Deutsche Post Post-Chef Appel bestätigt den Amazon-Deal

Auf der Hauptversammlung der Deutschen Post in Bochum bricht Frank Appel sein Schweigen über die Lebensmittel-Zustellung in Deutschland – eine Kooperation mit Amazon. Auch anderswo will er kräftig expandieren.
Update: 28.04.2017 - 13:32 Uhr Kommentieren
Der Bonner Konzern will sein Netz für Pakete ausbauen und dadurch Weltmarktführer der Logistik im Onlinehandel werden. Quelle: dpa
Deutsche Post mit großen Zielen

Der Bonner Konzern will sein Netz für Pakete ausbauen und dadurch Weltmarktführer der Logistik im Onlinehandel werden.

(Foto: dpa)

BochumErst gestern noch gab sich Amazon-Vizepräsident Mike Roth beim Thema Lebensmittelzustellung in Deutschland verschlossen. „Wir planen dieses Geschäft sehr langsam, und das ganz bewusst”, sagte der Manager aus Seattle dem Handelsblatt. „Ich kann noch nicht sagen, wann es kommt.”

Auf der Hauptversammlung der Deutschen Post hörte sich das am heutigen Freitag bereits ganz anders an. Erstmals berichtete dort Vorstandschef Frank Appel, dass die konzerneigene Zustelltochter „Allyouneed Fresh” für das US-Internetkaufhaus genau in diesem Geschäft tätig wird – und bestätigte damit eine Meldung des Handelsblatts vor wenigen Wochen.

Wo das Paket schon mit der Drohne kommt
DHL-Paketkopter 1.0
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Ihren Jungfernflug absolvierte die Paketdrohne der Deutschen Post am 9. Dezember 2013, allerdings ausschließlich mit Sichtkontakt. Bei einer Nutzlast von 1,2 Kilogramm ging es mit 43 Stundenkilometern bei Bonn über den Rhein. Nach einer Strecke von gerade einmal einem Kilometer war Schluss.

DHL-Paketkopter 2.0
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Im vierten Quartal 2014 testete die Deutsche Post eine verbesserte Drohne auf der Strecke zwischen der Nordseeinsel Juist und der Festlandstation Norddeich. Drei Monate lang beförderte das Fluggerät regelmäßig Arzneimittel über das Wattenmeer. Bei einer Maximalgeschwindigkeit von 43 Stundenkilometern legte der Paketkopter jeweils zwölf Kilometer zurück und transportierte dabei 1,2 Kilogramm.

DHL-Paketkopter 3.0
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Die dritte Generation ihres Paketkopters testete die Post-Tochter DHL von Januar bis März 2016 im bayerischen Reit im Winkl. Mittels einer speziell entwickelten Packstation, dem Parcelcopter SkyPort, konnten Privatkunden in Reit im Winkl und auf der Winklmoosalm ihre Pakete direkt per Paketkopter versenden und empfangen. Insgesamt wurden 130 autonome Be- und Entladungen bei diesem Projekt unternommen. Mit einer Nutzlast von zwei Kilogramm flog die Drohne bis zu 70 Stundenkilometer und überwand eine Flughöhe von 500 Metern.

UPS
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Der US-Paket- und Expressdienst UPS startete im September 2016 Tests für den kommerziellen Einsatz von Drohnen bei der Auslieferung. Ein erster Testflug brachte Medikamente mit einem Gewicht von 900 Gramm aus dem Großraum Boston auf die knapp fünf Kilometer vor der Küste liegende Insel Children‘s Island.

Amazon
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Das US-Internetkaufhaus Amazon arbeitet eigenen Angaben zufolge seit Ende 2013 an Plänen, rund zwei Kilogramm schwere Waren binnen einer halben Stunde mithilfe von Drohnen zu liefern. Mehrere Prototypen wurden präsentiert, Tests oftmals angekündigt, wie zuletzt in Großbritannien.

JD.com
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Der chinesische Online-Händler testet die Lieferung per Drohne derzeit in der Stadt Xi'an. Der Alibaba-Rivale hat ambitionierte Pläne: Ende 2017 sollen Drohnen die Pakete bereits auf 100 regulären Routen innerhalb Chinas ausliefern.

Zipline
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Mit Hilfe von Drohnen Leben retten will das Start-up Zipline. Seit August versorgen 15 Drohnen abgelegene Krankenhäuser in Ruanda mit Blutkonserven. Die Gründer testen das System in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium des afrikanische Landes.

Danach sollen frische Supermarktartikel meist noch am Bestelltag an Privathaushalte geliefert werden. Gekühlt wird mit Trockeneis, das die Ware bis zu 48 Stunden frisch hält.
Das ehemalige Start-up Allyouneed Fresh, von der Deutschen Post Ende 2012 übernommen, unterhält sein Zentrallager im westböhmischen Bor – es verspricht dennoch in Deutschland schon jetzt Zustellungen innerhalb weniger Stunden. „Unser Angebot hat Amazon gut angenommen”, freute sich Appel gegenüber seinen Aktionären.

Viele von ihnen dürften sich an diesem Freitag allerdings vorgekommen sein wie auf der Hauptversammlung eines Automobilkonzerns. Wer dem Aktionärstreffen im Bochumer Ruhr-Congress folgen wollte, hatte sich seinen Weg zunächst durch mehrere Elektroautos zu bahnen.

Neben dem gelben „Streetscooter”, der heute schon mit 2.600 Zulassungen über deutsche und niederländische Straßen fährt, präsentierte der Bonner Dax-Konzern erstmals auch Fahrzeugmodelle in weiß und rot – darunter einen Pritschenwagen, der für den Transport von Briefen und Paketen denkbar ungeeignet wäre.

„Bis Ende des Jahres werden wir die Kapazität in der Produktion von 10.000 auf 20.000 Fahrzeuge ausbauen”, klärte Vorstandschef Frank Appel in der Kongresshalle auf. „Und wir bieten unser Auto nun auch anderen an.” Kommunale Betriebe und strategische Partner seien bereits interessiert, erste Kunden sogar schon gefunden.

„Wollen wir nun der Tesla der Transportlogistik werden?”
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