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Deutsche Bahn Notfahrplan der Bahn läuft trotz Streik „stabil“ – Was auf Reisende zukommt

Nach dem Güterverkehr wird nun auch der Personenverkehr von der GDL bestreikt. Gewerkschaftschef Weselsky erwartet ein verbessertes Angebot.
23.08.2021 Update: 23.08.2021 - 12:50 Uhr Kommentieren
Besonders der Fernverkehr ist vom Streik der Lokführergewerkschaft GDL betroffen. Quelle: dpa
Leere Gleise am Hauptbahnhof Berlin

Besonders der Fernverkehr ist vom Streik der Lokführergewerkschaft GDL betroffen.

(Foto: dpa)

Berlin Der Notfahrplan der Deutschen Bahn während des Streiks der Lokführergewerkschaft GDL läuft laut Konzern „weiterhin stabil“. „Im Fernverkehr kommen mehr Züge als noch im ersten GDL-Streik zum Einsatz“, teilte die Bahn am Montagmittag mit.

Anstatt der zuvor angekündigten 25 Prozent will das Unternehmen an diesem Tag demnach rund 30 Prozent der sonst üblichen Zugfahrten auf die Schiene bringen. Im Regional- und S-Bahnverkehr ändere sich indes nichts. Dort seien 40 Prozent der Züge unterwegs. „Hier schwankt jedoch die Anzahl der angebotenen Züge je nach Region stark“, hieß es.

Damit rechnet das Unternehmen im Detail:

  • Im Regional- und S-Bahnverkehr wird ein Fahraufkommen von etwa 40 Prozent der Bahnen erwartet.
  • Das Unternehmen will rund ein Drittel der Fernzüge fahren lassen. Vor allem auf einigen Hauptachsen soll alle zwei Stunden ein Zug fahren.
  • Das Angebot wird allerdings regional sehr unterschiedlich verteilt sein, hieß es. Zugausfälle und Verspätungen werden zur Regel.
  • Die Deutsche Bahn organisiert Ersatzfahrpläne und stellt diese in der eigenen Fahrplanauskunft zur Verfügung.

Die betroffenen Reisenden zeigten sich gut informiert. Viele hätten ihre Reise auf das Wochenende, vor allem den Sonntag vorgezogen. Vom Streik betroffene Tickets können noch bis zum 4. September flexibel genutzt werden. Seit Freitag seien rund 33.000 Anrufe bei der Streik-Rufnummer der Bahn eingegangen.

Von Montag bis Mittwochmorgen bestreikt die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) den Personenverkehr bei der Deutschen Bahn. Ein Großteil der Züge fällt aus. Bereits seit Samstag haben GDL-Mitglieder im Güterverkehr die Arbeit niedergelegt. Ein Angebot vom Sonntag, in der die Bahn Verhandlungen über eine von der GDL geforderte Corona-Prämie in Aussicht gestellt hatte, lehnte Gewerkschaftschef Claus Weselsky ab.

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Der Konzern geht davon aus, dass sich der Fernverkehr im Laufe des Mittwochs wieder normalisieren wird. Es ist bereits die zweite Streikwelle im laufenden Tarifkonflikt zwischen der Bahn und der GDL. Vor rund zwei Wochen hat die Gewerkschaft bereits zwei Tage lang große Teile des Personenverkehrs lahmgelegt.

Dieses Mal hatten die Reisenden allerdings länger Zeit, sich auf den Arbeitskampf einzustellen. GDL-Chef Claus Weselsky hatte bereits am Freitag die Streikaktionen angekündigt. „Es ist nicht das Ziel der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner in Deutschland, den Eisenbahnverkehr lahm zu legen“, sagte er am Freitag. „Sondern es ist das Ziel, bessere Einkommen zu erreichen, die Kleinstrente zu schützen.“

Bahn und GDL streiten um Details des Tarifvertrags

In dem Tarifstreit geht es unter anderem um mehr Geld für die Beschäftigten. Über die Höhe der künftigen Löhne und Gehälter sind sich beide Seiten einig: 3,2 Prozent mehr soll es geben. Aber über den Zeitpunkt der Auszahlung besteht Uneinigkeit. Offen sind außerdem Fragen zur Betriebsrente, die Höhe einer möglichen Corona-Prämie für die Beschäftigten sowie zum Einflussbereich der GDL.

Denn nicht zuletzt geht es der Gewerkschaft in der Auseinandersetzung auch um den eigenen Einfluss im Konzern, den sie durch das sogenannte Tarifeinheitsgesetz gefährdet sieht. Das Gesetz sieht vor, dass in einem Betrieb mit zwei konkurrierenden Gewerkschaften nur die Tarifverträge der mitgliederstärkeren Arbeitnehmervertretung zur Anwendung kommen. Bei den Betrieben der Deutschen Bahn ist das in der Regel die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).

Zuletzt hatte auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) beide Seiten dazu aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Machen Sie die gute Entwicklung nach der langen Covid-Durststrecke nicht durch einen langwierigen #Tarifkonflikt wieder zunichte! Die Lage ist besorgniserregend“, schrieb er auf Twitter mit Blick auf den sich nach der Coronakise langsam wieder erholenden Fernverkehr.

Mehr: Lokführergewerkschaft weist Angebot der Bahn zurück

  • dpa
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