Discounter Lidl wehrt Klage in den USA ab

Lidl expandiert in die USA – und hatte zum Start gleich Ärger mit dem Konkurrenten Kroger. In dem Markenrechtsstreit hat der US-Konkurrent nun eingelenkt. Nach dem Sieg hat Lidl hat große Pläne.
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Lidl wehrt Klage in den USA ab. Quelle: dpa
Start in Amerika

Lidls Amerika-Chef Brendan Proctor (links) und Virginias Wirtschaftsminister Todd Haymore eröffnen in Virginia Beach den ersten Lidl-Lebensmittelmarkt in den USA.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Discounter Lidl hat sich im Rechtsstreit mit der US-Supermarktkette Kroger durchgesetzt. Der Konkurrent hat seine Klage wegen angeblicher Markenrechtsverletzung bei einer Eigenmarke zurückgezogen. „Wir können bestätigen, dass der Fall beigelegt ist“, sagte ein Lidl-Sprecher dem Handelsblatt auf Nachfrage. Damit könne sich der Discounter wieder auf die Expansion und Eröffnung weiterer Filialen auf dem amerikanischen Markt konzentrieren.

Ende Juni, kurz nachdem Lidl in den USA gestartet war, hatte Kroger den deutschen Händler wegen angeblicher Markenrechtsverletzung verklagt. Nach Ansicht des US-Unternehmens war die Lidl-Eigenmarke „Preferred Selection“ dem Kroger-Label „Private Selection“ zu ähnlich. Hätte sich Kroger durchgesetzt, wäre Lidl ein Millionenschaden entstanden. Rund 160 der etwa 3000 Produkte, die Lidl in den USA verkauft tragen die Marke „Preferred Selection“.

Bei diesen Händlern kauft die Welt ein
Platz 92: Otto
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Die Otto Group ist auf Rang 92 der kleinste deutsche Händler in der Rangliste der 250 größten Handelsunternehmen. Im Jahr 2015 hatte der Konzern einen Einzelhandelsumsatz von 10,6 Milliarden Dollar erzielt. Die 250 Händler in der nun veröffentlichten Studie der Beratungsgesellschaft Deloitte kamen zusammen auf einen Umsatz von 4,3 Billionen Dollar.

Quelle: Deloitte Global Powers of Retailing 2017

Platz 22: Rewe
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Auf dem 22 Rang steht Rewe mit einem Einzelhandelsumsatz von 43,6 Milliarden Dollar. Die Supermarktkette besitzt Filialen in insgesamt elf Ländern.

Platz 18: Edeka
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Obwohl die Supermarktkette nur in Deutschland vertreten ist, schneidet das Unternehmen besser ab als Rivale Rewe. Edeka landet im aktuellen Ranking mit einem Einzelhandelsumsatz von 52,5 Milliarden Dollar auf dem 18 Platz.

Platz 13: Metro AG
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Der Handelskonzern hat Filialen in 31 Ländern und erzielte im Einzelhandel einen Umsatz von 68 Milliarden Dollar. Für die Top Ten reicht das aber nicht mehr. Das deutsche Unternehmen fiel von Rang acht auf Rang 13 zurück. Schuld daran waren der Verkauf von Kaufhof und der Rückzug aus dem Großhandelsgeschäft in mehreren Ländern.

Platz 10: Amazon
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Obwohl die US-amerikanische Firma eigentlich ein Internetunternehmen ohne Verkaufsläden ist, schafft sie es in die Top Ten. Amazon ist mit einem Umsatz von 79,3 Milliarden Dollar die Nummer zehn der größten Einzelhändler der Welt.

Platz 9: Tesco
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Englands größte Supermarktkette ist der größte Verlierer in den Top Ten. Mit einem Einzelhandelsumsatz von 81 Milliarden Dollar landet sie gerade noch auf Platz 9. Im Jahr 2015 ist der Umsatz um fast 13 Prozent abgestürzt. Das Unternehmen ist in insgesamt zehn Ländern vertreten.

Platz 8: Aldi
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Nur wenn man ihren Umsatz zusammenzählt, erreichen Aldi Süd und Aldi Norddie Top Ten der größten Einzelhändler der Welt. Doch sie schaffen ein Kunststück, das kein anderer Händler zustande bringt: Sie erwirtschaften zwei Drittel ihres geschätzten Umsatzes von 82,2 Milliarden Dollar im Ausland. In 17 Ländern sind sie aktiv.

Doch schon in erster Instanz hatte ein Richter in Richmond im Bundesstaat Virginia die Klage abgelehnt. Die Ähnlichkeit sei nicht so groß, dass eine Verwechslungsgefahr bestehe, hieß es zu Begründung. Lidl hatte immer heftig dementiert, Kroger kopieren zu wollen.

Nun haben Lidl und Kroger ein gemeinsames Papier beim Eastern District Court in Richmond eingereicht, in dem sie die Einstellung des Verfahrens beantragen. Da der Richter diesem bereits stattgegeben hat, heißt das, dass der Rechtsstreit endgültig beigelegt ist. Beide Parteien müssen ihre Gerichtskosten selber tragen. Ob es weitere außergerichtliche Vereinbarungen oder gar Zahlungen gegeben hat, ist nicht bekannt.

Lidl hat damit wieder den Rücken frei für den ehrgeizigen Ausbau seines Netzes in den USA, den das Unternehmen selber als „bisher großen Erfolg“ bezeichnet. Ende dieser Woche wird der Discounter 30 Filialen in fünf US-Bundesstaaten betreiben. Damit ist das Expansionstempo noch höher als ursprünglich angekündigt.

Der Plan sieht vor, in den kommenden fünf Jahren im Schnitt 100 Läden pro Jahr zu eröffnen. Nach Schätzungen des auf Handel spezialisierten Marktforschers Planet Retail wird der Discounter in den USA in nur fünf Jahren auf einen Umsatz von umgerechnet 5,2 Milliarden Euro kommen.

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