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Daniel Křetínský Tschechischer Milliardär will Metro von der Börse nehmen

Der Investor Daniel Křetínský macht Ernst: Er hat allen Aktionären des Handelskonzerns ein Übernahmeangebot gemacht. Doch einige Hürden bestehen noch.
22.06.2019 - 00:05 Uhr Kommentieren
Der deutsche Handelskonzern Metro AG könnte schon bald von der Börse verschwinden. Ein Übernahmeangebot liegt vor. Quelle: Reuters
Supermarkt der Metro AG in Düsseldorf

Der deutsche Handelskonzern Metro AG könnte schon bald von der Börse verschwinden. Ein Übernahmeangebot liegt vor.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Die Tage des Handelskonzerns Metro als AG dürften gezählt sein. Der tschechische Investor Daniel Křetínský hat am späten Freitagabend ein freiwilliges Übernahmeangebot an die Aktionäre des Unternehmens veröffentlicht. Sein Ziel ist es, alle Stamm- und Vorzugsaktien zu erwerben. Danach dürfte er die Metro von der Börse nehmen.

Křetínský war zusammen mit seinem Geschäftspartner Patrick Tkáč im vergangenen August bei Metro eingestiegen. Sie halten über ihre gemeinsame Holding EP Global Commerce bereits 10,91 Prozent der Anteile an dem Großhändler. Außerdem halten sie Optionen auf Anteile an Metro von der Familie Haniel und von Ceconomy, die Ende Juni auslaufen. Wenn sie diese Optionen ziehen, kämen sie auf über 30 Prozent der Anteile an Metro und wären dann ohnehin verpflichtet, allen Aktionären ein Übernahmeangebot zu machen.

Die Holding EP Global Commerce, an der Křetínský 54 Prozent hält, bietet 16 Euro für die Stammaktie an. Die Metro-Aktie war am Freitag mit 15,54 Euro aus dem Handel gegangen. Damit bietet Křetínský nur einen geringen Aufschlag.

Bevor der tschechische Milliardär im August 2018 bei Metro eingestiegen war, lag der Kurs allerdings nur bei 11,90 Euro. Auf diesen Kurs bietet er eine Prämie von 34,5 Prozent. Deshalb bezeichnet Křetínský seine Offerte als „attraktiv“. Er teilte mit: „Wir sind davon überzeugt, dass unser Einstieg als Hauptaktionär die Möglichkeit schaffen wird, dem Management den erforderlichen Handlungsauftrag zu geben, die notwendigen Veränderungen im besten Interesse des Unternehmens, seiner Mitarbeiter, seiner Aktionäre, seiner Kunden und aller anderen Interessengruppen umzusetzen.“

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    Vorstand und Aufsichtsrat der Metro werden das Angebot sorgfältig bewerten und dazu nach Vorlage der Angebotsunterlage ausführlich Stellung nehmen, teilte das Unternehmen in einer Ad-hoc-Mitteilung mit. Den Aktionären der werde empfohlen, vor der Stellungnahme von Vorstand und Aufsichtsrat keine Aktien an die Bieterin oder mit ihr gemeinsam handelnde Personen zu verkaufen, hieß es weiter.

    Für eine Übernahme müssen aber noch gewisse Voraussetzungen erfüllt sein. So wird das Angebot unter einer Mindestannahmeschwelle stehen, die aus Sicht der EP Global Commerce ausreichend sein wird, um die Zustimmung zu einem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags zu bekommen. Wie hoch diese Schwelle genau sein wird, hat der Investor nicht mitgeteilt. Außerdem müssen die Wettbewerbsbehörden noch zustimmen.

    Die Metro ist auf dem Weg, sich zu einem reinen Großhandelsunternehmen zu entwickeln. Deshalb verhandelt sie mit dem Immobilieninvestor Redos über einen Verkauf der Supermarkttochter Real. Křetínský unterstützt diese Pläne grundsätzlich.

    Der tschechische Milliardär betonte jedoch erneut, dass er diesen Verkaufsprozess nur als strategisch positiv ansieht, „wenn er zu fairen Konditionen für Metro durchgeführt wird“. Zuvor hatte es aus Insiderkreisen bereits geheißen, Křetínský sei enttäuscht über die aktuellen Verkaufspläne für Real. Die bisher erzielten Vereinbarungen spiegelten weder den Wert der Real-Immobilien noch des operativen Geschäfts wider.

    Zugleich sendete der Investor versöhnliche Signale an die Mitarbeiter. Er plane weder Märkte in Deutschland und anderen Kernmärkten zu schließen, noch Arbeitsplätze in größerem Umfang abzubauen, Auch beabsichtige er nicht, bestehende Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträge aufzuheben. „Wir schätzen das Engagement aller Metro-Mitarbeiter sehr. Sie haben bereits sehr große Veränderungen durchlaufen und leisten in diesen schwierigen Zeiten eine bemerkenswerte Arbeit“, sagte Křetínský.

    Mehr: Was der neue Metro-Aktionär Křetínský im deutschen Handel vorhat - und wie er zu seinem Vermögen gekommen ist. Ein Porträt des tschechischen Selfmade-Milliardärs.

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