Deutsche Bahn Tickets im Fernverkehr werden wieder teurer

Erstmals seit zwei Jahren erhöht die Deutsche Bahn wieder spürbar ihre Preise im Fernverkehr. Durchschnittlich werden die Tickets um 1,3 Prozent teurer. Dafür können Kunden bald an bestimmten Wochentagen sparen.
Update: 30.09.2016 - 11:47 Uhr
Die Deutsche Bahn erhöht die Preise im Fernverkehr um 1,3 Prozent. Quelle: dpa
Fahrpreise

Die Deutsche Bahn erhöht die Preise im Fernverkehr um 1,3 Prozent.

(Foto: dpa)

BerlinErstmals seit zwei Jahren müssen Kunden der Deutschen Bahn wieder deutlich mehr für Reisen im Fernverkehr ausgeben. Zum Fahrplanwechsel im Dezember werden die Preise um durchschnittlich 1,3 Prozent erhöht.

Die Preise Bahncard 25 und 50 bleiben stabil, auch Sparpreise, Gruppenpreis und Reservierungen. Der Flexpreis wird dagegen um 1,9 Prozent angehoben, die Bahncard 100 um 2,5 Prozent und Streckenzeitkarten 3,9 Prozent teurer. Die 19-Euro-Tickets, von denen die Bahn in diesem Jahr bereits 3,5 Millionen verkauft hat, wird es auch im kommenden Jahr weiterhin geben. In der zweiten Klasse soll ab Dezember zudem eine kostenlose Internetverbindung per Wlan zur Verfügung stehen.

Birgit Bohle, Fernverkehrschefin der Deutschen Bahn sagte, dies sei die erste Preiserhöhung seit drei Jahren. Im Schnitt seien die Preise pro gefahrenen Kilometer seit 2013 um 15 Prozent gesunken. Im Gegenzug haben die Bahn über diesen Zeitraum 15 Prozent mehr Tickets verkauft.

Die Bahn wird künftig an bestimmten, stark nachgefragten Tagen die Flexpreise anheben. An Tagen mit wenig ausgelasteten Zügen soll es dagegen preiswerter werden. So könnte es beispielsweise günstiger sein, am Sonntag mit der Bahn zu fahren, an anderen Tagen dagegen teurer. Zu Pfingsten 2017 wird die Strecke Frankfurt München dann statt 103 Euro dann 106 Euro am Freitag und 100 Euro am Sonntag kosten, nannte Bohle als Beispiel.

Das sind die größten Baustellen der Bahn
Fernverkehr
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Erst vor wenigen Tagen hat die Bahn den neuen ICE 4 vorgestellt – und sich im Fernverkehr Einiges vorgenommen. Um 25 Prozent soll das Angebot bis 2030 ausgebaut, fünfzig Millionen neue Fahrgäste gewonnen werden. Tatsächlich schafft es die Bahn mit ihrer Preisoffensive, etwa mit den 19-Euro-Tickets, mehr Fahrgäste in die Züge zu locken. Aber die Rendite leidet.

Güterverkehr
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Der Güterverkehr der Bahn ist ein Sanierungsfall. Zwar verbesserte sich das Ergebnis von DB Cargo im ersten Halbjahr 2016, aber die Sparte ist defizitär– und das schon seit Jahren. Zwischen 2007 und 2015 stagnierte die Verkehrsleistung, und das in einer boomenden Wirtschaft. Private Anbieter, auch auf der Straße, machen der Bahn zunehmend Konkurrenz.

Pünktlichkeit
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174,63 Millionen Minuten haben die Personen- und Güterzüge der Bahn 2015 an Verspätungen eingefahren. Hauptursache ist die wachsende Zahl von Baustellen. Zwar schneidet die Bahn im ersten Halbjahr 2016 besser ab. Aber: Das Bemühen um pünktliche Züge ist laut Bahnchef Grube „mit großen Kraftanstrengungen verbunden“.

Infrastruktur
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Die Bahn investiert viel Geld in die Infrastruktur: Gut 5,2 Milliarden Euro flossen 2015 etwa in die Instandhaltung von Schienenwegen und Brücken. Doch es hapert bei der Koordinierung der vielen Baustellen. Und so verursacht die von Konzernchef Grube gefeierte „größte Modernisierungsoffensive in der Bahn-Geschichte“ vor allem eines: Verspätungen.

Privatisierung
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Die Bahn braucht Geld, um den Schuldenanstieg zu bremsen. Geplant war deshalb ein Verkauf von maximal 40 Prozent der britischen Tochter Arriva und des Transport- und Logistikkonzerns DB Schenker. Arriva sollte im zweiten Quartal 2017 an der Londoner Börse starten, Schenker danach in Frankfurt. Doch die Pläne sind jetzt vom Tisch.

Stuttgart 21
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Bahnchef Grube feierte kürzlich die Grundsteinlegung für den Stuttgarter Tiefbahnhof, aber das Großprojekt bleibt umstritten. Beim Volksentscheid 2011 war noch von 4,5 Milliarden Euro Kosten die Rede. Der Bundesrechnungshof hält nun offenbar zehn Milliarden Euro für möglich, Grube selbst spricht von 6,5 Milliarden Euro.

Solche Flexpreise sind dann künftig an einen Tag gebunden. Dieses auslastungsbezogene Preissystem hatte die Bahn schon in den vergangenen Monaten auf verschiedenen Strecken wie Frankfurt-Köln getestet. Ziel ist es, die Auslastung der Züge besser steuern zu können, wie das Fluggesellschaften schon lange machen.

Im vorigen Jahr waren die Tickets nur auf der neuen Schnellfahrstrecke Erfurt-Leipzig/Halle teurer geworden. Vor zwei Jahren gab es lediglich in der ersten Klasse eine Preiserhöhung, jedoch ist dort seitdem auch die Reservierung inklusive. Die letzte größere Anhebung der Fernverkehrs-Preise hatte es bei der Bahn 2013 gegeben.

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