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David Taylor Für Procter-&-Gamble-Chef ist Plastikmüll-Allianz ein „leuchtendes Beispiel“

Im Kampf gegen Plastikmüll: Der US-Manager wirbt im Handelsblatt-Interview um weitere Mitstreiter für den globalen Milliarden-Dollar-Plan.
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Der Chef von Procter & Gamble sieht die Allianz als einen Weg, um den weltweiten Plastikabfall zu reduzieren. Quelle: picture alliance/AP Photo
David Taylor

Der Chef von Procter & Gamble sieht die Allianz als einen Weg, um den weltweiten Plastikabfall zu reduzieren.

(Foto: picture alliance/AP Photo)

Düsseldorf, HamburgDavid Taylor hat eine anstrengende Woche hinter sich. In London verkündete der Chef des US-Konsumgüterriesen Procter & Gamble (P&G) zusammen mit Spitzenmanagern von Chemie- und Entsorgungskonzernen den Start einer globalen Allianz, die gemeinsam das Problem von Plastikmüll in Flüssen und Meeren in den Griff bekommen soll. Vor allem in Asien sollen Recyclingsysteme aufgebaut werden.

Der Amerikaner, der seit 2015 an der P&G-Spitze steht, positioniert sich als einer der Anführer des jungen Bündnisses. In einem Telefon-Interview mit dem Handelsblatt erklärt er, warum die Ausgaben für die Initiative seinen Aktionären nützt – und warum prominente Branchenkollegen wie Nestlé-Chef Mark Schneider zunächst ihre eigenen Plastik-Programme vorantreiben. Viel Zeit für Fragen hat er allerdings nicht, denn das Interesse an dem Projekt ist groß.

Herr Taylor, warum sind Sie als Gründungsmitglied bei der Allianz gegen Plastikmüll dabei?
Für mich ist diese Kooperation der beste Weg, eine der größten weltweiten Herausforderungen anzugehen: das Problem mit Plastikmüll. Wir bringen die Chemieindustrie als Produzenten, die Konsumgüterkonzerne und Einzelhändler als Nutzer und die Entsorgungsunternehmen zusammen. Wir investieren dabei nicht nur Zeit, sondern auch signifikante Geldbeträge.

Warum sind nicht mehr Konsumgüterkonzerne und Händler in der Allianz?
Wir sind gerade erst vor einigen Monaten gestartet. Die Gespräche liefen im September, Oktober, November. Wir bitten dabei um substanzielle Beiträge – finanziell und an sonstigen Ressourcen. Ich gehe davon aus, dass noch mehr Unternehmen mitmachen werden. Wir sind jedoch erst am Anfang der Mitgliederwerbung. Je mehr die Wirtschaft die Kraft unserer Initiativen sieht, desto mehr Unternehmen werden der Allianz beitreten. Ich werde jedenfalls weitere Unternehmen ansprechen in den nächsten Monaten.

Nur einen Tag vor Ihnen hat Nestlé einen eigenen Aktionsplan gegen Plastikmüll veröffentlicht. Ist das ein unfreundlicher Akt gegen Ihre Allianz?
Nein. Ich kenne den genauen Plan von Nestlé nicht, aber Konzernchef Mark Schneider und sein Unternehmen arbeiten wahrscheinlich bereits seit vielen Monaten an dem Thema. Meine Hoffnung ist, dass sie der Allianz beitreten werden – oder wir andere Wege zur Zusammenarbeit finden. Das schließt eigene Initiativen und Partnerschaften nicht aus, denn diese haben wir von P&G genauso wie Nestlé. Die Allianz ergänzt unsere Anstrengungen um Möglichkeiten, die wir bislang schlicht nicht hatten.

Was haben Ihnen Unternehmen, die nicht teilnehmen wollen, als Gründe genannt für ihre Absage?
Vor allem habe ich in den vielen Gesprächen, die ich in den vergangenen Monaten geführt habe, großes Interesse bei einer ganzen Reihe von Unternehmen gespürt, darunter etliche Konsumgüterhersteller. Einige sind aber noch nicht bereit beizutreten, weil sie noch mehr über die Allianz erfahren wollen. Oder aber sie sind bereits eigene Verpflichtungen für dieses Jahr eingegangen, die sie zunächst erfüllen wollen. 28 Unternehmen machen allerdings bereits mit, und es werden mehr. Aber sicherlich wird die Allianz auch nicht die ideale Plattform für jeden Einzelfall sein.

Wie erklären Sie Ihren Aktionären, dass Sie für solche Initiativen Geld ausgeben und damit ja auch die Margen beeinträchtigen?
Ich sehe unser Engagement nicht als etwas, das Margen und Umsatz reduziert, sondern als etwas, das uns das Geschäft der Zukunft sichert. Andernfalls drohen uns Regulierung, Verbote und hektische Lösungsversuche, die möglicherweise nicht so wissenschaftlich fundiert sind wie unsere Herangehensweise. Außerdem erwarten die Konsumenten heute, dass sich die Unternehmen um Probleme kümmern. Alle Mitglieder der Allianz werden also profitieren.

Die Aufgabenliste Ihrer Branche wird jedes Jahr länger. Konsumenten und NGOs verlangen, dass Sie sich um den Klimawandel, Artenvielfalt, Palmöl, Arbeitnehmerschutz und viel mehr kümmern. Ist es überhaupt möglich, all diese Probleme gleichzeitig anzugehen?
Natürlich werden wir als Unternehmen von sehr vielen Seiten um finanzielle Unterstützung gebeten. Wir können da nicht überall zusagen, denn kein Unternehmen kann allein all diese Probleme angehen. Daher engagieren wir uns dort, wo wir am meisten ausrichten können und wo die Probleme am drängendsten sind – zum Beispiel bei Plastikmüll. Ich würde mich aber freuen, wenn unsere Allianz ein leuchtendes Beispiel würde für andere Problemfelder, auf denen Unternehmen wettbewerbsneutral zusammenarbeiten können, um gesellschaftliche Probleme zu lösen.

Sehen Sie das Problem, dass kritische Konsumenten Initiativen wie diese als reines Greenwashing wahrnehmen könnten, also als Symbolpolitik zur Imagepflege? Wie vermeiden Sie diese Falle?
Dieses Risiko gibt es tatsächlich immer bei Initiativen von Unternehmensseite. Im Falle unserer Allianz sind die inhaltliche Substanz und das Teilnehmerfeld aber so substanziell, dass es wirklich schwer wird, uns Greenwashing zu unterstellen. Wir geben zusammen über eine Milliarde Dollar in fünf Jahren aus. Das ist keine Kleinigkeit. Außerdem haben wir glaubwürdige weitere Partner dabei. Wir gehen das Problem wirklich von allen Seiten an. Das ist auch notwendig: Es nützt nichts, wenn wir mehr Verpackungen recycelbar machen, wenn sie niemand einsammelt. Auch recycelbares Plastik kann in Flüssen und Meeren landen.

Herr Taylor, vielen Dank.

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