Deutscher Einzelhandel Händler erzielen höchstes Plus seit 21 Jahren

Der deutsche Einzelhandel hat 2015 das sechste Jahr in Folge zugelegt – und das so stark, wie zuletzt vor 21 Jahren. Doch auch die schönsten Zuwachszahlen verblassen gegen die der Internet- und Versandhändler.
Der deutsche Einzelhandel hat so stark zugelegt wie zuletzt vor 21 Jahren. Quelle: dpa
Gute Geschäfte

Der deutsche Einzelhandel hat so stark zugelegt wie zuletzt vor 21 Jahren.

(Foto: dpa)

BerlinDie deutschen Einzelhändler haben im vergangenen Jahr das höchste Umsatzplus seit 21 Jahren erzielt. Preisbereinigt stieg der Umsatz des Einzelhandels 2015 um 2,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Seit 1994 habe es keine höheren preisbereinigten Umsatzsteigerungen im Vergleich zum Vorjahr gegeben.

Beflügelt worden sei der Konsum vor allem durch den Anstieg der Beschäftigung, das reale Lohn-Plus und die niedrige Inflation, erklärte der Handelsverband Deutschland (HDE). Er verzeichnete 2015 sogar ein Umsatzplus von nominal 3,1 Prozent, weil er im Gegensatz zum Statistischen Bundesamt nicht die Umsätze von Tankstellen, Apotheken und des Kfz-Bereichs erfasst.

Der Verband erwartet auch für das laufende Jahr ein Wachstum um zwei Prozent, wie HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth in Berlin sagte. Dazu werde neben dem positiven Konsumumfeld auch die zunehmende Digitalisierung des stationären Einzelhandels beitragen.

Der Internet- und Versandhandel war auch 2015 der große Gewinner mit einem satten Umsatzplus von neun Prozent, wie die Statistiker mitteilten. Mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren erzielten die Händler demnach ein Umsatzplus von 2,3 Prozent.

Der Umsatz mit Bekleidung, Schuhen und Lederwaren stagnierte hingegen. Dafür legte der Umsatz mit Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen sowie Haushaltsgeräten und Baubedarf um 2,4 Prozent zu.

Auch Apotheken verzeichneten den Statistikern zufolge ein Umsatzplus von 3,3 Prozent mit kosmetischen, pharmazeutischen und medizinischen Produkten. Der Umsatz mit Büchern und Schmuck stieg 2015 um 2,9 Prozent.

Gleichzeitig lag der Einzelhandelsumsatz das sechste Jahr in Folge über dem des Vorjahres, und zwar sowohl real, also unter Berücksichtigung der Inflation, als auch nominal (2,8 Prozent). 2010 hatten die Umsätze des Einzelhandels laut Statistik real um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugelegt, 2011 noch 1,1 Prozent.

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CCC
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Insgesamt gibt es 475 Einkaufszentren in Deutschland – und es werden immer mehr. Zu den Shooting Stars in den zwölf Shopping Centern, die im vergangenen Jahr neu in Deutschland eröffneten, gehört CCC. Das polnische Unternehmen ist mit gleich vier Läden vertreten. Das Unternehmen, das in Polen mit hunderten Läden unter verschiedenen Marken erfolgreich ist, bietet Schuhe im Discountstil wie Deichmann an, zum Beispiel in Aquis-Plaza in Aachen und im Werk-Statt Limburg.

Quelle: EHI-Shopping-Center-Report

Reserved
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Mit insgesamt drei Läden startete „Reserved“ in den neuen deutschen Shopping Malls. Das polnische Unternehmen verkauft junge Mode für junge Frauen, unter anderem die Kollektion von Model und Mick-Jagger-Tochter Georgia May Jagger, und ist in etwa vergleichbar mit dem viel größeren Konzern H&M aus Schweden. Im Einkaufszentrum „Minto“ in Mönchengladbach, das mit einem hochwertigeren Angebot punkten will, belegt „Reserved“ gleich zwei Etagen.

Fynch-Hatton
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Die Marke hört sich very british an, kommt aber aus Mönchengladbach. Das Label ist nach dem britischen Abenteurer Denys Finch-Hatton benannt. Bisher verkaufte das Unternehmen seine hochwertige Herrenkleidung für junge Männer ab etwa 30 Jahren vor allem in sogenannten Shop-in-shops bei seinen Handelspartnern. Jetzt wagt sich „Fynch-Hatton“ mit zwei eigenen Läden in große Einkaufsmeilen wie in das „Minto“ in Mönchengladbach.

Quelle: Minto.de

Chisu
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Der Textilhändler aus Ransbach-Baumbach in Rheinland-Pfalz importiert Designermode aus Italien und Frankreich. Er will sich mit wöchentlich wechselnden Kollektionen von der Masse im Modemarkt abheben. Das erst 2006 gegründete deutsche Unternehmen setzt auf ein Franchise-Konzept und hat ehrgeizige Ziele: Es will bis 2021 mit etwa 450 Chisu-Boutiquen mehr als 110 Millionen Euro umsetzen, zum Beispiel im Forum Hanau.

Sergent Major
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Die französische Kindermodemarke „Sergent Major“ ist im vergangenen Jahr in zwei neuen Einkaufsmeilen gestartet – unter anderem im Einkaufszentrum Neuer Markt in Neumarkt/Oberpfalz. Sie wirbt mit detailreicher und fantasievoller Mode für ganz junge Kunden. Das Unternehmen setzte 2014 nach Angaben des Fachmagazins Textilwirtschaft 2014 mit 550 Verkaufspunkten rund 215 Millionen Euro um.

Superdry
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Die britische Marke mit dem japanischen Touch hat große Expansionsziele. CEO Euan Sutherland will vor allem in Deutschland stark wachsen – der zweitwichtigste Markt nach dem Heimatmarkt Großbritannien. Superdry ist eine junge Marke, erst zwölf Jahre alt, und setzt auf ein schnörkelloses Design für Freizeitmode, das stark an den japanischen Purismus erinnert. Sie ist gleich in drei der neuen Shoppingcenter vertreten, zum Beispiel im „Minto“ in Mönchengladbach. Und folgende bekannten Label wachsen weiter...

Orsay
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Das Unternehmen, vor 40 Jahren in Baden-Württemberg gegründet, gehört zur französischen Mulliez-Gruppe. Es verkauft Mode für junge Frauen in 26 Ländern Europas und expandiert weiter. Es hat in sechs der neuen Shopping-Center neue Läden eröffnet, wie in der Holsten-Galerie in Neumünster.

2012 und 2013 kletterten die Umsätze dagegen nur jeweils minimal um 0,1 Prozent. 2014 legten sie wieder um 1,2 Prozent zu.

Von der guten Entwicklung des Einzelhandels profitierten laut HDE auch die Beschäftigten. So seien im vergangenen Jahr mehr als 60.000 zusätzliche sozialversicherungspflichtige Stellen geschaffen worden. Dabei sei davon auszugehen, dass ein großer Teil der Minijobs in sozialversicherungspflichtige Jobs umgewandelt worden sei, sagte Genth. Wie viele Minijobs genau umgewandelt wurden, konnte der HDE nicht sagen.

  • afp
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