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Der Schiffsverkehr verkommt Zeitdruck schlägt Umweltschutz

Für den Transport ihrer Ladung wählen Unternehmen lieber den Weg der Straße. Deutschlands Binnenschiffe verlieren derweil an Bedeutung. Nun schaltet sich sogar die Bundeskanzlerin ein.
07.10.2015 - 18:06 Uhr
Schiffe werden seltener als Transportmittel gewählt – mit weitreichenden Folgen. Quelle: dpa
Binnenschiffe als Transportmittel

Schiffe werden seltener als Transportmittel gewählt – mit weitreichenden Folgen.

(Foto: dpa)

Bonn Den Start hatte Versandhändler Otto bereits angekündigt. Jährlich 500 Container mit Bratpfannen, Geschirrtüchern und Elektrogeräten aus Fernost, die der Handelsriese über den Hamburger Hafen einführt, sollten die Weiterreise zum Warenverteilzentrum Magdeburg-Haldersleben endlich per Binnenschiff antreten.

Damit hoffte Firmenchef Michael Otto, einst zum „Ökomanager des Jahres“ gekürt, den Lkw-Stau auf den Autobahnen zu verringern, den Ausstoß schädlicher Klimagase erst recht. Das war 2002.

Bis heute wartet die Container-Schiffslinie BCF, die den Elb-Abschnitt bedient, vergeblich auf Ladung des Versandhändlers. Den Wareneingang in Haldersleben, obwohl unmittelbar am Fluss gelegen, befüllen jeden Tag 80 Brummis. Die Container seien dadurch schneller, sagt ein Firmensprecher. Auf der vierwöchigen Reise spare das 43 Stunden, rechnen Experten vor.

Das sind die Giganten der Meere
Containerschiff "MOL Triumph" im Hamburger Hafen
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Das Containerschiff „MOL Triumph“ legte am Abend (15. Mai 2017) in Hamburg am Terminal Burchardkai an. Mehr als 20.000 Standardcontainer (TEU) kann der Gigant laden, doch die vergleichsweise flache Elbe ließ nur eine Fahrt mit gut der Hälfte der maximalen Kapazität zu.

(Foto: dpa)
„MOL Triumph“ auf dem Weg zum Hamburger Hafen
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Mit 400 Metern Länge gehört die „MOL Triumph“ zu den größten Schiffen weltweit, wie der weitere Überblick zeigt.

(Foto: dpa)
Die „Cosco Shipping Panama“ fährt in den Panamakanal ein
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Das chinesische Containerschiff „Cosco Shipping Panama“ befuhr im Juni 2016 als erstes Schiff den ausgebauten Panamakanal. Neun Jahre nach Beginn des Ausbaus wurde die Wasserstraße damit offiziell für Schiffe der sogenannten Postpanamax-Klasse freigegeben. War es bis dahin nur Schiffen mit einer Ladekapazität von bis 4400 Containern möglich, den Kanal zu benutzen, so können mittlerweile Großschiffe mit bis zu 14.000 Containern die Wasserstraße befahren.

(Foto: AP)
COSCO Shipping Panama
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Mit einer Länge von 300 Metern und fast 50 Meter Breite zählt die COSCO Shipping Panama sicher zu den Giganten der Meere.

(Foto: AP)
Containerschiff „MSC Zoe“
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Die MSC Zoe beim Einlaufen in den Hamburger Hafen im August 2015. Sie ist mit 395 Metern Länge und 59 Metern Breite zwar knapp nicht das größte Containerschiff der Welt, was die Abmessungen betrifft. Ihre 19.224 Standardcontainer (TEU) bedeuten zu Zeitpunkt ihrer Indienststellung aber Weltrekord in Sachen Transportkapazität. Der Frachter wurde auf der de Daewoo-Werft in Südkorea für die Reederei MSC (Mediterranean Shipping Company) gebaut.

(Foto: dpa)
UASC Barzan
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In Sachen Abmessungen spielen die Containerschiffe der UASC A18 in der Champions League. 400 Meter lang und fast 60 Meter breit sind die Giganten der in Kuwait ansässigen Reederei United Arab Shipping Company. Die maximale Ladung liegt bei 18.800 TEU. (Foto: Frank Schwichtenberg/Schwicht de Burgh Photography; CC BY 3.0)

P&O Nedlloyd Tasman
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Als die "P&O Nedlloyd Tasman" im Jahr 2000 die Werft in Warnemünde verließ, war sie das größte jemals in Deutschland gebaute Containerschiff. Heute liegt das knapp 280 Meter lange Schiff eher im Mittelfeld der Containerriesen, seine Ladekapazität beträgt 5468 TEU. Die Abkürzung TEU (Twenty Feet Equivalent Unit) bezeichnet einen Standardcontainer von 20 Fuß (6,058 Meter) Länge und 8 Fuß (2,438 Meter) Breite.

(Foto: ap)

Rigoroses Just in time schlägt damit selbst bei selbst ernannten Öko-Unternehmen wie Otto den Umweltschutz. Denn bezogen auf den Transport mit einem 40-Tonnen-Sattelzug verbrauchen Binnenschiffe nur ein Drittel an Energie – und stoßen dementsprechend weniger CO2 aus.

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