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Deutsche Börse Optimismus trotz Nyse-Fusionsflop

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Personalie Neubürger sorgt für Unmut
Blick in die Hauptversammlung der Deutschen Börse in Frankfurt. Quelle: dpa

Blick in die Hauptversammlung der Deutschen Börse in Frankfurt.

(Foto: dpa)

Manfred Gentz betonte: „Wir sind nach wie vor überzeugt, dass der Zusammenschluss für uns, für Frankfurt und Deutschland, aber gerade auch für Europa große Chancen geboten hätte.“ Die EU-Kommission hatte die weltgrößte Börse am 1. Februar verhindert. Die Wettbewerbshüter hatten Bedenken, dass in Europa ein Quasi-Monopolist im besonders lukrativen Handel mit Derivaten, also Finanzwetten, entstehen würde.

Ganz ohne Widerstand läuft die Hauptversammlung in der Frankfurter Jahrhunderthalle allerdings nicht ab. Viele Aktionäre stören sich vor allem an einer Personalie. Heinz-Joachim  Neubürger soll neu in den Aufsichtsrat gewählt werden. Gegen den ehemaligen Siemens-Finanzvorstand wurde aber  in der Korruptionsaffäre des Münchener Konzerns ermittelt. Neubürger war bis 2006 Finanzchef von Siemens. Ein später folgendes Ermittlungsverfahren im Rahmen der Korruptionsaffäre wurde gegen eine Geldauflage eingestellt, Siemens will auf dem Zivilweg aber noch 15 Millionen Euro Schadenersatz.

DSW-Vertreter Lang fragte, ob Neubürger angesichts der Ermittlungen genügend Zeit für seine Aufgabe im Kontrollgremium habe und mahnte: "Der Aufsichtsrat der Deutschen Börse ist keine Rehabilitationsstelle." Der Privatanleger Markus Seeberger stellte gar den Antrag, sich an Stelle von Neubürger in das Kontrollgremium wählen zu lassen. Allerdings verfügt er nicht über die notwendige Aktienzahl, einen solchen Antrag stellen zu können.

Aufsichtsratschef Manfred Gentz verteidigte Neubürgers Nominierung. Das Ermittlungsverfahren gegen ihn sei eingestellt worden und Neubürger sei bereit, mit Siemens über einen Vergleich zu verhandeln. "Wir sind der Überzeugung, dass Herr Neubürger ein absolut integrer Mann ist und haben keinen Grund gesehen, ihn nicht für den Aufsichtsrat der Deutschen Börse vorzuschlagen." Die Mehrheit der Aktionäre schloss sich dieser Meinung an - Neubürger wurde mit 89 Prozent der abgegebenen Stimmen in das Kontrollgremium gewählt.

Gegen die aus Sicht der Börse fehlerhafte Marktdefinition ist eine Klage des Frankfurter Marktbetreibers beim höchsten europäischen Gericht in Luxemburg anhängig. „Eine mögliche Entscheidung des Gerichts in unserem Sinne kann natürlich den Zusammenschluss nicht mehr Realität werden lassen“, erklärte Konzernchef Reto Francioni laut Redetext. Aber sie könne „künftige mögliche Nachteile für die Deutsche Börse“ verhindern.

Die 100 Millionen Euro, die die Deutsche Börse in das Projekt investierte, sieht Francioni nicht als Belastung: „Die Deutsche Börse AG steht heute so stark da wie wahrscheinlich noch nie zuvor in ihrer Geschichte.“ Der Blick sei nun auf die Zukunft gerichtet. Im laufenden Jahr wolle man die eigenen Wachstumsziele nicht aus den Augen verlieren. Sie würden unverändert gelten.

Francioni peilt ein Ebit von bis zu 1,35 Milliarden Euro an
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