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Deutsche Bahn Pläne für Vorstandsumbau bei der Bahn verzögern sich

Mit einem erweiterten Konzernvorstand wollte Bahnchef Richard Lutz die Organisation des Staatskonzerns straffen. Doch im Aufsichtsrat gibt es Streit um die Kandidatinnen.
Update: 08.03.2019 - 09:05 Uhr Kommentieren
Der Bahnchef wollte den Vorstand erweitern. Quelle: dpa
Richard Lutz

Der Bahnchef wollte den Vorstand erweitern.

(Foto: dpa)

DüsseldorfAus Richard Lutz' Plänen, den Vorstand der Deutschen Bahn von sechs auf acht Mitglieder zu vergrößern, wird so schnell offenbar nichts: Das Personalthema wird nach Informationen aus Kreisen des Unternehmens nicht auf der Tagesordnung der Aufsichtsratssitzung am 27. März stehen.

Nach Handelsblatt-Informationen bedeutet das allerdings nicht, dass die Vergrößerung komplett vom Tisch ist. Vielmehr sei das Thema aufgeschoben.

Hintergrund der Verzögerung ist ein Streit unter den Mitgliedern des Aufsichtsrates, wer den neu geschaffenen Posten des Vorstands für Regionalverkehr besetzen soll. Bahnchef Lutz möchte offenbar die gerade erst zur Deutschen Bahn gewechselte österreichische Managerin Evelyn Palla auf den Posten setzen.

Die SPD hat dagegen erneut Sigrid Nikutta, Chefin der Berliner Verkehrsgesellschaft, ins Spiel gebracht. Bahn-Chefaufseher Michael Odenwald har daraufhin die Entscheidung erst einmal vertagt.

Als gesetzt galt bislang die Beförderung von Roland Bosch, derzeit Chef des Tochtergesellschaft DB Cargo, in den Konzernvorstand. Die Erweiterung des obersten Führungsgremiums sollte nach den Vorstellungen von Bahnchef Lutz kostenneutral erfolgen, weil die beiden neuen Vorstände zugleich Vorstandschefs der Töchter Regio und Cargo sind.

Ziel ist es, aus der Konzernspitze direkteren Zugriff auf das operative Geschäft zu bekommen. Lutz hatte im vergangenen Herbst in einem Brandbrief an die Führungskräfte beklagt, dass es bei der Umsetzung von Entscheidungen im Bahnmanagement erhebliche Mängel gibt. Der jetzt aufgeschobene, kleine Vorstandsumbau hätte nach Meinung von Aufsichtsräten allerdings nur ein erster Schritt sein können.

Ende März bleibt dagegen auf der Tagesordnung die Entscheidung darüber, ob die Auslandstochter Arriva verkauft werden soll. Arriva wird mit etwa vier Milliarden Euro bewertet. Das Geld braucht die Bahn, um die massiv steigenden Investitionen zu finanzieren. Allein in diesem Jahr müssen zusätzlich gut zwei Milliarden Euro finanziert werden. Will der Bund den Verkauf nicht, müsste die Bahn entweder Investitionen kürzen oder der Staat müsste mehr Geld locker machen.

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