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Dokumentation Der Brief des Lufthansa-Vorstands an die Belegschaft

In einem Brief des Vorstands von diesem Sonntag an die Mitarbeiter heißt es, man rechne mit „einem baldigen Abschluss“ der Verhandlungen über die Staatshilfe. Der Brief im Wortlaut.
03.05.2020 - 17:34 Uhr Kommentieren
Lufthansa Staatshilfe: Carsten Spohr schreibt Brief an Lufthansa-Mitarbeiter Quelle: Reuters
Lufthansa-Chef Carsten Spohr

Die Krise setzt den Konzern unter Druck.

(Foto: Reuters)

„Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Lufthanseaten,

zum Start eines Monats, in dem wir wichtige Weichenstellungen für unsere Lufthansa erwarten, wenden wir uns heute gemeinsam als Vorstandsteam an Sie.

Dass wir in Folge der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie unverschuldet in eine wirtschaftlich bedrohliche Situation geraten sind, ist jedem bewusst. In dieser Woche werden wir zunächst am Montag mit dem Aufsichtsrat über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens und über unsere Zukunftsoptionen beraten.

Am Dienstag werden wir in unserer Hauptversammlung, die erstmalig virtuell stattfindet, unseren Aktionären Rede und Antwort stehen. Dabei geht es in allen Versammlungen, Sitzungen, Beratungen und Gremien derzeit nur um ein einziges Thema: die Sicherung unserer Zukunft. Auch die Medien haben großes Interesse an unserem Schicksal. Es vergeht kein Tag ohne umfangreiche Berichterstattung – oftmals auch mit wenig hilfreichen Spekulationen.

Wir befinden uns mit den Regierungen der Heimatländer unserer Airlines in konstruktiven Gesprächen, mit dem Ziel, unsere Solvenz zu sichern und dabei die Gruppe zusammenzuhalten. Diese Gespräche haben in der Schweiz bereits zu einer Kreditzusage durch den Bundesrat geführt, die – ebenfalls in dieser Woche – dem Schweizer Parlament in Bern zur Genehmigung vorgelegt wird. Auch die kooperativen Gespräche mit den Regierungen in Wien und Brüssel werden in den kommenden Tagen fortgesetzt.

Mit der Deutschen Bundesregierung befinden wir uns in einem intensiven und konstruktiven Austausch. Der Einsatz der Regierungsvertreter und natürlich auch unserer Experten ist groß. Nach unserer Einschätzung können diese Gespräche zu einem baldigen Abschluss geführt werden.

Die Unterstützung durch den deutschen Staat wäre für uns ein entscheidender Schritt für unsere Zukunftsfähigkeit. Dafür sind Wettbewerbs- und Investitionsfähigkeit weiterhin wichtige Voraussetzungen. Staatliche Hilfe ist zudem wichtig, um so schnell, wie es die Rahmenbedingungen zulassen, die Flugbetriebe wieder hochzufahren.

Wir haben uns daher in der zurückliegenden Woche gemeinsam mit der Gewerkschaft Verdi und der Vereinigung Cockpit in einem Brief an die Bundesregierung in aller Form für ihre Hilfsbereitschaft bedankt.

Natürlich prüfen wir auch Alternativen bis hin zu einem Schutzschirmverfahren. Das ist bereits juristisch geboten, wie wir es von Beginn an in unserer internen und externen Kommunikation dargestellt haben. Wir sind gleichwohl weiterhin davon überzeugt, dass wir angesichts der Gespräche mit Berlin nicht auf die Alternativen zurückgreifen müssen.

Wir werden am kommenden Dienstag auch unseren Aktionären versichern, dass Staatshilfe für uns alle mit einer besonderen Verantwortung verknüpft ist. Unsere gesamte Gesellschaft, die Wirtschaft im Allgemeinen und die Luftverkehrswirtschaft im Speziellen werden nach der Corona-Krise eine andere sein.

Daher wird sich auch unsere Lufthansa in den kommenden Jahren verändern. Uns ist wichtig, dass wir auf diesem Weg die Balance zwischen den Interessen unserer Kunden, Ihnen – unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – und unseren Aktionären erhalten.

Auch wenn sich vieles ändern mag: dieses Prinzip hat uns in der Vergangenheit stark und erfolgreich gemacht. Als Vorstandsteam wollen wir mit dieser Haltung und dieser Grundüberzeugung auch weiterhin mit Ihnen gemeinsam die Zukunft unseres einzigartigen Unternehmens gestalten.“

  • HB
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