Deutsche Bahn Pofalla könnte Bahnchef werden

Früher als geplant soll der ehemalige Merkel-Vertraute Roland Pofalla in den Vorstand der Deutschen Bahn einziehen. Das Ende der Karriereleiter scheint damit bei weitem nicht erreicht: Pofalla könnte Grube beerben.
3 Kommentare
Der Bahnchef und sein Nachfolger? Quelle: dpa
Rüdiger Grube (l.) und Ronald Pofalla

Der Bahnchef und sein Nachfolger?

(Foto: dpa)

BerlinDer frühere Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) hat einem Medienbericht zufolge gute Chancen auf die Nachfolge von Bahn-Chef Rüdiger Grube. Im Zuge des von Grube geplanten Konzernumbaus solle der bisherige Cheflobbyist Pofalla früher als bislang geplant in den Vorstand einziehen, berichtete der „Spiegel“ am Freitag vorab aus seiner neuen Ausgabe.

Pofalla gelte damit schon jetzt als aussichtsreichster Anwärter auf die Grube-Nachfolge. „Wenn Pofalla nicht viel falsch macht, läuft es wohl auf ihn hinaus“, heißt es laut „Spiegel“ im Unternehmen. Zu der Meldung gab sich die Deutsche Bahn gegenüber dem Handelsblatt wortkarg: „Dazu sagen wir nichts“, sagte eine Sprecherin auf Anfrage.

Pofalla ist seit Jahresbeginn bei der Deutschen Bahn Generalbevollmächtigter für politische und internationale Beziehungen. Bereits vor dem Antritt dieses Postens war klar, dass er perspektivisch in den Vorstand wechseln soll. Grube leitet den Konzern seit Mai 2009; sein Vertrag als Vorstandsvorsitzender läuft noch bis Ende 2017.

Medienberichten zufolge will Grube den Bahn-Vorstand verkleinern, voraussichtlich um mindestens zwei Mitglieder. Auch der „Spiegel“ berichtet nun, dass der Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg und Logistik-Vorstand Karl-Friedrich Rausch ausscheiden werden.
Rüdiger Grube und Ronald Pofalla kennen sich seit Jahren gut. Als Kanzleramtschef setzte sich der CDU-Politiker noch 2013 dafür ein, die zeitweise geplante Trennung von Schienennetz und Bahnbetrieb zu verhindern – ganz im Sinne des Bahnchefs. Entsprechend stieß der Wechsel Pofallas zur Bahn auf massive Kritik. Den ursprünglichen Plan, Pofalla direkt in den Vorstand zu berufen, stellte die Bahn zunächst zurück. Stattdessen erhielt er eine Anstellung als Cheflobbyist.

Nach Informationen des Handelsblatts hat Pofalla inzwischen im Bahntower am Potsdamer Platz einen Mitarbeiterstab von mehreren Dutzend Leuten aufgebaut, die ihm zuarbeiten. Intern stößt dies immer mehr auf Kritik, da Bahnchef Grube zuletzt an einem scharfes Sparprogramm arbeitet. Um insgesamt 626 Millionen Euro will er allein in der Zentrale die Kosten senken – vorrangig durch Einsparungen am Personal. Auch dazu wollte sich eine Bahn-Sprecherin nicht äußern.

So will die Bahn digitaler werden
Wlan
1 von 6

Wie angekündigt sind inzwischen 5200 Kilometer ICE-Netz ausgerüstet, die 255 ICEs der Bahn sollen es bis Ende 2015 sein. Die Nutzung in der ersten Klasse ist kostenfrei, in der zweite Klasse ist das erst später geplant.

Navigator
2 von 6

Seit dem Verkaufsstart der Apple Watch vor wenigen Wochen ist dafür auch der DB Navigator verfügbar. Der Navigator bietet Reisauskunft, Fahrkartenbuchung und Echtzeitinformationen über den Reiseverlauf. Noch im Juni ist ein Relaunch geplant mit neuer Optik und Funktionen. Die Reiseauskunft wird auf einer Karte visualisiert und ergänzt durch Standorte von Mietfahrrädern, Carsharing-Angeboten. Die Bahn arbeitet mit ihren „Flinkster“ Fahrzeugen (stationäre Mietwagen) und Car2go von Daimler (flexibles Carsharing) seit wenigen Tagen zusammen.

Digitales ICE-Portal
3 von 6

Speziell für ICE-Reisende gibt es ab Herbst ein neues Portal mit Reiseinformationen (Pünktlichkeit, Anschlüsse, Position auf der Karte, andere Reiseinfos) sowie Nachrichten. Das Portal ist kostenfrei.

Video-Reisezentren
4 von 6

Kleine Bahnhöfe, an denen sich bislang nur noch Fahrkartenautomaten befanden, werden mit Video-Reisezentren ausgestattet. Kunden können sich via Video mit einer Zentrale verbinden und dort wie in einem Reisezentrum beraten lasen und auch Fahrkarten kaufen. Nach Pilotprojekten sollen nun Bahnhöfe unter anderem in Bayern und Baden-Württemberg ausgerüstet werden.

Reise-App
5 von 6

Die Bahn arbeitet an einer Reise-App, die den Kunden am Bahnhof direkt zum richtigen Wagen mit dem reservierten Platz steuert.

Digitale Verkehrsdrehscheibe
6 von 6

Am Berliner Bahnhof Südkreuz wird gerade die digitale Verkehrsdrehscheibe erprobt. Elektronische Wagenstandsanzeiger verhindern das typische Problem, dass Züge in anderer Wagenreihung einlaufen als angegeben und Hektik beim Einsteigen ausbricht. An jeden Bahnsteigzugang gibt es detaillierte Zuginformationen mit Zwischenhalten. Umsteigewegweiser zeigen den Weg zu Taxen, Carsharing-Fahrzeugen oder Mietfahrrädern an.

  • afp
  • cs
Startseite

Mehr zu: Deutsche Bahn - Pofalla könnte Bahnchef werden

3 Kommentare zu "Deutsche Bahn: Pofalla könnte Bahnchef werden"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Gibt es eigentlich irgendetwas, was diesen Vollpfosten für den Chefposten qualifiziert? Also außer, dass er als abgehalfterter Politiker dringend einen Versorgungsjob braucht und zufällig auf Du mit Frau Merkel ist...

  • Da werden die Probleme bei der Bahn auch nicht weniger, wenn eine abgetakelte Politpfeife das Ruder übernimmt.

  • NSA Lügen Popofalla Bahnchef? Dann wird die DB zum Erliegen kommen. Der Dilettant schafft das locker.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%