Deutsche Bahn Hunderte neue Fahrdienstleiter sollen Zugchaos verhindern

Der Zugverkehr rollt endlich wieder normal. Die Bahn nutzt den Moment, um aus dem Stellwerk-Chaos in Mainz zu lernen. Doch: Am Montag drohen weitere unbequeme Fragen im Verkehrsausschuss des Bundestags.
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Warten in Mainz: Nach den massiven Zugausfällen Mitte August hat sich die Lage am Mainzer Hauptbahnhof zum Schulbeginn etwas normalisiert. Quelle: dpa

Warten in Mainz: Nach den massiven Zugausfällen Mitte August hat sich die Lage am Mainzer Hauptbahnhof zum Schulbeginn etwas normalisiert.

(Foto: dpa)

BerlinMit hunderten neuer Fahrdienstleiter noch in diesem Jahr will Bahnchef Rüdiger Grube ein neuerliches Zugchaos wie unlängst am Mainzer Hauptbahnhof verhindern. „Wir werden deutlich mehr Fahrdienstleiter ausbilden und einstellen. Wir wollen bis Jahresende insgesamt über 600 zusätzlich qualifizieren“, sagte Grube dem Nachrichtenmagazin „Focus“.

In der Fünf-Jahresplanung seien weitere 1500 neue Stellen vorgesehen. Bislang beschäftige die Bahn 12.500 Fahrdienstleiter. Mainz war wegen Personalmangels im Stellwerk seit Anfang August teilweise vom Fernverkehr abgekoppelt, auch viele regionale Bahnen hielten nicht. Seit Freitagabend wird dort wieder nach Plan gefahren.

Die Wiederaufnahme des Fahrplanbetriebs bedeutet nach Einschätzung der Gewerkschaft EVG aber nicht, dass nun alle Probleme gelöst seien. „Für die Reisenden mag sich die Situation augenblicklich entspannt haben, für unsere Kolleginnen und Kollegen aber hält der Stress an, weil weiterhin nach wie vor nur der Mangel verwaltet wird“, kritisierte der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Alexander Kirchner, in einer Mitteilung vom Samstag in Frankfurt.

Erst in den nächsten Wochen werde sich zeigen, wie ernst es den Personalverantwortlichen wirklich sei, die Zahl der Beschäftigten am tatsächlichen Bedarf auszurichten.

Eine Sprecherin der Deutschen Bahn wies die Kritik der Gewerkschaft als pauschal zurück. „Es gibt kaum ein Unternehmen in Deutschland, das so viele neue Mitarbeiter eingestellt hat wie die Deutsche Bahn, Zehntausende alleine in den letzten Jahren.“ Sie verwies auf entsprechende Aussagen von Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber vor einigen Wochen. Demnach sind aktuell im Bahnkonzern 247 Fahrdienstleiter mehr beschäftigt als 2012.

Grube verlang 1,2 Milliarden Euro mehr pro Jahr
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5 Kommentare zu "Deutsche Bahn: Hunderte neue Fahrdienstleiter sollen Zugchaos verhindern"

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  • Sie haben es immer noch nicht Verstanden, kein Wunder, bei Ihrer Qualität der "Kritik" !

  • Ohne massive Aufwertung dieser Berufsgruppe wird das nicht hinhauen und nur als belangloses Gelaber vom Bahn Management enden.
    Ich sehe hier eindeutig auch ein Versagen des Betriebsrat und der Arbeitnehmervertreter. Die Gewerkschaft taugt genauso viel wie das Management, nämlich gar nichts!
    Die Fahrdienstleiter sollten eine eigene Gewerkschaft gründen und richtig auf die Kacke hauen, erst dann wird der Job des Fahrdienstleiter wieder attraktiver.

  • Wo und vor allem im wann leben Sie?!

    Wissen Sie, dass seit acht Jahren Frau Merkel regiert?

    Im Übrigen sind das Managementaufgaben die sie hier einer Politik von anno dazumal andichten möchten. Am besten Sie lassen mal Ihr Ideologie verseuchtes Hirn durchlüften!

  • Zitat : Hunderte neue Fahrdienstleiter sollen Zugchaos verhindern

    - das war das "ABSOLUTE ARMUTSZEUGNIS" eines Konzerns, der einen Einsatz von 10-15 Fahrdienstleiter nicht auf die Reihe gekriegt hat ( sogar ein Vorstandsmitglied musste der Bevölkerung diesen Witz im TV erläutern ) und Zugausfälle in einer Landeshauptstadt in Kauf genommen hat. !

    So was hat es Deutschland noch nicht gegeben ! Und dieses Land will termingerecht Flughäfen und Bahnhöfe bauen...?

    Das muss ja sogar die gedopten Hähnchen zum Lachen bringen !

  • "........ um aus dem Stellwerk-Chaos in Mainz zu lernen"

    Herr Mehdorn und Herr G. Schröder & Co. (ROT/GRÜN damals) sollten hier eigentlich lernen !!!

    Eine Privatisierung in Bereiche, wo Private nichts zu suchen haben, kommen u.a. diese Ergebnisse heraus !

    Durch die Vorbereitung für den zukünftigen Aktienmarkt, ist diese peinliche Situation erst entstanden.

    Wir dürfen nicht mehr zulassen, das sich LOBBY-POLITIKER in unserem Land durchsetzten, oder besser, diese POLITIK-EBENE erreichen !

    Dieser Bereich muss in öffentlicher Hand bleiben, sonst erleben wir es, wie in Großbritannien & Co. !

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