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Deutsche Post

Frank Appel spart nicht mit Kritik an den eigenen Mitarbeitern.

(Foto: Reuters)

Deutsche Post Post-Chef Appel kritisiert in Mitarbeiterzeitschrift die eigene Belegschaft

Die Kundenbeschwerden nehmen zu, die Jahresziele wurden kassiert. Bei der Post ist die Stimmung getrübt. In einem Interview gießt Post-Chef Appel weiter Öl ins Feuer.
22.07.2018 - 13:40 Uhr Kommentieren

Düsseldorf Die Beschwerden über die Post häufen sich: Im ersten Halbjahr diesen Jahres sind bei der Bundesnetzagentur fast so viele Beschwerden über den Post-Bereich eingegangen wie im gesamten Jahr 2017. Rund 6000 schriftliche Beschwerden zählte die Behörde in den ersten sechs Monaten in Sachen Post-Dienstleistungen. Ein Rekord.

Im gesamten vergangenen Jahr lag die Zahl mit 6100 nur knapp darüber. Angesichts des stetig wachsenden Paketmarktes mit mehr als 3,3 Milliarden Zustellungen im vergangenen Jahr liegen die Beschwerdezahlen aber weiter auf niedrigem Niveau.

Die Nachricht trübt die Stimmung im Konzern dennoch. Zumal Post-Chef Frank Appel bereits im Juni die Ziele für das Jahr zurückschrauben musste.

Nach der Gewinnwarnung hatte sich Appel bedeckt gehalten. Nun äußerte er sich in der Mitarbeiterzeitschrift „Premium Post“. Seine Aussagen dürften in der Belegschaft jedoch nicht als Stimmungsaufheller wirken.

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    „Wir arbeiten nicht wirklich als ein Team – und das beziehe ich auf alle Ebenen“, zitiert die „Bild am Sonntag“ aus dem Interview mit Appel. Der Manager beließ es nicht bei der Kritik. So rief Appel zudem zu verstärkten Anstrengungen bei der Sanierung des kriselnden Brief- und Paketgeschäfts auf. „Jeder Einzelne muss Verantwortung für seinen Bereich übernehmen, Dinge infrage stellen und gegebenenfalls verändern“, erklärte der Post-Chef.

    Indirekt kritisierte Appel damit den kürzlich abgelösten Chef der Problemsparte, Jürgen Gerdes. „Wir haben in einigen Bereichen zu viele neue Ideen verfolgt“, kritisierte Appel, der seit 2008 Vorstandsvorsitzender der Post ist. „Unsere Organisation ist in Teilen zu kompliziert aufgestellt.“ Abschließend gab sich Appel versöhnlich: „Unsere Mitarbeiter leisten jeden Tag hervorragende Arbeit. Deshalb werden wir das hinbekommen.“

    Im Juni hatte Gerdes nach einer Gewinnwarnung im früher von ihm verantworteten Paket- und Briefgeschäft seinen Hut nehmen müssen. Statt der angepeilten 1,5 Milliarden Euro, die man zuvor als Betriebsgewinn (Ebit) für die Sparte „Post – eCommerce – Parcel“ (PeP) erwartet hatte, werden es in diesem Jahr demnach nur noch 1,1 Milliarden Euro sein.

    Auch im Gesamtkonzern sei nun nicht mehr mit einem Ebit von 4,15 Milliarden Euro zu rechnen. Stattdessen stellte Appel nur noch 3,2 Milliarden Euro in Aussicht.

    • HB
    • dpa
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