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Deutsche Bahn Erstattungen für Verspätungen und Zugausfälle haben sich seit 2014 verdoppelt

Die Deutsche Bahn gibt immer mehr Geld für Entschädigungszahlungen aus. Der Grund: mehr Verspätungen und Zugausfälle.
Update: 05.08.2019 - 10:41 Uhr 1 Kommentar
DB: Erstattungen für Verspätungen und Zugausfälle sind stark gestiegen Quelle: dpa
Deutsche Bahn

Die Höhe der Entschädigungen fällt auch deswegen so hoch aus, weil die Züge im Fernverkehr oft unpünktlich sind.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Entschädigungszahlungen an Fahrgäste der Deutschen Bahn auf Grund von Verspätungen oder Zugausfällen haben sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt. Das berichtet „FAZ.net“ und zitiert aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion.

Demnach erstattete die Bahn im vorigen Jahr 54,5 Millionen Euro, 2014 waren es noch 27 Millionen Euro gewesen. Diese Zahlen beziehen sich vor allem auf den Fernverkehr, enthalten aber auch Ersatzzahlungen im Regional- und S-Bahn-Verkehr. Nach der aktuellen, in ganz Europa geltenden Regelung hat ein Fahrgast nach 60 Minuten Verspätung Anspruch auf die Erstattung von 25 Prozent des Fahrpreises, nach 120 Minuten auf 50 Prozent.

Die Höhe der Entschädigungen fällt auch deswegen so hoch aus, weil die Züge im Fernverkehr oft unpünktlich sind. 2018 kamen nur 74,9 Prozent der ICE- und IC-Züge pünktlich an – also mit weniger als sechs Minuten Verspätung. 2017 waren noch 78,5 Prozent der Fernzüge pünktlich. Unklar ist, wie viele Züge davon mehr als eine oder zwei Stunden Rückstand ansammelten.

Derweil verspricht die Bahn, dass ihre Kunden davon profitieren würden, wenn die Mehrwertsteuer für Fernverkehrstickets gesenkt würde. „Wir würden diesen Vorteil an unsere Fahrgäste weitergeben“, erklärte Bahn-Chef Richard Lutz an diesem Montag. „Unsere Kunden würden von einer niedrigeren Mehrwertsteuer erheblich profitieren – sei es in Form neuer attraktiver Angebote oder reduzierter Ticketpreise.“ Auch eine Kombination aus beidem sei denkbar.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte bereits im April eine Senkung der Mehrwertsteuer für den Fernverkehr der bundeseigenen Bahn angeregt. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) legte nun nach und schlug vor, dass Bahntickets „so weit wie möglich von der Mehrwertsteuer befreit werden“ sollten. Auch der Koalitionspartner SPD zeigte sich offen für den Vorstoß.

Unionsfraktionsvize Andreas Jung forderte die Bahn auf, die Kostenersparnis in vollem Umfang an die Kunden weiterzugeben. Eine solche Senkung „muss sich in den Tickets niederschlagen“, sagte Jung am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. Dahinter steht die Hoffnung, dass durch günstigere Preise mehr Menschen vom Auto und Flugzeug auf den Schienenverkehr umsteigen.

Bisher gilt für Tickets im innerdeutschen Fernverkehr der normale Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent. Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent gilt im Nahverkehr bis zu einer Fahrstrecke von 50 Kilometer. Laut der Deutschen Bahn wenden fast alle EU-Länder im nationalen Schienenpersonen-Fernverkehr reduzierte Mehrwertsteuersätze an.

Der Konzern schätzt, dass ein reduzierter Mehrwertsteuersatz jährlich mindestens fünf Millionen zusätzliche Fahrgäste bringen würde.

Mehr: Die Bahn spielt eine zentrale Rolle in der Klimadebatte. Ein Kurswechsel ist bereits vereinbart: Die Gewinnmaximierung steht nicht mehr im Vordergrund.

  • HB
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1 Kommentar zu "Deutsche Bahn: Erstattungen für Verspätungen und Zugausfälle haben sich seit 2014 verdoppelt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die DB erstattet erst für Verspätungen über 60 Minuten.
    Ich fuhr am 29.07.2019 nach Dresden, mit reservierten Plätzen. Die Fahrt sollte mit umsteigen in Erfurt und Leipzig erfolgen.
    - Der ICE München-Erfurt wurde ersetzt mit einem Anderen, in dem die Wagen-Nummerierung nicht mehr stimmte: Reservierungen ungültig.
    - Der Anschluss-ICE von Erfurt nach Leipzig hatte eine Verspätung von ca. 30 Minuten, In Folge konnte der ICE von Leipzig nach Dresden nicht mehr erreicht. Der Folge-ICE hatte auch Verspätung, in Folge dessen wir mit dem RE 50 weiterfuhren dessen planmäßige Ankunft fast 60 Minuten später als unsere geplante Ankunftszeit war. Die Reservierungen für 2 ICE-Fahrten wurden erstattet, für die spätere Ankunft, da bis zu den 60 Minuten ca.5 Minuten fehlten bekamen wir NICHTS.
    - Die Ankunft war ca. 21:30, bis wir im Hotel einchecken konnten, war es nach 22:00 Uhr. In Folge gab es in der näheren Umgebung nichts zu essen außer Döner...

    Ich meine, die starre Verspätungszeit sollte von der Bahn etwas flexibler gehandhabt werden, zum Vorteil der Kunden...

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