Aldi-Filiale im US-Bundesstaat Illinois

Der Discounter hat sich in den USA den Lieferdienst Instacart als Partner ausgesucht.

(Foto: Reuters)

Discounter Wie Lidl und Aldi in den USA mit der Digitalisierung experimentieren

Lidl und Aldi haben sich in den USA mit Start-ups verbündet, die Lebensmittel nach Hause liefern. Finanziell lohnt sich das – anders als in Deutschland.
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DüsseldorfIn Deutschland verweigern sich die Discounter dem E-Commerce mit frischen Lebensmitteln komplett. Lidl hat seinen fertig entwickelten Onlinedienst „Lidl Express“ vor einem Jahr kurz vor dem Start wieder gestoppt. Konkurrent Aldi meidet den Onlinehandel schon traditionell, und auch Penny oder Netto beschränken sich im Netz auf den Handel mit Aktionswaren.

In den USA dagegen überbieten sich Aldi und Lidl mit Experimenten bei Onlinelieferdiensten. Beide haben sich mit Start-ups verbündet, die ihren Kunden Lebensmittel aus den Geschäften direkt an die Haustür liefern.

So kooperiert Lidl mit dem Unternehmen Shipt. Es begann im Oktober 2017 mit einem Pilotprojekt im US-Bundesstaat South Carolina und wurde seitdem ständig ausgeweitet. Zunächst kam North Carolina dazu, in diesem Jahr dann vier weitere Städte in Virginia. Damit erreicht Lidl über diesen Service potenziell mittlerweile 1,2 Millionen Haushalte. Ab Juni soll auch in Georgia ausgeliefert werden.

Einfaches Prinzip

Das Prinzip des Liefer-Start-ups ist simpel: Kunden bestellen die Waren auf der Website von Shipt, selbstständige Einkäufer besorgen die Produkte im Laden und bringen sie noch am gleichen Tag ins Haus. Die Lidl-Geschäfte gehörten zu den Lieblingssupermärkten der Kunden, begründete Bill Smith, Gründer und Vorstandschef von Shipt, den Ausbau der Zusammenarbeit.

Finanziell funktioniert das, weil die amerikanischen Kunden im Gegensatz zu deutschen Konsumenten bereit sind, für den Service extra zu bezahlen. So kostet die Jahresgebühr für Shipt 99 Dollar. Als zusätzlichen Anreiz mussten Lidl-Kunden zum Start für den Dienst jedoch nur 49 Dollar zahlen.

Nicht viel anders funktioniert der E-Commerce beim Konkurrenten Aldi, der sich jedoch den konkurrierenden Lieferdienst Instacart als Partner ausgesucht hat. Der Discounter hat den Dienst zunächst bei Pilotprojekten in Atlanta, Dallas und Los Angeles getestet. Im März hat er die Zusammenarbeit ausgeweitet auf 200 Filialen in Chicago und Umgebung.

Experten halten diese Kooperationen für eine gute Idee, bietet doch der Onlinehandel mit Lebensmitteln in den USA beste Perspektiven. Nach einer gerade veröffentlichten Studie des internationalen Handelsforschungsinstituts IGD soll der Onlinehandel mit Lebensmitteln in den USA bis zum Jahr 2022 um 129 Prozent zulegen. „Lieferplattformen wie Instacart und Shipt spielen eine führende Rolle in diesem Kanal“, sagt IGD-Analyst Stewart Samuel. Sie böten den Händlern die Möglichkeit, in diesem Segment rasch zu expandieren.

Doch ob diese Möglichkeiten Aldi und Lidl auf Dauer offenstehen, ist fraglich. Denn je erfolgreicher die Lieferdienste sind, desto größer ist die Gefahr, dass sie von einem großen Händler aufgekauft werden. Instacart ist noch unabhängig, doch Shipt ist bereits von der Supermarktkette Target übernommen worden. Und wie lange die bereit sind, die deutsche Konkurrenz zu unterstützen, ist ungewiss.

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