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DONGXii-Gründer im Interview „Zalando ist ein Übernahmekandidat“ – Marcel Münch spricht über Alibabas Europa-Plan

Marcel Münch ist überzeugt, dass Alibaba massiv nach Europa drängen wird. In Deutschland ist der Online-Händler bereits mit einem Team vertreten.
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„Ich gehe davon aus, dass Alibaba bald in Firmen in Europa investiert“, sagt der Start-up-Gründer. Quelle: Dongxii
Marcel Münch

„Ich gehe davon aus, dass Alibaba bald in Firmen in Europa investiert“, sagt der Start-up-Gründer.

(Foto: Dongxii)

Marcel Münch hat gerade eine Tour durch Deutschland hinter sich. Überall fragen sich Geschäftsleute, was sie von Chinas Ambitionen halten sollen. Sehr ernst nehmen, meint Marcel Münch. In Berlin hat er das Start-up DONGXii mitgegründet, das sich auf den Handel zwischen Deutschland und China konzentriert.

Herr Münch, wie wichtig ist der Onlinehandel mit China für Hersteller in Deutschland?
Noch ist er nicht so wichtig, aber das könnte sich ändern. Viele Hersteller haben Deutschland oder Europa als ihren wichtigsten Markt. Jedoch bietet China als größter E-Commerce-Markt der Welt für deutsche Hersteller eine Perspektive für neues Wachstum und eine völlig neue Kundengruppe – die chinesische Mittelschicht.

Wie erfolgreich positioniert sich Alibaba bislang auf dem deutschen Markt?
Alibaba ist bereits mit einem kleinen Team in Deutschland vertreten. Die Gruppe wirbt kräftig um deutsche Unternehmen. Sie bietet eine Lösung an, wie deutsche Firmen ihre Produkte an Kunden in China verkaufen können. Dabei steht die Alibaba-Plattform TMall Global im Zentrum. Darum bietet Alibaba Dienstleistungen für Onlinehandel, Logistik und Cloud-Lösungen.

Als erstes Land in Europa hat Alibaba mit Belgien eine Partnerschaft für seine Handelsplattform geschlossen. Wie wichtig ist das Projekt?
Alibaba möchte in den nächsten fünf Jahren mehr als 13 Milliarden Euro in die globale Expansion investieren. Belgien ist damit ein erster wichtiger Schritt in Europa, der sicherlich als Pilot dienen wird.

Folgen weitere EU-Länder?
Ja, die Expansion in andere Länder wie Bulgarien ist bereits geplant. Ich gehe davon aus, dass die Logistikzentren nicht nur für den Export nach China in Betrieb genommen werden. Das Kalkül und die strategische Bedeutung für Alibaba ist es sicherlich, damit überhaupt auch im europäischen Markt Fuß zu fassen und eine eigene lokale Infrastruktur aufzubauen.

Alibaba verkauft die Plattform als Weg, die kleinen Hersteller zu stärken. Aber ist es nicht vielmehr ein direkter Angriff auf den Handel?
Die große Idee dahinter ist sicherlich richtig, und es ist zu begrüßen, wenn ein großer Anbieter wie Alibaba Bemühungen in diese Richtung macht. Doch ich habe Zweifel, dass kleine Hersteller massenhaft mit der Plattform erfolgreich nach China verkaufen können. TMall Global richtet sich eindeutig an große Hersteller. Für kleine Firmen sind die Dienste von Alibaba noch viel zu aufwendig und nicht komfortabel zu nutzen.

Der Markt für Onlinehandel in Europa ist schon weit entwickelt. Hat Alibaba überhaupt eine Chance gegen Amazon, Zalando und Co.?
Ja. Ich gehe davon aus, dass Alibaba bald in Firmen in Europa investiert. Zalando ist ein Übernahmekandidat. Das Unternehmen ist nicht nur aufgrund des Zugangs zu 25 Millionen Endkunden interessant. Derzeit ist Zalando an den Aktienmärkten auch relativ günstig bewertet. Zalando hat mit der Eigenmarke zLabels selbst erfolglos auf TMall Global versucht, eigene Flagship-Stores zu betreiben, und diesen Shop kürzlich wieder geschlossen. Es gibt aktuell keine Strategie, um die Plattform auch für China relevant zu machen.

Also wird Alibaba massiv auf eine Expansion nach Europa setzen?
Mit Sicherheit. Es geht nicht darum, ob Alibaba eine Chance auf dem deutschen Markt hat, sondern darum, wie Händler in Deutschland mit der Ankunft von Alibaba umgehen. Firmen wie Aldi, Edeka, Rewe und Metro und Plattformen wie Zalando müssen eine Antwort auf Alibaba finden.

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