Drogeriekette Bei Schlecker ist noch längst nicht alles gut

Schlecker geht neue Wege. Nach so manchen Skandal und schlechten Zahlen setzen die Sprösslinge von Firmengründer Anton Schlecker auf offensive Darstellung. Doch wurde die Drogeriekette wirklich mitarbeiterfreundlicher?
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Schlecker will kundenfreundlicher werden - doch dafür braucht es motivierte Mitarbeiter. Quelle: dapd

Schlecker will kundenfreundlicher werden - doch dafür braucht es motivierte Mitarbeiter.

(Foto: dapd)

DüsseldorfBei Schlecker soll alles besser werden: Ein neues Filialkonzept hat man sich ausgedacht, neue Gesichter zogen in die Führungsebene und auch mit den Mitarbeitern will man offener umgehen. All das soll helfen, die wirtschaftlich angeschlagene Drogeriekette wieder auf Augenhöhe mit der Konkurrenz zu bringen und den nach etlichen Skandalen ramponierten Ruf wieder aufzupolieren.

Allen voran treten Lars und Meike Schlecker, die Kinder von Gründer und Eigentümer Anton Schlecker, als Erneuerer des Familienunternehmens auf. Sie kommunizieren offen mit den Medien für eine Firma, die bis vor kurzem noch nichts vom Kontakt mit der Presse wissen wollte. Und auch mit den fast 50.000 Mitarbeitern wollen sie verstärkt ins Gespräch kommen.

Der erbitterte Kampf der Drogerieketten
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In Deutschland teilen sich im Wesentlichen vier große Ketten den Drogeriemarkt. Hinter jeder steht eine starke Unternehmerpersönlichkeit. Anstoß für die Gründung der Drogerieketten war die Aufhebung der Preisbindung für Drogerieprodukte 1973. Die wichtigsten Daten und Fakten zu den Marktführern.

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Das Unternehmen Müller ist mit 2,265 Mrd. Euro Jahresumsatz die kleinste unter den vier größten Drogeriemarktketten. In bundesweit fast 500 Geschäften bietet Müller - anders als seine drei größeren Konkurrenten - auch Schreib- und Spielwaren sowie Haushaltsartikel an. Der Durchschnittsumsatz pro Filiale ist mit 4,86 Mio. Euro der höchste unter den großen Vier. Der Umsatz pro Quadratmeter Verkaufsfläche liegt bei Müller bei fast 4.000 Euro.

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Insgesamt hat Müller fast rund 150.000 Artikel im Sortiment. Kleinkaufhäuser galten eigentlich seit den 70er-Jahren als unrentabel. Und das Konzept hat nicht nur in Deutschland Erfolg, sondern auch im Ausland: Dort ist die Kette in sechs Staaten mit über 120 Filialen aktiv.

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Erwin Müller ist Gründer und Geschäftsführer der Drogeriemarktkette Müller, die aus der Keimzelle eines Friseur-Geschäfts hervorging. Die erste Filiale öffnete 1973. Er ist Arbeitgeber von 25.000 Beschäftigten.

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Rossmann konnte seine Erlöse im Jahr 2011 um 10,5 Prozent auf 5,12 Milliarden Euro steigern. Für das Jahr 2012 wird ein Gesamtumsatz von 5,6 Milliarden Euro erwartet. Der Durchschnittsumsatz pro Filiale liegt bei über zwei Millionen Euro.

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Zentraler Logistik-Standort ist Landsberg bei Halle/Saale. Nach Polen, Tschechien, Ungarn und Albanien hat sich Rossmann mit der Türkei in den fünften ausländischen Staat vorgewagt. In dem Land mit 72 Millionen Verbrauchern sieht das Unternehmen gewaltiges Potenzial. Nachdem die Milliardengrenze beim Auslandsumsatz mit 992 Millionen Euro 2009 knapp nicht überschritten werden konnte, ist das im Jahr 2010 mit 1,184 Milliarden Euro gelungen. Rossmann hat seit Anfang 2011 mehr als 820 Drogeriemärkte im Ausland.

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Gründer Dirk Roßmann stammt aus einer Drogistenfamilie. Seine Ladenkette rief er 1972 ins Leben. Heute beschäftigt über 30.000 Menschen.

Laut Unternehmenssprecher Florian Baum wird bereits an neuen Kommunikationsformen gearbeitet: "Wir sehen darin einen überaus wichtigen Aspekt des Gesamtkonzepts. Eine entsprechende Aufwertung im Bereich unserer internen Medien hat bereits begonnen." Weitere Maßnahmen zur Verbesserung der internen Kommunikation werden im Lauf des Jahres starten, so Baum.

Die Mitarbeiter aktiv einzubinden sei entscheidend, sagt der Schlecker-Sprecher. "Sie werden stärker zum Dialog motiviert werden - ihr Feedback ist sehr hilfreich und sehr erwünscht", so Baum.

Was Schlecker besser machen muss
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2 Kommentare zu "Drogeriekette: Bei Schlecker ist noch längst nicht alles gut"

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  • Leider kann ich dem nicht folgen. Meine Frau (seit mehr als zwei Jahren bei Schlecker tätig) hat noch nicht nicht einen Tag Urlaub bekommen, das Gehalt wird verspätet ausbezahlt, geleistete Arbeitszeit wird nicht vergütet, ihr Arbeitsvertrag wurde in diesem Jahr "umgestellt" mit der Klausel "Der Tarifvertrag für den Einzelhandel findet keine Anwendung". Traurige Sozialpolitik, trauriges Unternehmensgebaren! Gute Nacht, Deutschland!!

  • Bei Schlecker sind personell wie inhaltlich deutliche Signale eines Klimawandels hin zu Kommunikation, Offenheit, Mitarbeiter-und Kundenfreundlichkeit sichtbar. Nicht zuletzt ist v.a. die externe Kommunikation durch die Initiative des Firmensprechers deutlich verbessert. Die Zeichen der Zeit sind also erkannt, das Unternehmen wird bei konsequenter Umsetzung der neuen Linie zurück in die Erfolgsspur finden.

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