Deutsche Post Drei Cent, die Sie sich sparen können

Die Post erhofft sich aus der jüngsten Portoerhöhung 100 Millionen Euro Mehreinnahmen. Doch wie soll das klappen? Ein Testversand zeigt: In der Praxis drückt die Deutsche Post bei der Portoerhöhung offenbar ein Auge zu.
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Drei Cent gespart: Einem Test zufolge werden Briefe auch mit dem alten Porto zugestellt. Quelle: dpa

Drei Cent gespart: Einem Test zufolge werden Briefe auch mit dem alten Porto zugestellt.

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DüsseldorfDie Deutsche Post befördert Briefe, auch wenn diese nur mit dem alten Porto frankiert sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung, die das auf Servicequalität spezialisierte Institut Spectos im Auftrag von Handelsblatt Online durchgeführt hat. Demnach wurden 99 Prozent der Sendungen anstandslos zugestellt. Die Standardbriefe waren mit 55 Cent statt der seit Jahresbeginn erforderlichen 58 Cent frankiert.

„Das Ergebnis ist eindeutig“, sagt Nils Delater, Geschäftsführer von Spectos. Der Test zeige, dass die Deutsche Post für Briefe mit dem alten Porto von 55 Cent bisher nur in Einzelfällen eine Nachgebühr beim Empfänger verlange oder die Briefe an den Absender zurück schicke. „Wer sich also bisher die zusätzlichen drei Cent für Briefmarken gespart hat, dürfte kaum etwas bei der Zustellung gemerkt haben“, erklärt Delater.

Die Deutsche Post hatte zum 1. Januar 2013 das erste Mal seit 15 Jahren das Porto erhöht. Im Jahr 2003 hatte das Unternehmen auf Druck der Regulierer die Tarife im Schnitt um 4,7 Prozent senken müssen. Die Post begründet die jüngste Porto-Erhöhung mit einem sich verändernden wirtschaftlichen Umfeld. Steigende Kosten für Löhne und Sozialabgaben sowie eine gleichbleibende Qualität bei der Dienstleistung stünden sinkende Briefmengen gegenüber.

Im Schnitt erhöht das Unternehmen die Preise um 2,8 Prozent. So kostet ein Standardbrief bis 20 Gramm nun drei Cent, ein Maxibrief bis 1000 Gramm 20 Cent mehr. Erstmals beziffert der Bonner Logistikkonzern auch die erwarteten Mehreinnahmen durch die Portoerhöhung: 100 Millionen Euro sollen es übers Jahr gerechnet sein, sagte ein Sprecher zu Handelsblatt Online. Bislang galt die Zahl als Geschäftsgeheimnis.

Die Post verweist auf die Briefträger
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16 Kommentare zu "Deutsche Post: Drei Cent, die Sie sich sparen können"

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  • Ja, wenn es noch 55er Marken zu kaufen gäbe, dann wäre das ein Super-Geheim-Tipp (gewesen).

    Ein ganz normale Vorgehensweise der Post. Jede Kontrollroutine, die "wirken" würde, kostet mehr - et vice versa. Irgendwann sind die 55-Cent-Briefmarken vergriffen, und die Masse der Sendungen läuft ohnehin unter Nr. 58 ab. Wieder einer von diesen "Herr-Chefredakteur-ich-weiß-etwas"-Artikeln, die die Welt nicht braucht, aber offenbar HB neuerdings.

  • Was für ein Popanz um so ein unwichtiges Thema ....

  • Da haben wieder ein paar Leute ziemlich viel Langeweile.
    Anstatt sich zu freuen, dass die Deutsche Post mit guter Qualität und Kundennähe sehr kulant mit der Portoerhöhung umgeht, wird der Konsument für blöd dargestellt, wenn den Brief in den ersten 2 Monaten mit 3ct "zuviel" versandt hat.
    Das die Post ihr Vorgehen nicht so an die große Glocke gehangen hat und von einer offiziellen Übergangszeit gesprochen hat ist doch nur mehr als verständlich.
    Ich verstehe sowieso die Aufgeregtheit bzgl. der Portoerhöhung nicht.

  • Woher stammt die Angabe 100 Mio Einnahme bzw. ist diese Angabe tatsächlich eine verifizierbare Stellungnahme der Post?
    Auch wieder so was, wenn Journalisten mit Zahlen in Berührung kommen! Man hört was und plappert schon los.
    Die Post hat 400 Mio. Stück der 3-c-Marken gedruckt, macht nach Adam Riese 12 Mio Euro. Die Post wird, so kann schon ein einfaches Nachfragen an einem Schalter in einer gutgehenden Postbahnkfiliale in einer beliebigen 30-000-EW-Stadt zeigen, auch nicht mehr drucken, weil die Marken inzwischen kaum noch nachgefragt werden, denn die, die sie wegen der vielen in der Portokassse angehäuften 55-c-Marken brauchten, haben sich großzügig eingedeckt. Selbst wenn sie noch welche druckt, wie sollen zumal bei der Kulanz (die übrigens bei jeder Portoänderung in der Vergangenheit geübt wurde) dann noch die 100 Mio erreicht werden? Die Mailingfirmen brauchen den Winzling auch nicht. Erst recht nicht jene Postbenutzer, die von den 70 Mio Sendungen täglich den überübergrö0ten Teil überhaupt nicht mit Marken freimachen und statt dessen technisch leicht umstellbaren Freistempelmaschinen ode die DV-Freimachung nutzen! 3 C-Marken entfallen des weiteren bei den mittlerweile zahlreichen anderen markenlosen Freimachungen, wozu die täglich millionenfach genutzten Digitallabel in den fraglichen Postverkaufstellen gehören.

    So what?

    Bleibt nur noch und wieder einmal zu fragen, was für ein Luxusbetrieb die Deutschland-AG inkl Handelsblatt ist, die Geld, Zeit und wie sagt man dort Manpower aufbringen kann, ein Unternehmen mit einem solchen Test zu beauftragen. Was für ein Schmarrn! Soll man doch viel lieber mal Schmalz darauf verwenden, wieviel deutsches Geld pro Kopf deutscher Michel/Steuerzahler/Wahlvieh seit 2 Jahren (und schon länger) mit Ziel europäischer Süden alternativlos verbraten (veruntreut/gestohlen) wird, damit es zu keinem Krieg in Europa kommt (O-Ton Kohl-Schmidt-Schäuble-Trittin und angeschlossene Mehrheitskonsorten)!

  • So blöd. Jetzt guckt die Post nicht auf jeden Cent in der Übergangszeit und statt sich zu freuen und über die Servicefreundlichkeit der Post zu schreiben, werden die Leute zu illegaler Falschfrankierung aufgefordert. Das ist nicht in Ordnung, sich auf diese Art bei den Lesern einzuschleimen. Das ist der typisch miese: alles ist schlecht-Journalismus (finde ich). Die Nachricht, dass ein Unternehmen so kundenfreundlich ist, hätte man ohne Anstachelung zum Falschkleben auch positiv verpacken können.
    Das ist sooo doof!

  • So ein blöder Artikel. Statt sich darüber zu freuen, dass ein Staatsunternehmen nicht wie wild auf die Cent guckt, ruft man hier auch noch dazu auf, illegal zuwider zu handeln und sorgt mit dieser Anbiederung beim Leser dafür, dass die Post das schnellstens nachholt. So doof!

  • Man kann sich auch die gesamten 58 Cent sparen, indem man Absender und Empfänger vertauscht. Dann geht der Brief kostenlos an den "Absender" zurück, der in Wirklichkeit der Empfänger ist.

    Das zeigt doch eigentlich nur, wie rückschrittlich das ganze System ist. Im Prinzip müsste man einen Brief zurückhalten, bis das Porto beglichen ist. Doof nur, dass der Verwaltungsaufwand dabei grundsätzlich das Porto überschreitet - die Post wird also im Zweifelsfall immer kulant zustellen oder kostenlos zurückschicken. Denn eine Vernichtung wegen zu geringem Porto ist kaum mit dem Postgesetz vereinbar.

  • Da ist ein Unternehmen mal kundenfreundlich und kulant gegenüber seinen Kunden, und schon findet irgendein Lohnschreiber wieder das Sandkorn in der Eieruhr.
    Wenn wir eines in Deutschland nicht mehr brauchen, dann sind es Bankster, Polikiker, Parteien und Medien. Die Kirche kann auch gleich mit abtreten!

  • Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.
    sagte man früher..

    in diesem Sinne, schönes Wochenende

  • Große Studie, ja? Richtig investigativ, richtig relevant. Skandalpotenzial. Schon beim Kartellamt nachgefragt? Bundesnetzagentur? Die zuständigen Ministerien? Ich glaube, das Thema wird uns noch die kommenden Wochen erhalten bleiben. Für diese exklusiven Stories liebe ich das Handelsblatt!

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