den Modeschauen als einer der Ersten „See now, buy now“ ein: Kunden, die den Catwalk verfolgen, können noch während der Schau die Kleider ordern.

    An Tatendrang würde es Grieder wohl auch bei Hugo Boss nicht mangeln. Wie er seine Idee realisieren will, auch als Investor und Unternehmer tätig zu sein, ist wahrscheinlich Verhandlungssache.

    Mehr: Hugo-Boss-Chef Langer kündigt Abschied im September an.

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