Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Doku über Deutsche Post Wenn der Postmann nicht mehr klingelt

Seite 2 von 3:
Feierabend nach fast elf Stunden

Deutsche Post: Tausende Arbeitsplätze zu Niedriglöhnen

Der Film schneidet diese Untiefen der modernen Arbeitswelt gegen die Bilder und Zahlen, die den Erfolg der Deutschen Post symbolisieren. 2014 lag der Gewinn bei 2,1 Milliarden Euro. Der Vorstandsvorsitzende Frank Appel wird gezeigt, wie er auf der Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividenden für Aktionäre verkündet. Auf weitere Dramatisierungen wird aber erfreulicherweise verzichtet. Kein Arm gegen Reich, unterbezahlter Fahrer gegen Dax-Vorstand.

Doch das Aufzeigen geht weiter. Auch bei den eigenen Mitarbeitern spart die Deutsche Post offenbar. 2014 sank die Zahl der Postboten im Vergleich zum Vorjahr um 2000, zitieren die Filmemacher aus internen Aufstellungen. Ein Postbote berichtet anonym, seine Stimme wird nachgesprochen: Auch er habe den Eindruck, dass die Personaldecke dünner geworden sei. Zwar gibt es seit einigen Jahren weniger Briefe, aber Werbesendungen und Päckchen haben deutlich zugenommen.

Nach 10 Stunden und 45 Minuten gehe er nach Hause, berichtet der Bote, auch wenn er noch nicht fertig sei mit der Arbeit. Die übrigen Briefe verteilt er am kommenden Tag. Dadurch entstehe ein Teufelskreis, weil über mehrere Tage hinweg mehr Briefe als eigentlich vorgesehen auf der Route verteilt werden müssten. Ein Sprecher der Gewerkschaft DPVKOM sekundiert, der Umgang der Deutschen Post mit Mitarbeitern sei „sehr unanständig“.

Auch Kunden bekommen das zu spüren. In Reinbek bei Hamburg berichten Anwohner, dass sie teilweise sieben Tage auf ihre Briefe gewartet hätten. Diese kamen dann in einem großen Stapel, aber eben viel zu spät. Zum Beweis, dass es sich hier um einen bundesweiten Trend handelt, werden Nachrichtenseiten abgefilmt, die über Verspätungen bei der Briefzustellung berichten. Wenn es zu Beschwerden von Kunden kommt, stellt sich zunächst eine Verbesserung ein, heißt es im Off-Text des Filmes, häufig kommt es dann aber wieder zu Verspätungen. Die Bundesnetzagentur, oberste Kontrollinstanz der Post, bestätigt, dass die Zahl der Beschwerden zugenommen hat.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Nicht neu, aber wichtig
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Doku über Deutsche Post - Wenn der Postmann nicht mehr klingelt

4 Kommentare zu "Doku über Deutsche Post: Wenn der Postmann nicht mehr klingelt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich kriege die gehetzten Briefträger täglich mit.

    Die Deutsche Post ist ekelhaft.

  • Also dass DAX-Konzerne Gewinn machen müssen, liegt ja wohl auf der Hand.
    Man könnte aber mal die Frage stellen warum solche Dienste wie z.B. Post, Bundesbahn, Stromversorger, privatiesiert wurden.
    Weiter gefragt wäre dann, ob wir bald die Post selber, irgendwo am Stadtrand, abholen werden müsse.

  • Tutto bene auf dem deutschen Arbeitsmarkt! Die Post ist nur ein Beispiel oder glaubt jemand, dass es bei den übrigen Paketzustellern anders ist? Reden Sie mal mit den Leuten, falls die keine Angst haben, dass sie diesen Hungerjob auch noch verlieren.

  • Das Management bräuchte mal einen herzhaften Tritt zwischen die Beine,wenn´se mich fragen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%