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Dufthersteller Aromenspezialist Symrise auf Expansionskurs

Für den Duftstoff- und Aromenspezialist Symrise soll es weiter nach oben gehen. Auch für die kommenden Jahre plant der Konzern mit fünf bis sieben Prozent Wachstum.
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Der Aromenhersteller arbeitet weiter an seinem Expansionskurs. Quelle: dpa
Symrise AG

Der Aromenhersteller arbeitet weiter an seinem Expansionskurs.

(Foto: dpa)

FrankfurtKonjunkturelle Flauten sind für Symrise weiterhin kein Thema. So konnte der Konzern auch 2018 trotz Gegenwind seinen Expansionskurs fortsetzen und damit seine Stellung als eines der stetigsten Wachstumsunternehmen im Spezialchemie-Bereich bestätigen. Daran soll sich auch in den nächsten Jahren wenig ändern, wie Firmenchef Jürgen Bertram bei Bilanzvorlage bekräftigte.

Im Gesamtjahr 2018 konnte Symrise den Konzernumsatz um 5,3 Prozent auf 3,15 Milliarden steigern und damit erstmals die Drei-Milliarden-Schwelle übersteigen. Bereinigt um Währungseffekte legten die Erlöse nach Angaben des Unternehmens sogar um 8,8 Prozent zu, und damit deutlich stärker als der Markt insgesamt.

Die Ertragsentwicklung indessen wurde durch die steigenden Rohstoffkosten gebremst. So verbesserte sich der Gewinn nach Steuern und Anteilen Dritter nur um zwei Prozent auf 275 Millionen Euro und der Betriebsgewinn des Konzerns um weniger als ein halbes Prozent auf auf 434 Millionen Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stagnierte bei 631 Millionen Euro. Die Ebitda-Marge sank damit von 21 auf 20 Prozent, womit sich Symrise indessen weiterhin im langfristigen Zielkorridor von 19 bis 22 Prozent bewegt und sich auch im Branchenvergleich bestens sehen lassen kann.

Mit 10,2 Milliarden Euro Marktkapitalisierung ist Symrise, bezogen auf den Freefloat, inzwischen drittschwerster Wert im MDax nach Airbus und Deutsche Wohnen. Der Aromenhersteller bringt damit bereits mehr Börsengewicht auf die Waage als die Dax-Firmen Covestro und Thyssen-Krupp und bewegt sich auf gleichem Niveau wie Lufthansa.

Für 2019 stellt Firmenchef Heinz-Jürgen Bertram ein weiteres organisches Umsatzwachstum von fünf bis sieben Prozent in Aussicht, bei stabiler Ebitda-Rendite von etwa 20 Prozent. Von Konjunkturabkühlung ist bei dem Konzern wenig zu spüren, auch weil er vor allem Bereiche wie die Kosmetik und Lebensmittelindustrie beliefert, die von konjunkturellen Schwankungen kaum betroffen sind. „Wir sind nicht in Moll gestimmt“, so Bertram. „Unser Geschäft ist gesund und wir sehen uns auf dem richtigen Wege.“

Entsprechende Zuversicht reflektiert auch die neue Mittelfriststrategie, die der Konzern vor wenigen Wochen präsentierte. Sie sieht eine annähernde Umsatzverdopplung auf 5,5 bis sechs Milliarden Euro und eine moderate Verbesserung der Ebitda-Marge auf 20 bis 23 Prozent bis 2025 vor.

Die Stetigkeit des Wachstums wird auch vom Kapitalmarkt honoriert. Am Mittwoch gab der Kurs zwar leicht auf knapp 79 Euro nach. Auf Jahressicht indessen hat die Symrise-Aktie etwa 20 Prozent zugelegt und damit die generelle Kurskorrektur im Chemiesektor, anders als viele Chemiewerte, längst wieder wettgemacht.

Einen ersten Schritt in Richtung des längerfristigen Wachstumsziel hat Symrise bereits Ende Januar mit der Vereinbarung zum Kauf der amerikanischen Firma ADF/IDF vollzogen, die auf Zusatz- und Rohstoffe für die Haustier-Ernährung spezialisiert ist. Sie erzielte zuletzt umgerechnet rund 194 Millionen Euro Umsatz bei 23 Prozent Ebitda-Rendite. In der Umsatzprognose für 2019 ist dieser Zukauf indessen noch nicht enthalten.

Symrise zahlt für ADF/IDF umgerechnet rund 800 Millionen Euro, wovon der Konzern die Hälfte über eine kürzlich platzierte Kapitalerhöhung im Volumen von 400 Millionen Euro finanziert. Die Nettoverschuldung in Relation zum Ebitda wird sich durch die Akquisition vorrübergehend womöglich auf etwas mehr als drei erhöhen. Ziel bleibt es indessen, den Verschuldungsgrad wieder auf Werte zwischen zwei und 2,5 zu reduzieren und ein solides Investmentgrade beim Rating zu wahren.

Weitere Kapitalerhöhungen seien für das langfristige Wachstumsziel nicht vorgesehen und auch nicht nötig, betonte Bertram. Den Löwenanteil der geplanten Expansion werde man vielmehr über das organische Wachstum realisieren. Soweit es Sinn mache, werde man darüber hinaus sicher auch weitere ergänzende Akquisition angehen, dies aber in überschaubarer Größe. „Wir werden weiterhin keine Mondpreise bezahlen“, so Bertram.

Zum geplanten organischen Wachstum der nächsten Jahre von fünf bis sieben Prozent sollen interne Wachstumsinvestitionen und auch die relativ deutlichen Kapazitätserweiterungen der letzten Jahre beitragen. Unter anderem ist Symrise dabei, seine Mentholkapazitäten am US-Standort Charleston nochmals zu verdoppeln.

Die relativ starke „Rückwärtsintegration“ in die eigene Rohstoffversorgung trägt nach den Worten Bertrams zudem maßgeblich dazu bei, die eigene Lieferfähigkeit zu sichern – und damit auch den Wachstumskurs im Falle von Engpässen bei Rohmaterialien. Die durch Anlagen-Ausfälle bei BASF und anderen Herstellern ausgelöste Knappheits-Situation beim wichtigen Aroma-Rohstoff Citral im Jahr 2018 etwa habe Symrise dank eigener Kapazitäten besser bewältigt als viele Konkurrenten.

Mit der geplanten Übernahme von ADF/IDF stärkt Symrise unterdessen den Geschäftsbereich Ernährung (Nutrition), der Inhaltsstoffe für die Lebensmittel- und Tierernährungsindustrie produziert und 2018 knapp 640 Millionen Euro Umsatz erzielte. Vor allem im Bereich der Produkte, die auf Fleisch als Ausgangsmaterial basieren, werde man sich deutlich verstärken.

Wichtigster Umsatzträger bleibt indessen weiterhin das Geschäft mit Aromen und Düften für Kosmetik- und Pflegeprodukte (Scent & Care) mit rund 1,3 Milliarden Euro Umsatz und vier Prozent Wachstum im vergangenen Jahr. Rund 1,2 Milliarden Euro (plus acht Prozent) entfallen auf den Bereich Flavour, der vor allem Geschmacksstoffe für Nahrungsmittel und Getränke herstellt.

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