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Discounter modernisiert Filialen Aldi will 3,5 Milliarden Euro investieren

Aldi Süd startet das größte Investitionsprogramm der Firmengeschichte: 3,5 Milliarden Euro will der Discounter bis 2019 ausgeben – das meiste Geld fließt in die Modernisierung der Filialen.
Update: 03.11.2017 - 12:50 Uhr Kommentieren
Der Discounter will Milliarden in die Modernisierung seiner Filialen stecken.
Aldi Süd

Der Discounter will Milliarden in die Modernisierung seiner Filialen stecken.

Mülheim/Ruhr Schönere Läden, mehr Service und ein vielfältigeres Angebot: Deutschlands Supermarktketten und Discounter investieren zurzeit Milliarden in ihre Geschäfte, um sich im harten Wettbewerb zu behaupten. Ganz vorne dabei ist Deutschlands Discount-Marktführer Aldi.

Aldi Süd plant nach eigenen Angaben derzeit das „größte Investitionsprogramm der Firmengeschichte“. Insgesamt will der Billiganbieter bis 2019 in Deutschland rund 3,5 Milliarden Euro investieren, um seine knapp 1900 Läden aufzuhübschen und sein Angebot attraktiver zu machen, wie ein Firmensprecher am Freitag ankündigte. Zuvor hatte die „Lebensmittel Zeitung“ über die Pläne berichtet. „Wir geben mehr Gas, weil wir sehen, dass die Modernisierung der Läden und die Erweiterung des Sortiments bei den Kunden gut ankommt“, meinte der Sprecher.

Das Schwesterunternehmen Aldi Nord hatte bereits im Sommer seine Pläne bekannt gemacht, weltweit mehr als 5 Milliarden Euro in die Modernisierung seines Filialnetzes zu stecken. Allein in Deutschland sollen in den kommenden Jahren alle rund 2300 Märkte ein helleres und freundlicheres Aussehen bekommen. Vor allem das Angebot an frischer Ware wie Obst und Gemüse, sowie an Fleisch und Fisch wird ausgebaut.

Tatsächlich scheint Aldi nach schwächeren Jahren zurzeit wieder zu alter Stärke zurück zu finden. In den ersten acht Monaten dieses Jahres steigerte der Discounter nach Berechnungen des Marktforschungsunternehmens GfK seine Umsätze um 6,8 Prozent und wuchs damit mehr als doppelt so schnell wie der Konkurrent Lidl oder die Supermärkte insgesamt. Aldi profitierte dabei nicht zuletzt von der Aufnahme zahlreicher Markenartikel in sein Angebot. „Vor allem bei den Discountern wurde teurer eingekauft. Sie haben ihre Sortimente qualitativ teils kräftig aufgewertet, um neue Käufer anzusprechen“, beobachtete die GfK.

Doch auch Edeka, Rewe und Lidl greifen zurzeit tief in die Tasche, um ihre Geschäfte attraktiver zu machen. Die Schwarz-Gruppe, zu der neben Lidl auch Kaufland gehört, plant in diesem Jahr nach Informationen der „Lebensmittel Zeitung“ weltweit Investitionen von rund 7 Milliarden Euro. Rewe will in diesem Jahr rund 1,7 Milliarden Euro ausgeben, um sein Ladennetz in Europa zu verbessern - mehr als 900 Millionen Euro davon in Deutschland. Und Rivale Edeka investiert im laufenden Jahr nach eigenen Angaben sogar rund 1,9 Milliarden Euro in Märkte, Logistik und Produktionsbetriebe.

So sieht der Aldi der Zukunft aus
Tageslicht und Holz
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Der Aldi-Süd-Kunde wird seinen Laden bald kaum wiedererkennen: Tageslicht und Holzverkleidungen sorgen für eine freundliche Atmosphäre. In drei Jahren soll jede Aldi-Süd-Filiale in Süd- und Westdeutschland so aussehen.

(Foto: dpa)
Die Paletten verschwinden
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Die Paletten sind verschwunden, aufgeräumt stehen die Waren in Regalen, der Obst- und Gemüsestand mit hellgrünen Lampen erinnert an einen Marktstand. Hinter der holzverkleideten Kasse warten Kaffeeautomat und Sitzbank.

(Foto: dpa)
Billig allein reicht nicht mehr
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„Für die Kunden sind neben dem Preis viele andere Faktoren wichtig geworden“, sagt Geschäftsführerin Jeanette Thull am Mittwoch bei der Vorstellung der „Filiale der Zukunft“ in Unterhaching bei München.

(Foto: dpa)
Entspannte Atmosphäre
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Das Sortiment ist schon schrittweise verändert worden – jetzt bekommen alle Läden eine Schönheitskur verpasst. „Der Kunde sucht Ruhe, Entschleunigung, ein schönes Ambiente auch beim Discounter“, sagt Thull. „Wichtig war, eine entspannte Atmosphäre zu erzeugen, wie es der Kunde vom Vollsortimenter kennt.“

(Foto: dpa)
Kunden geben mehr Geld aus
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Beim Einkauf von Lebensmitteln geben die Deutschen heute mehr Geld aus. Von Neujahr bis Ostern stiegen die Umsätze der Supermärkte um 3,8 Prozent – die Discounter legten nur um 2,9 Prozent zu. Immerhin sind sie damit wenigstens wieder „im grünen Bereich, wo vor zwölf Monaten noch ein rotes Minus stand“, teilte der Markforscher GfK mit.

(Foto: dpa)
Abschied von den Preisplakaten
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In der „Filiale der Zukunft“ leuchten LED-Strahler taghell, die Gänge sind breit. Neu sind auch ein eigenes Snackregal mit Sandwiches, Salaten und gekühlten Getränken sowie Kundentoiletten. Die von der Decke hängenden Preisplakate sind Vergangenheit. Die neuen Schilder sind am Regal befestigt und aus Papier, aber noch nicht elektronisch. Zu teuer, sagt Thull. Bezahlen kann der Kunde schnell im Vorbeigehen, kontaktlos mit Smartphone oder EC-Karte.

(Foto: dpa)
Unterschiede verschwimmen
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„Die Unterschiede zwischen Discounter und Supermarkt verschwimmen“, sagt Handelsverbandsmann Ohlmann. Aldi habe Nachholbedarf und passe sich den Trends an, meint auch GfK-Experte Wolfgang Adlwarth. Der Kunde wolle schnell und günstig einkaufen in einer angenehmen Atmosphäre: „Er will heute nicht mehr zwischen ollen Paletten rumkrabbeln.“ Aber es gibt Grenzen.

(Foto: dpa)

Denn der Wettbewerb im Lebensmittelhandel ist hart, und er dürfte durch den Einstieg von Online-Händlern wie Amazon in den nächsten Jahren noch härter werden. Für die Kunden ist das durchaus vorteilhaft. Denn die Konkurrenz macht es den Händlern schwerer, die Kosten für die Filial-Kosmetik an die Kunden weiterzugeben.

Ein Aldi-Süd-Sprecher betonte jedenfalls, die aufwendige Modernisierung der Läden werde keine Auswirkungen auf die Preise haben. Die Preispolitik und das Preisniveau würden nicht verändert. Um die Investitionen zu finanzieren, werde Aldi Süd stattdessen „für einen gewissen Zeitraum eine gebremste Ergebnisentwicklung in Kauf nehmen“.

  • dpa
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