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DB Cargo

Die Bundesregierung will den Anteil des Gütertransports auf der Schiene deutlich erhöhen.

(Foto: dpa)

Deutsche Bahn Warum kleine Unternehmen wieder Gleisanschluss bekommen sollen

Jahrelang hat die Bahn die letzte Meile zum Anschluss von Fabrikanlagen abgebaut. Das soll sich laut einer Initiative nun ändern. Dabei werden Fördergelder schon jetzt kaum genutzt.
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Düsseldorf Selbst kleine Unternehmen sollen wieder einen einfachen Zugang zu einem Gleisanschluss haben. Ein breites Bündnis von Wirtschaftsverbänden macht sich unter Führung des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) dafür stark und hofft auf Unterstützung der Bunderegierung.

Die will den Anteil des Gütertransports auf der Schiene bis 2030 von jetzt rund 17 Prozent auf 25 bis 30 Prozent am gesamten Transportvolumen in Deutschland erhöhen. Und dazu braucht es nicht nur Containerzüge, die auf festen Linien zwischen Bahnhöfen pendeln, sondern auch verstärkt wieder Direktanschlüsse von Industrieunternehmen an das Gleisnetz, auf denen einzelne Waggons zugestellt und abgeholt werden.

Das Bündnis aus inzwischen 40 Verbänden hat am Dienstag in Berlin seine Gleisanschluss-Charta an Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär und Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr, übergeben. Ziel der Initiative es, die Zahl der Gleisanschlüsse zu erhöhen und auch neue Transportkonzepte zu entwickeln, um die meist defizitären Anschlüsse wirtschaftlicher betreiben zu können.

Das Geschäft mit einzelnen Waggons betreibt vornehmlich die Deutsche Bahn. Private Eisenbahngesellschaften fahren meist die weitaus profitableren Ganzzüge, also Containerzüge oder Züge, auf denen Dutzende Lkw-Trailer verladen und beispielsweise vom Hafen Hamburg nach Süddeutschland gefahren werden.

Der Einzelwagenverkehr macht rund 30 Prozent des Umsatzes der Bahn-Tochtergesellschaft DB Cargo aus, ist aber verantwortlich für hohe Verluste. Unter anderem, weil die Waggons aufwendig rangiert und zu Zügen zusammengestellt werden müssen.

Deshalb hat die Deutsche Bahn in der Vergangenheit viele Gleisanschlüsse stillgelegt oder abgebaut. Gab es nach Angaben des VDV 1997 noch 11.000 solcher Anschlüsse, so waren es 2015 nur noch 3250. Die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass lediglich 1600 regelmäßig bedient werden.

Allerdings fördert der Bund schon seit 2004 sowohl den Neu- und Ausbau von privaten Gleisanschlüssen als auch deren Reaktivierung. Bis Ende 2018 sind nach Angaben der Allianz pro Schiene über die Förderrichtlinie des Bundes insgesamt 164 Gleisanschlüsse finanziert worden – ein Bruchteil des Schwundes.

Allerdings: Die zur Verfügung gestellten Finanzmittel werden gar nicht vollständig genutzt. 2017 sind von den 14 Millionen Euro, die im Haushalt standen, lediglich 4,1 Millionen Euro abgerufen worden, berichtet die Allianz.

Joachim Berends, VDV-Vizepräsident, sieht das Problem. „Trotz des Wunsches nach mehr Schiene und einem Gleisanschlussförderprogramm des Bundes sinkt die Zahl der Gleisanschlüsse in Deutschland kontinuierlich.“ Die Unterzeichner der Charta schlagen daher ein Bündel von Maßnahmen vor, um Gleisanschlüsse wieder attraktiver zu machen. Beispielsweise sollte die Förderung nicht mehr an Mindestmengen geknüpft sein und Zufahrten und Ladeeinrichtungen umfassen.

Wichtigster Punkt ist natürlich die Einführung einer automatischen Kupplung für Eisenbahnwaggons. Dazu hatte es in der Vergangenheit schon mehrere Anläufe gegeben, die allerdings an Geldmangel scheiterten. Allein auf Güterwagenbetreiber in Deutschland kämen Kosten in Höhe von einigen Milliarden Euro zu.

Mehr: Als Beitrag zur Klimadebatte fordert Verkehrsminister Scheuer überraschend den massiven Ausbau von Deutschlands Schienengüterverkehr. Doch der Weg dorthin ist umstritten.

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