The Family Butchers: „Bärchenwurst“-Hersteller drosselt Produktion
Die klassische Schinken- und Wurstsparte von In Family Foods kämpft mit Problemen.
Foto: InFamilyFoodsDüsseldorf. Vor drei Jahren fusionierten die traditionsreichen Wursthersteller Reinert und Kemper zu In Family Foods, der neuen Nummer zwei in Deutschland. Weil hierzulande aber immer weniger Fleisch gegessen wird, bauen die Unternehmer Hans-Ewald Reinert und Wolfgang Kühnl die schwächelnde Wurstsparte The Family Butchers nun drastisch zurück.
Stattdessen investieren sie in Veggie-Wurst und den Zukunftsmarkt Fleisch aus dem Bioreaktor. Die Westfalen wollen nicht selbst Fleisch aus Zellen produzieren, sondern die komplette Infrastruktur liefern: von Zelllinien über Bioreaktoren bis zu Nährmedien. „Im Labor können wir aus Zellkulturen ein Kilo Fleisch für drei bis fünf Euro züchten“, erklärt Lebensmitteltechnologe Kühnl.
Wann es die bekannte „Bärchenwurst“ aus kultiviertem Fleisch geben wird, erzählen die Unternehmer im Interview mit dem Handelsblatt.
Lesen Sie hier das komplette Interview:
Herr Kühnl, Herr Reinert, im April haben Sie einen Sanierer von Roland Berger an die Spitze von The Family Butchers gesetzt. Das Wurstwerk in Vörden, das auch die „Bärchenwurst“ produziert, soll spätestens in zwei Jahren schließen. 290 Stellen fallen weg. Warum dieser drastische Schritt?
Hans-Ewald Reinert: Die Deutschen essen immer weniger Fleisch und Wurst. Allein im letzten Jahr ist der Fleischverzehr um vier Kilo auf 52 Kilo pro Kopf eingebrochen. Das lag zum einen daran, dass Fleisch und Wurst durch die Inflation teurer geworden sind. Aber die jüngere Generation isst auch nicht mehr dasselbe wie Oma und Opa.
Wolfgang Kühnl: Kaum noch Blutwurst und Sülze. Und generell wenig Fleisch. Politisch ist das auch so gewollt.