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Deutsche Bahn Warum Lutz und nicht Pofalla Bahnchef wird

Bahn-Finanzvorstand Richard Lutz soll nach Informationen des Handelsblatts die Nachfolge von Rüdiger Grube antreten. Auch weitere Vorstandsposten des Staatskonzerns dürften neu besetzt werden.
Update: 14.03.2017 - 08:01 Uhr 3 Kommentare

Bis zu 850 Baustellen pro Tag – Das muss der neue Bahnchef angehen

BerlinNach Informationen des Handelsblatts hat sich die Große Koalition darauf verständigt, dass Richard Lutz den Vorstandsvorsitz der Bahn übernehmen soll. Der derzeitige Finanzvorstand sei fachlich der beste Kandidat gewesen, hieß es zur Begründung. Er kenne das Unternehmen lange, sei in einem guten Alter und gebe dem Unternehmen damit auch eine Perspektive. „Er ist definitiv kein Übergangskandidat“, hieß es in Bahnkreisen.

Entgegen anderslautenden Meldungen war Lutz nicht vom derzeitigen Vorstand Ronald Pofalla vorgeschlagen worden. Vielmehr habe Pofalla großes Interesse gehabt, die Position selbst zu besetzen. Allerdings hatte sich die Bundesregierung dagegen entschieden, die Position politisch zu besetzen, was mit dem ehemaligen Chef des Kanzleramtes der Fall gewesen wäre.

Lange Zeit war ein Kandidat gesucht worden, der die Position für zwei Jahre besetzen könnte, um dann Pofalla Platz zu machen. Dies sei dann aber verworfen worden. CDU-Mann Pofalla war bei den Sozialdemokraten auf erhebliche Gegenwehr gestoßen. Ihre Vertreter im Aufsichtsrat drohten an, gegen eine Nominierung Pofallas zu stimmen. Eine Kampfabstimmung im Aufsichtsrat der Bahn um den neuen Chef des Unternehmens war allerdings keine Option. Lutz soll in der kommenden regulären Vorstandssitzung am 22. März gewählt werden.

Darüber hinaus sollen nach Informationen des Handelsblatts die anderen Vorstandspositionen neu gewichtet werden. So sollen die wichtigen Felder des Güterverkehrs und der Digitalisierung in dem Bundesunternehmen besondere Bedeutung erhalten. Es ist die Rede von einem Vorstand Güterverkehr und einem Vorstand Digitalisierung. Dies sei auf Drängen des Bundesverkehrsministeriums entschieden worden, hieß es.

Wie die Zeitung „Welt“ unter Berufung auf Kreise des Bahn-Aufsichtsrats berichtete, ist der bisherige Siemens-Manager Siegfried Russwurm als neuer Technik-Vorstand vorgesehen. Russwurm hatte seinen Vertrag bei Siemens nicht verlängert und verlässt den Konzern Ende März. Er war auch als neuer Bahn-Vorstandschef im Gespräch. Die bisherige Chefin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Sigrid Nikutta, ist laut „Welt“ als neue Leiterin des Schienengüterverkehrs vorgesehen.

„Die objektiv bedeutsamen Bereiche sollen gestärkt werden“, hieß es in Koalitionskreisen. Die derzeitigen Vorstände werden nicht in Frage gestellt, hieß es. Stattdessen sollten die weiteren Vorstandspositionen „im normalen Verfahren“ besetzt werden, also auf Vorschlag des Vorstandsvorsitzenden. Darüber hinaus gilt es, für das Unternehmen einen neuen Technikvorstand zu finden sowie mittelfristig einen neuen Personalvorstand.

Nach Informationen des Handelsblatts aus Koalitionskreisen wird der Aufsichtsratschef Utz-Hellmuth Felcht seine Position behalten. Er habe „jetzt eine verantwortungsvolle Aufgabe“ hieß es, da die nach dem Rücktritt von Bahnchef Rüdiger Grube entstandene Krise bei der Bahn maßgeblich von Felcht in der letzten Aufsichtsratssitzung nicht verhindert worden sei. Nun sei es an ihm, „die Neuordnung positiv zu begleiten“, hieß es.

Der langjährige Bahnchef Rüdiger Grube war im Streit über seine Vertragsverlängerung Ende Januar ausgeschieden. Mit Lutz hat sich die Bundesregierung auf die einfachste Lösung verständigt. Externe Kandidaten wie etwa der Chef der Schweizer Bundesbahnen SBB), Andreas Meyer, kamen nicht zum Zuge. Lutz ist seit 1994 im Unternehmen. Er übernahm nach verschiedenen Stationen im Jahr 2003 den Bereich Konzerncontrolling, 2010 rückte er dann in den Vorstand auf.

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3 Kommentare zu "Deutsche Bahn: Warum Lutz und nicht Pofalla Bahnchef wird"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ausgerechnet Ober-Politniete Pofalla (Angela, darf ich Dir noch 10 cm tiefer ins A.......h kriechen) hätte sich auf den Chefposten des Deutschen Bahn AG beworben?

    Wie lächerlich!

    Der hätte dieses leider mittlerweile marode Unternehmen vollends gegen die Wand gefahren.

    Es ist auch unverständlich, dass Politiker glauben, dass sie in Staatsunternehmen oder in Unternehmen der Privatwirtschaft einen guten Job machen.

    Das Gegenteil ist Fall. Roland Koch, ehem. Ministerpräsident in Hessen ist das beste Beispiel dafür, dass das in den meisten Fällen nicht klappt.

    Dafür fehlt diesen Polit-Heinis einfach die betriebswirtschaftlich / kaufmännische Expertise.

    Die kann man auch durch ein prallgefülltes Telefonbuch mit "wichtigen" Adressen und Telefonnummern nicht kompensieren!

  • Pofalla hätte die Bahn vollends in den Abgrund gefahren. Die Essenz von Inkompetenz.

  • Ist das die Nikutta von kölnsche Karneval?

    Das kann was geben.

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