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Der neue Katalog ist da Ikea greift bei Küchen an

Das Erscheinen des Ikea-Katalogs wird ähnlich zelebriert, wie die Fortsetzung eines Bestseller-Romans. Eine deutsche Möbel-Sparte dürfte sich über den neuen Katalog allerdings nicht freuen, denn es droht Konkurrenz.
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Ikea stellt die Küche in den Mittelpunkt – für deutsche Hersteller könnte das zum Problem werden. Quelle: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH
IKEA Katalog 2016

Ikea stellt die Küche in den Mittelpunkt – für deutsche Hersteller könnte das zum Problem werden.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)

Hamburg Der Möbelkonzern Ikea hat am Freitag seinen neuen Katalog veröffentlich – und legt dabei den Schwerpunkt auf Küchen. Damit greifen die Schweden einen der wichtigsten Zweige der deutschen Möbelindustrie an.

Geht es nach den Möbel-Lobbyisten in Deutschland, ist klar: Deutsche Hersteller können ebenso günstige Küchen anbieten wie Ikea – zum gleichen Preis. Das jedenfalls behaupten regelmäßig die Vertreter des Arbeitskreises Moderne Küche (AMK) im Möbelverband VDM.

10,31 Milliarden Euro setzte die deutsche Branche 2014 um, 40 Prozent davon im Ausland. Das war ein Plus von 2,7 Prozent. 30.000 Menschen arbeiten in dem Bereich. Die deutschen Hersteller rühmen sich, in den 1920er-Jahren die Einbauküche erfunden zu haben und sie inzwischen bis nach China und Nahost zu verkaufen.

Dabei teilt sich die Branche: Hersteller wie der börsennotierte Hersteller Alno stehen eher für günstige Küchen, andere wie Poggenpohl und Bulthaup setzen auf Luxus-Angebote. Entscheidend im günstigen Segment ist die Automatisierung. Beim ostwestfälischen Küchenwerk Häcker etwa, der Eigenmarken unter anderem für MHK-Küchen produziert, laufen automatisiert Küchenmöbel durchs Werk wie in einer Autofabrik – gefertigt auf Kundenwunsch, also jeweils in Einzelstücken. Machbar ist das nur über computergestützte Intralogistik – der simple Möbelbau wird so zum High-Tech. Für den Konkurrenten Alno erwiesen sich in der Vergangenheit verwinkelte, historisch gewachsene Produktionsstätten als Nachteil. Der Konzern kämpft seit Jahren um eine ausreichende Profitabilität.

Der Preis für die individuelle Produktion sind Lieferzeiten von oft mindestens zwei Monaten – auch weil Hersteller wie Häcker hoch ausgelastet sind. Da punktet Ikea: Bei dem Möbelhaus kann der Kunde die Küchen meist direkt mitnehmen – muss Teile dann aber möglicherweise selbst auf Maß sägen.

Die Super-Trends vom Schweden-Riesen
Die Heimat von Ikea
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Der Geburtsort des Mythos: In unscheinbaren grauen Bürokästen im verschlafenen schwedischen Städtchen Älmhult residiert die Ikea-Zentrale. Von hier wird das globale Imperium mit knapp 150.00 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 29 Milliarden Euro minutiös gesteuert. So verspielt sich der Konzern nach außen hin gibt – hier wird nichts dem Zufall überlassen. Im Bild ist das Ikea Kulturzentrum, das im Keller auch ein kleines Museum beherbergt, das an die Anfänge des Konzerns erinnert. 2016 öffnete genau gegenüber ein neues, großes Ikea-Museum.

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Der Ikea-Chef
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Die Konzernführung tritt locker auf, alle sind per du, selbst Chef Peter Agnefjäll wird nie mit Krawatte gesehen. „Wir müssen verstehen, was die Wünsche der Kunden sind und wir müssen sie erfüllen“, gibt Agnefjäll die Richtung vor. Dazu werden aufwendige Kundenbefragungen in Auftrag gegeben, fast jeden Tag besuchen Researcher von Ikea gemeinsam mit Produktentwicklern Kunden in ihren Häusern und Wohnungen um ihre Gewohnheiten zu erforschen und so auf Ideen für neue Produkte zu kommen.

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Das Entwicklungszentrum
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Im Design-Center in der Konzernzentrale entstehen viele der Ideen für die rund 2.000 Produkte, die jedes Jahr neu in die Kataloge aufgenommen werden. Im großen Aufenthaltsraum herrscht eine Atmosphäre fast wie bei einem Start-up.

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Prototypen-Bau
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Die Entwicklung ist auf höchstem Standard, bereits seit 2003 nutzt Ikea auch 3D-Drucker. Hier das Modell eines Wasserhahns frisch aus dem Drucker. Die meisten Prototypen entstehen jedoch ganz traditionell in der Werkstatt mit handwerklichen Methoden aus Original-Werkstoffen.

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Die Arbeit der Entwickler
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Neue Kollektionen entstehen in Kooperation aus internen oder externen Designern zusammen mit Produktentwicklern. James Futcher ist verantwortlich für die Weiterentwicklung der PS Kollektion für das Produktjahr 2017: „Wir entwickeln einen neuen Zugang zum Thema Komfort, wir wollen damit die junge Generation aus der Stadt erreichen.“ Unter den Ideen sind Decken im Stil von Schlafsäcken oder Sessel mit 3-D-Strick wie ihn z.B. Nike für seine Turnschuhe verwendet.

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Die Kollektion von Katie Eary
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Um dem Programm einen Touch Avantgarde zu geben, arbeitet Ikea jetzt mit international bekannten Modedesignern zusammen. So hat die Herrenmodedesignerin Katie Eary eine farbenfrohe Kollektion mit Geschirr, Textilien und Notizbüchern entworfen, die unter dem Namen „Giltig“ im März 2016 in die Möbelhäuser kamen.

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Designs aus Indien
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Der Designer Martin Bergström, der sonst Stoffmuster für Couture-Häuser in Paris entwirft, ist im Auftrag von Ikea nach Indien gereist, um dort mit Studenten des National Institute of Fashion Technology in Neu Delhi moderne indische Motive in schwarz-weiß zu entwickeln.

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Das führt auch dazu, dass viele Küchenaufbauer für das Aufstellen einer Ikea-Küche deutlich mehr verlangen als für eine vorgefertigte Küche. So gewinnt Ikea auch in Deutschland bei Küchen Marktanteile – zumal die Schweden erst vor etwa zwei Jahren ihre Küchenserie komplett überarbeitet haben. Schon 2011 sah sich Ikea mit 400 Millionen Euro Küchenumsatz als Deutschlands größter Küchenlieferant. Allerdings: Zuletzt musste das Unternehmen sein globales Marktanteilziel reduzieren.

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