Deutsche Post und Co. Die Suche nach dem heiligen Liefer-Gral

Erst eine Rheinüberquerung, dann zur Insel Juist – und nun ab auf die Alm: Neben der Post testen auch andere Logistikkonzerne den Einsatz von Paketdrohnen. Vor allem der Onlinehandel lechzt nach neuen Zustelloptionen.
Eine Paket-Drohne der Deutschen Post DHL. Post und Onlinehandel suchen nach immer innovativeren Zustellungsmöglichkeiten. Quelle: dpa
Paketkopter

Eine Paket-Drohne der Deutschen Post DHL. Post und Onlinehandel suchen nach immer innovativeren Zustellungsmöglichkeiten.

(Foto: dpa)

BonnSchnelle Lieferung, passgenaue Zustellung – zufriedene Gesichter der Kunden. Und wenn die Zeitnot groß ist, erledigt eine Drohne den Job. Die Paketdienstleister sind die wichtigsten Akteure im boomenden Onlinehandel. Die Branche gehört seit Jahren zu den Wirtschaftsbereichen, in denen es unaufhaltsam nach oben geht. Und wenn Post-Chef Frank Appel in wenigen Tagen die Bilanz 2015 vorlegt, steht das boomende Paketgeschäft wieder auf der Habenseite.

Der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK), der die Post-Konkurrenten vertritt, rechnet in diesem Jahr über alle Sparten mit einem Zuwachs von rund fünf Prozent. Ein überdurchschnittliches Wachstum verbuchen dabei die Paketsendungen an private Haushalte, hat die Kölner Beratungsgesellschaft Consult KE Ende vergangenen Jahres in einer Marktstudie im Auftrag des BIEK festgestellt.

Einen Schub hat der Onlinehandel mit der Ausweitung der mobilen Kommunikation erhalten. Nicht mehr nur per Mausklick vom heimischen Computer aus bestellen Kunden Waren. Mittlerweile ordern sie auch über das Smartphone von unterwegs aus Bücher, Kleidung oder Haushaltsgeräte. Dabei müssen die Paketzusteller nicht nur Kapazitäten ausweiten, sondern auch mit neuen Zustelloptionen die Wünsche einer immer anspruchsvoller werdenden Kundschaft bedienen.

Paketshops und Packstationen sind zwar weiterhin das Rückgrat der Zustellernetze, doch sie werden inzwischen ergänzt durch eine Fülle neuer Formen und Formate: Seit fast zwei Jahren vermarktet die Post nun schon die Paketkästen, die Briefchef Jürgen Gerdes einmal als „größte Erfindung seit dem Briefkasten“ bezeichnete. Die Wettbewerber gehen voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte mit der Unibox an den Start.

Das kauften Verbraucher 2015 im Internet
Online-Handel
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Bequem vom Sofa aus rund um die Uhr shoppen: Online einkaufen gewinnt seit langem an Beliebtheit und auch in diesem Jahr hielt der Wachstumstrend an. 52,8 Milliarden Euro – so viel haben Verbraucher einer Prognose des Centre for Retail Research zufolge 2015 für Bestellungen im Internet ausgegeben. Das Schnäppchen-Portal mydealz.de hat 60 Millionen von ihm im Jahresumlauf vermittelte Transaktionen unter die Lupe genommen. Auf diese Weise haben die Experten ermittelt, welche Produkte besonders hoch in der Gunst der Konsumenten standen, wann sie am meisten online einkauften, und wie sehr mobile Endgeräte zum Umsatz beigetragen haben.

Quelle: mydealz.de/Centre for Retail Research

Der Umsatz steigt
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Der Umsatz für Online-Händler ist in diesem Jahr deutlich gestiegen, nämlich 23,1 Prozent gegenüber 2014. Somit trugen Internetkäufe 11,6 Prozent zum gesamten Handelsumsatz bei.

Deutsche als Zweitplatzierte
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Die Deutschen sind in Sachen Online-Shopping vorne dabei: Pro Kopf gaben deutsche Verbraucher 654,84 Euro beim Einkauf im Internet aus. Damit liegt Deutschland beim Online-Einkauf aber an zweiter Stelle. Platz eins belegen die internetaffinen Briten, die pro Person Waren im Wert von umgerechnet 964,74 Euro bestellten. Auf Platz drei landen die Franzosen mit 553,23 Euro.

Was wird am meisten gekauft?
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Am meisten werden Elektronik, Mode und Haushaltsbedarf per Mausklick gekauft. 18,8 Millionen von mydealz vermittelte Konsumenten kauften Fernseher, Smartphones oder Spielekonsolen im Netz. Im Vergleich zu 2014 legte der Online-Handel mit Elektroprodukten damit um 4,3 Prozent zu. 9,7 Millionen (Anstieg um 11,3 Prozent) shoppten Schuhe, Jeans oder Pullover online und 7,7 Millionen Verbraucher (Anstieg um 18,2 Prozent) entschieden sich für Waren wie Geschirr, Handtücher oder Küchenmesser.

Lebensmittel im Internet
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Bislang erledigen nur Briten und Franzosen ihre Wochenendeinkäufe vom Schreibtisch aus. Doch auch deutsche Verbraucher schieben nicht mehr länger Einkaufswagen durch Supermärkte. Lebensmittel rangieren bei mydealz.de 2015 erstmals unter den Top Fünf der am stärksten nachgefragten Produkte.

Obst und Gemüse per Klick
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Insgesamt kauften 2,87 Millionen Konsumenten Kaffee, Schokolade, Wein oder Spirituosen im Internet. Während die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 24,5 Prozent (2014: 1,1 Milliarden) gestiegen ist, rechnet die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit einem Wachstum von mehr als sieben Milliarden Euro im Jahr 2024.

Einsatz von mobilen Endgeräten
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31,6 Prozent der 275 Millionen Besucher, die sich 2015 mithilfe von mydealz.de über Angebote von Online-Shops und lokalen Händlern informiert haben, riefen das Portal über mobile Endgeräte auf — 6,6 Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr. Der Einkauf über Smartphones und Tablets verdoppelte sich sogar.

Beide Kästen haben einen unschätzbaren Vorteil: Die Zustellung gelingt immer auf Anhieb. Das spart Kosten und schont die ohnehin dünnen Margen in einer Branche, in der hart um Marktanteile gerungen wird. Ähnlich sicher ist die Zustellung über den Paketbutler – eine abschließbare Tasche, die an der Wohnungstür befestigt wird und von der Telekom entwickelt wurde.

Die Digitalisierung hat viele Möglichkeiten der Zustellung geschaffen. So drängen immer neue Service-Varianten auf den Markt: Zustellung ins Büro oder am gleichen Tag, Adressumleitung, Abgabe beim Nachbarn und Anlieferung in einem festen Zeitfenster, Sendungsverfolgung oder Steuerung der Zulieferung über das Internet. Der Onlineriese Amazon erwägt angeblich eine Paketzustellung in Deutschland innerhalb von 90 Minuten nach Bestellung.

Drohnen sollen nicht zur Regel werden
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