Deloitte-Chef senkt Prognose Bankenkrise beutelt Beratungsfirmen

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Auch Joachim Spill, Vorstandsmitglied des deutschen Ablegers von Ernst & Young, sieht „Risiken für das Transaktionsgeschäft der Berater“. Schließlich gehe die Konjunktur nach unten, die Finanzierungskonditionen gingen jedoch gleichzeitig nach oben. Allerdings kann der Manager trotz Zuspitzung der Bankenkrise noch keinen Einbruch erkennen. „Auch in kritischen Phasen besteht hoher Beratungsbedarf“, sagt Spill mit Blick auf Kunden aus dem Finanzsektor. Die Prüfer wollen so vom radikalen Umbau der Finanzindustrie profitieren und den erwarteten Auftragseinbruch abfedern. „Die Abwicklung der Banken bringt zusätzliche Aufträge“, ist sich auch Marktbeobachter Jörg Hossenfelder von Lünendonk sicher. Lünendonk erstellt jährlich das Ranking der größten Wirtschaftsprüfer in Deutschland.

Kundschaft der Prüferbranche ist seit einem Jahr vor allem die Industrie selbst. Als strategischen Investoren haben die Industrieunternehmen den Private-Equity-Firmen im Transaktionsgeschäft die führende Rolle abgenommen. Für Deloitte-Chef Quigley „hat sich der M&A-Markt zweifellos abgekühlt. Aber die strategischen Käufer haben Liquidität, und es finden weiterhin Transaktionen statt“, ist er zuversichtlich: „Wir sind sicher, dass es auch in Zukunft Transaktionen geben wird, ungeachtet der Finanzkrise.“

Quigley hofft, dass aus der wirtschaftlichen Schwäche keine globale Rezession wird. „Wir werden bis in die erste Hälfte 2009 sicherlich keine starke Expansion mehr sehen, uns eher seitwärts bewegen. Ich sehe aber Chancen, dass es uns erstmals gelingt, durch turbulente Zeiten zu kommen, ohne in eine globale Rezession zu geraten“, sagte Quigley. Der Deloitte-Chef verwies dabei vor allem auf die Politik, die derzeit aggressiv gegensteuere. Auch habe man mittlerweile kraftvolle Werkzeuge etwa in der Geldpolitik.

Er verteidigte zugleich die unter Experten umstrittene Entscheidung der US-Regierung, große Institute wie die Immobilienbanken Fannie Mae und Freddy Mac sowie den Versicherer AIG zu verstaatlichen. „Das war ein sehr wichtiger Schritt und hat das Potenzial, wieder mehr Stabilität in den Immobilienmarkt zu bringen.“

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