Deutsche Lufthansa Der Kranich spürt wieder Aufwind

Trotz Germanwings-Absturz und Streiks hat die Lufthansa ein geschäftlich erfolgreiches Jahr hinter sich. Vorstandschef Spohr präsentiert einen um 55 Prozent gestiegenen Betriebsgewinn. Doch es bleiben Problemfelder.
Update: 17.03.2016 - 09:11 Uhr 5 Kommentare
Vor allem das Passagiergeschäft hat der deutschen Airline zum Gewinnsprung verholfen. Quelle: dpa
Lufthansa im Aufwind

Vor allem das Passagiergeschäft hat der deutschen Airline zum Gewinnsprung verholfen.

(Foto: dpa)

FrankfurtNiedrige Treibstoffpreise und ein besser laufendes Passagiergeschäft haben der Lufthansa für das vergangene Jahr einen kräftigen Gewinnsprung beschert. Der Nettogewinn lag bei knapp 1,7 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte – er fiel damit rund 30 Mal so hoch aus wie 2014, als er bei nur 55 Millionen Euro gelegen hatte.

Rückenwind erhält die größte Airline-Gruppe Europas durch die niedrigeren Ölpreise. Die Ausgaben für Flugzeugsprit dürften sich deshalb in diesem Jahr nur noch auf 4,8 Milliarden Euro summieren – 100 Millionen Euro weniger als noch zu Jahresanfang erwartet. 2015 lag die Tankrechnung bei 5,8 Milliarden Euro.

„Wirtschaftlich war 2015 ein gutes Jahr“, resümierte der Vorstandsvorsitzende Carsten Spohr. Er verwies insbesondere auf das verdoppelte Jahresergebnis im Passagiergeschäft. Dieses sei „nicht nur den niedrigeren Treibstoffkosten“ zu verdanken. Auch die Passagierzahlen hätten sich positiv entwickelt.

Die wohl beste Nachricht ist, dass Lufthansa im Kerngeschäft mit dem Transport von Passagieren und hier besonders unter der Marke Lufthansa gut vorankommt. In der Vergangenheit war die so genannte Lufthansa Passage vor allem dadurch aufgefallen, dass man einen eher kleinen Teil zur Effizienzsteigerung beitrug. Der weitaus größere kam von den Tochter-Airlines wie Swiss oder AUA sowie den Service-Gesellschaften wie der Wartungstochter Lufthansa Technik oder dem Caterer LSG Sky Chefs.

Nun scheint aber auch in Schwung in das Passagiergeschäft unter der Marke Lufthansa zu kommen. Zwar hilft dabei der Ölpreis kräftig, doch er ist es nicht alleine. Zum einen zahlt sich die Übergabe der Europastrecken an Germanwings und künftig Eurowings aus. Jahrelang wurden hier dreistellige Millionenverluste eingeflogen, im vergangenen Jahr erzielte Germanwings/Eurowings mit einem bereinigten Betriebsergebnis von 38 Millionen Euro erstmals schwarze Zahlen.

Zum anderen machen sich Effizienzgewinne bemerkbar, etwa die Konzentration auf Strecken, die auch rentabel sind. Viele Jahre lang war die „Hansa“ hier weniger diszipliniert zu Werke gegangen, weil man glaubte, mit Gewalt Rivalen fernhalten zu müssen.

Nachdem die Lufthansa-Aktionäre für das Jahr 2014 leer ausgegangen waren, soll für 2015 wieder eine Dividende gezahlt werden. Der Hauptversammlung werde vorgeschlagen, 50 Cent pro Aktie auszuschütten, erklärte das Unternehmen. Für das laufende Geschäftsjahr strebe der Konzern „abermals ein höheres Ergebnis an“, verkündete Spohr.

Das sind die sichersten Airlines der Welt
Platz 15: All Nippon Airways (Japan)
1 von 17

Die Liste der 15 sichersten Fluglinien eröffnet All Nippon Airways. Im Jahr 2013 hatte ANA von Air Transport World (ATW) den Preis „Airline of the Year 2013“ erhalten. Nach Triebwerksproblemen im selben Jahr rutschte die Airline vom Spitzenplatz aus der Top Ten. ANA erreicht den Wert von 0,018, das macht Platz 15.

Platz 14: Virgin Atlantic Airways (Großbritannien)
2 von 17

Vergangenes Jahr noch auf Platz 16: Die Flotte der Virgin Atlantic besteht aus 38 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 8,4 Jahren. Jährlich befördert die Airline 5,3 Millionen Passagiere – bisher ohne jeden Absturz. Platz 14 mit einem Index von 0,017.

Einmal im Jahr stellt das Flugunfallbüro Jacdec für das Fachmagazin „Aero International“ ein Sicherheitsranking der 60 größten Fluggesellschaften auf. Die Sicherheit berechnet sich nach der Anzahl der Ausfälle pro Flugkilometer, gewichtet um die Schwere des Unfalls und einen Landesfaktor. Da alle Unfälle der vergangenen 30 Jahre zeitlich gewichtet in die Statistik eingehen, schneiden viele Airlines wegen schwerer Unglücke in der Vergangenheit schlecht ab.

Platz 13: Qantas (Australien)
3 von 17

Qantas verlor seit 56 Jahren kein Flugzeug bei einem Unfall. Der letzte tödliche Unfall liegt sogar 69 Jahre zurück. In den vergangenen zwei Jahren reihte sich die Fluggesellschaft in die Top Ten ein. Nun rutscht sie mit einem Index von 0,016 auf Platz 13 ab.

Platz 12: Lufthansa (Deutschland)
4 von 17

Die größte Airline Deutschlands verpasst wie auch im vergangenem Jahr knapp die Top Ten. Lufthansa kann auf eine sehr gute Sicherheitsbilanz blicken: Der letzte Unfall mit Todesfolge liegt 21 Jahre zurück, in den vergangenen Jahren kam es zu vereinzelten Zwischenfällen. Im Sicherheitsranking bleibt der Kranich mit einem Index von 0,016 wie im Vorjahr auf Platz zwölf.

Keine Platzierung: Germanwings (Deutschland)
5 von 17

Die Lufthansa-Tochter Germanwings, die 2015 mit einem vom Copiloten vorsätzlich in die Alpen gelenkten Airbus die Sicherheitsdebatte in der Zivilluftfahrt beherrschte, ist wegen ihrer Verkehrsleistung nicht unter den 60 weltgrößten Airlines. Dadurch verzeichnete 2015 keine Gesellschaft aus der hier betrachteten Gruppe ein größeres Unglück – obwohl es auch Unfälle gab, bei denen Flugzeuge als Totalverlust abgeschrieben werden mussten. Menschenleben waren dabei nicht zu beklagen.

Platz 11: Jetblue Airways (USA)
6 von 17

Jetblue Airways verzeichnete in ihrer Geschichte keine Zwischenfälle mit Todesopfern oder Flugzeugverluste. Einige Zwischenfälle erlangten jedoch breite mediale Aufmerksamkeit, so wie der im September 2014: Der Jetblue-Flug 1416 musste nach einer Feuermeldung im rechten Triebwerk am Startflughafen notlanden. Aufgrund von Rauch musste eine Person zur Beobachtung ins Krankenhaus. Danach gab es keine Zwischenfälle – Rang elf mit einem Index von 0,016.

Platz 10: TAP Portugal (Portugal)
7 von 17

Die größte portugiesische Airline TAP Portugal fliegt in Deutschland unter anderem Frankfurt, Hamburg und München an. Mit knapp 80 Flugzeugen in der Flotte gehören die Portugiesen zu den kleinen Mitgliedern der Star Alliance. 39 Jahre ohne Unglück sorgen mit einem Index von 0,015 für eine gute Platzierung im Ranking.

Spohr bezeichnete das zurückliegende Jahr zugleich als ein „emotional sehr schwieriges“. Dabei verwies der Konzernchef zum einen auf den Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen vor einem Jahr. Der Copilot hatte das Flugzeug den Ermittlungen zufolge absichtlich in die Berge gesteuert. Alle 150 Menschen an Bord kamen ums Leben.

Auch Warnsignale stecken in der Bilanz
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Deutsche Lufthansa - Der Kranich spürt wieder Aufwind

5 Kommentare zu "Deutsche Lufthansa: Der Kranich spürt wieder Aufwind"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich habe dauernd Aufwind, esse einfach zuviel Bohnensuppe

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Wie sagte Obelix in dem Asterix-Abenteuer "Die Lorbeeren des Cäsar": latürnich!

  • Ja, ganz eindeutig befindet sich diese Aktie im Trend nach oben. Man kann wohl zu Recht davon ausgehen, dass es auch intern wieder noch oben geht mit diesem Unternehmen.

    'Da aber die Kurse oft die wirtschaftliche Entwicklung vorweg nehmen, könnte man evtl. davon ausgehen, dass die Lufthansa wieder eine deutsches Vorzeigeunternhmen werden könnte.

    Viel Erfolg dabei.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%