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Discounter Wie Lidl, Aldi und Penny die Musikfestivals rocken

Zum Start der Festival-Saison brechen die Discounter aus ihrer üblichen Routine aus: Mit großen Pop-up-Stores wollen sie junge Kunden gewinnen.
  • Clara Färber
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Immer mehr Handelsketten sind durch Shops mit einem speziell zugeschnittenen Sortiment auf Musikfestivals vertreten. Quelle: Unternehmen
Festival-Store von Aldi

Immer mehr Handelsketten sind durch Shops mit einem speziell zugeschnittenen Sortiment auf Musikfestivals vertreten.

(Foto: Unternehmen)

Düsseldorf Am Pfingstwochenende startet mit den Zwillingsfestivals Rock am Ring und Rock im Park die Festivalsaison 2019. Doch dafür reisen nicht nur Musiker aus aller Welt zum Nürburgring und nach Nürnberg, auch der Discounter Lidl will mit riesigen Pop-up-Stores die Besucher auf dem Festivalgelände begeistern. Die rund 150 Mitarbeiter sorgen am Nürburgring bis 2 Uhr morgens für die Versorgung, bei Rock im Park ist der „Rock Store“ sogar rund um die Uhr geöffnet.

Junge Kunden stehen auf Individualismus und Erlebnis, Discounter eigentlich eher für uniforme Filialen mit grauen Wänden und minimalistischem Warenangebot. Trotzdem sind immer mehr Handelsketten durch Shops, doppelt so groß wie herkömmliche Filialen, mit einem speziell zugeschnittenen Sortiment auf Musikfestivals vertreten. Hier wollen sie jüngere Kunden für sich gewinnen und präsentieren sich als frisch und innovativ.

Lidl ist kein Einzelfall, fast alle Discounter wollen auf die Festivals. Der Aufwand für diese Shops ist immens: Aldi Nord beispielsweise karrt mit großen Trucks 2500 Paletten mit Waren zum Deichbrand Festival. 36 Tonnen Eiswürfel, 58.000 Brötchen und 167.000 Getränkedosen liegen in den Regalen.

Die Discounter sehen diesen Aufwand als große Chance. Sie wollen dort ihre Flexibilität, Dynamik und ihren Zeitgeist unter Beweis stellen. Ihr Ziel: das Firmenimage zu verjüngen und zu modernisieren. Entsprechend ungewöhnlich ist auch ihr Marketing und das Angebot. So bieten sie nicht nur Grillwürstchen und Bier an, sondern beispielsweise auch Campingzubehör, Einmalgrills und Deo. „Wir haben ein eigenes Festival-Sortiment zusammengestellt“, bestätigt Marc Powelz, Einkaufsmanager bei Aldi Süd.

Die Expertise der Discounter, große Mengen an kleinen, spezialisierten Sortimenten zu vertreiben, passt also gut in das Festivalkonzept. Im vergangenen Jahr wurden etwa im XXL-Aldi-Nord-Markt auf dem Deichbrand Festival 78.000 Einkäufe innerhalb von 65 Öffnungsstunden registriert – bei 60.000 Festivalbesuchern.

Aber die Händler bieten nicht nur Waren an. Aldi Nord verspricht den Besuchern des Deichbrand Festivals eine Chill-out-Area und ein Fahrradtaxi. Lidl bietet einen Vorabbestellservice, Aldi Süd wirbt mit einem begehbaren Kühlschrank. Penny hat sogar ein Penny Camp mit fertig aufgebauten Zelten und Schlafplätzen. Das Angebot ist nicht nur auf den Anlass Festival angepasst, sondern soll neue und individuelle Ideen bieten.

Ideen sind an Generation Z angepasst

Mit ihrem Angebot auf Events gehen die Händler also bewusst auf Trends und Interessen der jüngeren Kundengeneration, also der Generation Z, ein: Einkaufen soll Spaß machen und das Erlebnis zählt. Das zeigt auch eine Studie der Strategieberatung OC&C. Dort gaben schon mehr als 20 Prozent der nach 1997 geborenen Konsumenten an, dass sie ihr Geld lieber für Erlebnisse als für Produkte ausgeben. „In der Gen Z sammeln sich anspruchsvolle Verbraucher, die Marken und Händler vor Herausforderungen stellen werden“, erklärt Christoph Treiber, Partner bei OC&C und einer der Autoren der Studie.

Das zeigt sich auch beim Einfluss von Social Media auf die Kaufentscheidung. Mobile Apps, Social-Media-Accounts von Freunden und Prominenten oder Blogs haben eine deutlich stärkere Wirkung auf die Gen Z als auf ältere Generationen, zeigt die Umfrage. Auch darauf haben die Discounter reagiert. Durch Posts in sozialen Medien und eigene Blogs über ihr Engagement auf Festivals erhoffen sie sich eine große Reichweite.

Lidl geht bringt sogar noch eine eigene Bühne mit Live-Musik mit. Die Hoffnung hier ist, dass sich Konsumenten die Angebote einprägen und diese sich herumsprechen. So soll das Image der Marke verbessert werden. „Auf dem Festival können wir sehr viele junge Menschen von unserer Kernkompetenz überzeugen und als Festival-Support eine entspannte Partyzeit bieten“, erklärte ein Aldi-Nord-Sprecher auf Anfrage die Strategie des Discounters.

Lidl: Rock am Ring und Rock im Park

Lidl wird vom 5. bis zum 10. Juni sowohl bei Rock am Ring am Nürburgring als auch bei Rock im Park bei Nürnberg einen Shop führen. Die insgesamt 150.000 Besucher der beiden Festivals werden dort mit 350 verschiedenen Produkten versorgt. Seit 2015 ist Lidl bei Rock am Ring präsent, seit 2017 auch bei Rock im Park.


Aldi Süd: Southside Festival

Vom 21. bis zum 23. Juni findet im schwäbischen Neuhausen ob Eck das Southside Festival statt. Hier bietet Aldi Süd schon einen Tag vor bis einen Tag nach dem Festival eine 2000 Quadratmeter große Filiale mit einem begehbaren Kühlschrank, 12 Backstationen und 16 Kassen als „Support Act“.


Aldi Nord: Deichbrand Festival

Einen Monat später, vom 17. bis zum 22. Juni, bietet auch Aldi Nord einen entsprechenden Markt am Deichbrand Festival in Cuxhaven. Die etwa 60.000 Besucher werden auch hier mit einem begehbaren Kühlschrank, 16 Kassen, sowie einer Chill-out-Area versorgt.


Penny: Parookaville und Highfield Festival

Gegen Ende des Sommers ist die Supermarktkette Penny auf zwei Festivals vertreten. Der Discounter bietet zum Parookaville-Festival vom 18. bis zum 22. Juni zwei Shops und einen Nachtschalter. Außerdem werden ein Penny DJ-Tower mit Tanzfläche und ein Penny Camp aufgebaut. Vom 15. bis zum 19. August bietet Penny einen Store zum Highfield Festival bei Leipzig und ergänzt das Einkaufsangebot durch ein Beachvolleyballfeld und Liegestühle.

Mehr: Lesen Sie hier, wie der Chef der Schwarz-Gruppe, Klaus Gehrig, Lidl und Kaufland modernisieren will.

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