Discounter in Australien Wie Aldi einen Kontinent umkrempelt

Aldi wird in Australien für immer mehr Verbraucher zum Teil ihres Alltags. Mit seinem Konzept, gute Ware billig anzubieten, verändert das Unternehmen das Kaufverhalten der Kunden. Die Konkurrenz muss nachziehen.
Der Discounter hat Australien im Sturm erobert. Quelle: Reuters
Aldi-Filiale in Sydney

Der Discounter hat Australien im Sturm erobert.

(Foto: Reuters)

CanberraGoogle, Youtube, Aldi und dann erst mal Apple: Auf der jüngst veröffentlichten Hitliste der bekanntesten australischen Markennamen kommt die Supermarkkette mit mehr als einem Jahrhundert Geschichte erst an fünfter Stelle. Noch bedenklicher für den Einzelhandel down under: Woolworths, der Platzhirsch der Branche, schaffte es nicht mal unter die ersten Zehn.

Seit Aldi 2001 in Australien den ersten Laden eröffnet hatte, expandiert der Discounter mit atemberaubender Geschwindigkeit. Inzwischen können Australierinnen und Australier in 395 Filialen einkaufen, weitere 65 Läden und die Ausdehnung in andere Landesteile sind geplant.

Das Verkaufsprinzip der Aldi-Läden in Australien ist dasselbe wie in Deutschland: ein begrenztes Dauerangebot von Produkten hoher Qualität zu geringem Preis, ergänzt durch wöchentliche Sonderangebote aus dem Food- und Non-Food-Bereich. Zwar testet Aldi in Australien ein „gehobenes“ System des Verkaufs – bessere Beleuchtung, attraktivere Auslagen. Sonst aber ist die Einrichtung der Läden dieselbe wie in Deutschland. Effizienz geht über alles: Die Ware kommt auch in Australien direkt aus der Kiste.

Coles und Woolworths hatten den Neuankömmling aus Deutschland jahrelang nicht ernst genommen. Inzwischen ist den beiden Unternehmen das Lachen vergangen. Denn Aldi sägt hart am Quasi-Duopol. Je nach Landesgegend kontrolliert der Discounter heute zwischen 12 und 14 Prozent des Lebensmittelmarktes.

So sieht der Edel-Aldi aus
Kirchseeon nahe München
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Aldi Süd testet ein neues Ladendesign. In Kirchseeon nahe München hat der Discounter dafür im November 2015 einen Konzeptmarkt eröffnet. Halb Flaggschiff-Filiale, halb Handelslabor enthält der Markt all jene Elemente, die Aldi Süd sonst allenfalls einzeln und an unterschiedlichen Standorten testet.

Eingangsbereich
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Schon der Eingangsbereich ist ungewohnt. Durch eine breite Glasfront flutet Licht. Neben dem Eingang zeigt ein digitales Werbedisplay aktuelle Aktionsangebote sowie lokale Informationen wie eine Wettervorhersage.

Sitzbank
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Vor oder nach dem Einkauf können shoppingmüde Kunden ihre Kräfte auf der Sitzbank sammeln und sich an einem Kaffee aus dem Automaten laben. Einen Euro kostet die Aldi-Heißgetränkekreation.

Neue Fliesen und Holzoptik
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Der Markt selbst ist heller und freundlicher gestaltet als ältere Filialen. Neue Fliesen und Holzoptik an Deckenstreben und Rückwänden prägen das Bild.

Rezeptvorschläge
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Zu den Neuerungen, die Aldi Süd hier testet, zählt ein Automat, der auf Knopfdruck Zutatenlisten für Rezepte ausdruckt, die sich mit Aldi-Produkten kochen lassen. Auch die Schriftzüge etwa am Weinregal wurden überarbeitet.

Backwaren
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Backautomaten gibt es nahezu flächendecken in fast allen Aldi-Filialen. Allerdings wurde der Brötchengeber im Konzeptmarkt optisch etwas – nun ja – aufgebrezelt.

Kühle Getränke und Snacks
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Neben dem Backautomaten steht ein Kühlgerät für Getränke und Snacks wie Salate und Sandwiches.

Gleichzeitig verändern die Deutschen das Verkaufsverhalten australischer Verbraucher, und das zur Frustration der Etablierten. Erst führte Aldi auf allen Produkten Preiseinheiten ein – den Preis pro 100 Gramm oder 100 Milliliter – um Verbrauchern den Preisvergleich zu erleichtern. Coles und Woolworths wehrten sich verzweifelt, aber erfolglos.

Siegeszug der Billigwaren
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