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Deutsche Bahn Bahn-Vorstand favorisiert angeblich Arriva-Verkauf an Investoren

Beim Kampf gegen steigende Schulden bevorzugt die Deutsche Bahn den Verkauf ihrer Nahverkehrstochter Arriva an Investoren als Lösung.
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DB: Deutsche Bahn-Vorstand favorisiert Arriva-Verkauf an Investoren Quelle: dpa
Arriva-Zug in Wales

Zwar wolle die Deutsche Bahn auch einen Börsengang prüfen, allerdings sei ein Verkauf von Arriva zu präferieren.

(Foto: dpa)

BerlinDie Deutsche Bahn favorisiert im Kampf gegen steigende Schulden einem Konzerndokument zufolge den vollständigen Verkauf der Nahverkehrstochter Arriva an Investoren. Zwar wolle der Konzern auch einen Börsengangs prüfen, heißt es in der vom Vorstand formulierten Begründung zum Beschluss des Aufsichtsrates, die der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch vorlag.

Allerdings sei ein vollständiger Verkauf von Arriva oder die Abgabe von Anteilen zu präferieren. Bei einem Mehrheitsverkauf würden auch die Schulden von gut einer Milliarde Euro der Nahverkehrstochter aus der Bahn-Bilanz genommen. Zudem würden bei Abgabe lediglich eine Minderheit von Arriva „die Chancen eines Verkaufs deutlich geringer“. Die Bahn lehnte einen Kommentar zu dem Dokument ab.

Der Aufsichtsrat hatte im März den Vorstand beauftragt, Optionen zur Begrenzung der Schulden von derzeit fast 20 Milliarden Euro vorzulegen. Die Bahn muss bis 2023 eine Lücke von rund fünf Milliarden Euro füllen. Allein dieses Jahr fehlen etwa 2,2 Milliarden. Deshalb soll auch die Trennung von der internationalen Nahverkehrstochter Arriva geprüft werden.

Arriva mit Sitz in Großbritannien war 2010 von der Bahn gekauft worden. Es erzielt mit über 50.000 Mitarbeitern europaweit einen Umsatz von mehr als fünf Milliarden Euro. Das Unternehmen könnte aber von den Turbulenzen rund um den geplanten Brexit getroffen werden. Dies macht auch eine Bewertung von Arriva schwer, die in der Bahn-Bilanz mit einem Buchwert von knapp zwei Milliarden Euro steht.

Zudem bräuchte Arriva zusätzliches Geld: „Aktuell begrenzen mangelnde finanzielle Spielräume das Wachstum und damit die Weiterentwicklung dieses Investments“, heißt es im Dokument. Bis September wolle der Vorstand dem Aufsichtsrat detailliert zum Stand der Transaktion und zu Alternativen berichten.

Der Aufsichtsrat hat zudem verlangt, dass das Management eine Strategieplanung für den Personenverkehr ohne Arriva vorlegt. In Deutschland konkurrieren zahlreiche ausländische Unternehmen mit der Deutschen Bahn um Nahverkehrsaufträge der Länder. Umgekehrt wäre die Bahn dann nicht mehr im europäischen Nahverkehr vertreten.

Der Vorstand schreibt in dem Dokument, dass DB Regio dann sein derzeit auf Deutschland begrenztes Geschäftsmodell auf grenzüberschreitende Angebote ausweiten könnte. In einem weiteren Schritt könne sich DB Regio „zu einer europäischen Wachstumsplattform“ entwickeln.

In Punkt drei des Aufsichtsratsbeschlusses von Ende März heißt es zudem, dass weitere alternative Möglichkeiten zur Schließung der Finanzierungslücke der Bahn dem Aufsichtsrat vorzulegen seien. Details werden dort nicht aufgeführt. Das könnte aber sowohl höhere Schulden oder auch Hilfen des Eigentümers des Staatskonzerns sein.

Zudem ist laut dem Dokument des Vorstands eine „Kapitalbeteiligung Dritter an DB Schenker“ möglich. Die weltweite Logistiktochter habe aber strategische Bedeutung für den Konzern und bleibe daher integraler Bestandteil der Bahn. „An DB Schenker kommt daher allenfalls eine Minderheitsbeteiligung Dritter in Betracht“, heißt es.

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