Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Daniel Kretinsky Metro-Großaktionär steigt bei Supermarktkette Casino ein

Daniel Kretinsky baut sein Engagement im Handel aus. Gemeinsam mit seinem Partner Patrik Tkac übernimmt der Milliardär knapp fünf Prozent an Casino.
Update: 05.09.2019 - 11:44 Uhr Kommentieren
Das Unternehmen nehme eine starke Stellung im französischen Markt ein, begründete Daniel Kretinsky sein Engagement. Quelle: Reuters
Casino-Supermarkt in Nizza

Das Unternehmen nehme eine starke Stellung im französischen Markt ein, begründete Daniel Kretinsky sein Engagement.

(Foto: Reuters)

Paris, Düsseldorf Der Metro-Großaktionär Daniel Kretinsky steigt bei einem weiteren europäischen Handelskonzern ein. Der Investor erwarb dazu einen Anteil an der französischen Supermarktkette Casino. Er habe sich zusammen mit seinem Investment-Partner Patrik Tkac über die gemeinsame Gesellschaft Vesa Equity Investment 4,63 Prozent an Casino gesichert, teilte Kretinsky am Donnerstag mit.

Das Unternehmen nehme eine starke Stellung im französischen Markt ein und sei bestens für die Transformation des Einzelhandelssektors gerüstet, der durch den wachsenden Online-Handel vor großen Herausforderungen steht. Das Casino-Management habe seine Unterstützung, fügte Kretinsky hinzu.

Casino-Chef Jean-Charles Naouri begrüßte das Engagement und erklärte, er wolle die Entsendung eines Vesa-Vertreters in den Verwaltungsrat von Casino unterstützen. Casino-Aktien legten um rund vier Prozent zu.

Kretinsky war Anfang August mit seinen Plänen für eine Übernahme des Düsseldorfer Großhändlers Metro gescheitert. Er kontrolliert aber über 17 Prozent der Metro-Aktien und kann diesen Anteil über Optionen auf Metro-Anteile der Duisburger Familien-Holding Haniel auf rund 29,9 Prozent oder sogar bis auf mehr als 32 Prozent ausbauen. In diesem Fall würde ein erneutes Übernahme-Angebot fällig. Kretinsky will zudem einen Vertreter in den Aufsichtsrat der Düsseldorfer entsenden.

Der tschechische Unternehmer ist durch Investitionen in die klimaschädliche Braunkohle reich geworden. Er ist Mehrheitseigner des Energie-Konzerns EPH. Der Milliardär will sich aber auch abseits des Energie-Sektors engagieren. Ein erklärtes Ziel ist dabei die Handelsbranche. Ein tschechischer Online-Händler zählt ebenfalls zu seinem Reich.

Casino braucht Geld

Casino ächzt unter einem Schuldenberg und dem erbitterten Wettbewerb auf dem französischen Markt. Ende Juni beliefen sich die Nettofinanzschulden des Händlers auf 4,7 Milliarden Euro. Der Konzern will sich mit milliardenschweren Verkäufen Luft verschaffen – unter anderem stehen Supermärkte, die nicht mehr zum Kerngeschäft gehören, und Immobilien zur Disposition. Auch das Geschäft in Südamerika soll umgebaut werden.

Der französische Konzern ist Metro gut bekannt: Er kooperiert bereits mit Metro Frankreich auf nationaler Ebene in einer Einkaufsallianz. Casino betreibt nach eigenen Angaben weltweit mehr als 12.000 Märkte und erzielte mit knapp 220.000 Beschäftigten zuletzt einen Jahresumsatz von rund 36,6 Milliarden Euro – Metro hatte im Geschäftsjahr 2017/18 einen Umsatz von 36,5 Milliarden Euro erzielt.

Mit Cdiscount betreibt Casino einen der führenden Online-Shops in Frankreich, 2017 erzielte dieser einen Umsatz von rund 3,4 Milliarden Euro.

Kretinsky ist bereits in Frankreich engagiert. Über die Czech Media Invest ist er an der Zeitung „Le Monde“ sowie an Zeitschriften beteiligt. Kretinskys Energiekonzern EPH übernimmt zudem die Aktivitäten des deutschen Versorgers Uniper in Frankreich. Hierzu gehören das französische Vertriebsgeschäft von Uniper, fünf Gas-, Steinkohle- und Biomasse-Kraftwerke sowie Wind- und Solarstromanlagen.

Mehr: Der tschechische Milliardär ist mit seinem freiwilligen Übernahmeangebot für den Handelskonzern Metro wie erwartet gescheitert. Nun ist die Metro-Führung gefragt.

Der Handelsblatt Expertencall
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Daniel Kretinsky - Metro-Großaktionär steigt bei Supermarktkette Casino ein

0 Kommentare zu "Daniel Kretinsky: Metro-Großaktionär steigt bei Supermarktkette Casino ein"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.