Duisport Nächster Halt: Kleinasien

Seit zwei Jahren fährt regelmäßig ein Güterzug von Duisburg nach Peking. Doch nun wackelt Chinas Wirtschaft, und das Verhältnis zu Russland ist eisig. Der Duisport-Chef setzt daher auf Züge in die Türkei – und den Iran.
Derzeit braucht der Güterzug für die 10.300 Kilometer lange Strecke von Duisburg nach China um die zwölf Tage. Quelle: dpa
China-Zug

Derzeit braucht der Güterzug für die 10.300 Kilometer lange Strecke von Duisburg nach China um die zwölf Tage.

(Foto: dpa)

DuisburgGenau 16 Tage waren es, die der erste mit Containern bestückte Güterzug auf seiner Testfahrt von Duisburg-Ruhrort ins chinesische Chongqing benötigte. Das war im März 2011. Ein Jahr später starteten die Duisburger, vermittelt durch die Bahn-Tochter DB Schenker, eine wöchentliche Verbindung in die chinesische Metropole.

Die Zeit, die der Güterzug heute für die 10.300 Kilometer lange Strecke über Polen, Weißrussland, Russland und Kasachstan benötigt, ist auf zwölf Tage geschrumpft, statt der vormals wöchentlichen Verbindung verkehrt der „Yuxinou“ – so sein chinesischer Name – inzwischen täglich. Zur Freude der Duisburger hat sich zudem der chinesische Autozulieferer Nanjing High Accurate Drive Equipment, angezogen durch die Trans-Eurasia-Express, im Hafen angesiedelt.

Das alles aber ist Duisport-Chef Erich Staake nicht genug. Der Herrscher über Duisburgs Hafen hat es auf die südliche Route der Seidenstraße abgesehen – mit Investitionen in der Türkei und womöglich auch im Iran. „Der transeurasische Raum wird an Bedeutung gewinnen“, sagte er jetzt dem Handelsblatt, „auch wenn die politischen Verhältnisse dort noch instabil sind.“

Die größten Logistikkonzerne der Welt
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Platz 10: China Railway (China)

Der Güterverkehr von China Railway macht über zwei Drittel des gesamten Verkehrsaufkommens aus. Hauptsächlich transportiert der Staatsbetrieb Kohle, Stahl, Erz und landwirtschaftliche Erzeugnisse. 2010 betrug der Logistik-Umsatz nach Angaben des Statistik-Portals Statista 14 Mrd. Euro. Daten für das Jahr 2011 sind noch nicht verfügbar.

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Platz 9: CMA CGM (Frankreich)

Auf Platz 9 des Rankings landet das größte französische Schifffahrtsunternehmen CMA CGM mit einem Logistik-Umsatz von 14,3 Mrd. Euro im Jahr 2010. Die Reederei wurde 1978 gegründet und ist an mehr als 650 Standorten in 150 Ländern vertreten. Auf dem Foto ist eines der größten Containerschiffe der Welt zu sehen, die CMA CGM Christoph Colomb, die bis zu 13.800 Standardcontainer transportieren kann.

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Platz 8: Nippon Express (Japan)

Der Konzern mit Sitz in Tokio wurde 1937 als halbstaatliches Transportunternehmen gegründet. Nippon Express verfügt über ein global gespanntes Transportnetz, dass mehr als 389 Orte in 37 Ländern miteinander verbindet. Spezialisiert ist das Unternehmen auf Dienstleistungen rund um den Transport von Waren, wie etwa IT-Technik, den Luft- und Seegüterverkehr sowie auf Spezialtransporte. 2010 betrug der Umsatz 15 Mrd. Euro.

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Platz 7: Kühne + Nagel (Schweiz)

2010 war ein gutes Jahr für den Logistikdienstleister Kühne & Nagel aus der Schweiz. Der Frachtspezialist steigerte seinen Logistik-Umsatz auf 16,2 Mrd. Euro. Der Konzern will weiter wachsen: Kühne + Nagel plant das Transportgeschäft auf der Schiene auszubauen.

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Platz 6: NYK Line (Japan)

Die japanische NYK Line ist Teil des Mitsubishi-Konzerns und zählt zu den größten Reedereien der Welt. Seit 1968 ist das Unternehmen auch im Bereich der Containerschifffahrt etabliert - die einen Großteil des Gesamtgeschäfts ausmacht. Die Reederei betreibt auch den sogenannten Atlantic Express Shuttle (AES), das Waren zwischen Hamburg, Antwerpen und New York Waren verschiebt. 2010 erwirtschaftete der Konzern einen Logistik-Umsatz von 16,5 Mrd. Euro.

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Platz 5: DB Schenker (Deutschland)

Die Logistikgeschäfte der Deutschen Bahn, DB Schenker Logistics und DB Schenker Rail, sind unter dem Dach DB Schenker zusammengefasst. Das Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 91.000 Mitarbeiter an etwa 130 Standorten. 2010 erwirtschaftete die DB Schenker einen Logistikumsatz von 18,5 Mrd. Euro.

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Platz 4: Maersk (Dänemark)

Das Jahr 2010 hatte nicht gut begonnen für A.P. Moeller Maersk. Vor allem durch die von der Wirtschaftskrise gebeutelte Tochtergesellschaft Maersk, der größten Containerschiffsreederei der Welt, schrieb der dänische Mischkonzern erstmals in der Unternehmensgeschichte rote Zahlen. Doch dann zog die Konjunktur an und die Frachtraten für Containerschiffe legten kräftig zu. Das Ergebnis: 2010 lag der Logistik-Umsatz von Maersk bei 29, 1 Mrd. Euro - und das Unternehmen konnte einen Rekordgewinn, einen Nettoertrag von 3,8 Mrd. Euro, vermelden.

Den ersten Schritt hat Staake schon vollzogen. Am 18. November unterzeichnete er mit der türkischen Arkas Holding ein 80 Millionen Euro schweres Bauprojekt in der Nähe Istanbuls. Auf 200.000 Quadratmetern soll dort eine Logistikdrehscheibe entstehen, die den Lkw- und Zugverkehr versorgt. An dem Joint-Venture, dem auch Hochtief angehört, halten die Duisburger ein Drittel der Anteile.

Was den Standort für Duisport interessant macht: Nicht nur der neue Mega-Flughafen Istanbuls soll 2018 öffnen, auch der Marmaray-Tunnel unter dem Bosporus, der dieses Jahr für den Güterzugverkehr freigegeben werden soll, erleichtert Non-Stop-Fahrten nach Kleinasien.

Schon jetzt schickt Duisport pro Woche 15 Mal eigene Züge in Richtung Türkei. „Durch die neue Drehscheibe wird es nun einfacher, auch Ankara oder Georgien ins Streckennetz aufzunehmen“, erklärt Staake.

Womöglich geht die Reise der Güterzüge künftig noch weiter. Seine Visitenkarte hat der Duisport-Chef sicherheitshalber schon einmal bei Teherans Verkehrsminister Abbas Ahmad Akhoundi hinterlassen. Anfang vorletzter Woche reiste er gemeinsam mit Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) nach Persien, um auch dort mögliche Logistikprojekte zu sondieren.

Ob es zum Bau einer gemeinsamen Logistikdrehscheibe im Iran kommen wird, ist längst noch nicht entschieden. Diese Investitionschance käme dem Duisport-Chef allerdings gelegen. Immerhin hält Iran – wie auch die Türkei – einen Markt von 80 Millionen Konsumenten vor. „Wir wollen uns international in die Prozess- und Wertschöpfungskette einklinken“, konkretisierte er seine Pläne, „und nicht nur Gewerbeflächen vermarkten.“

Gelungen ist ihm das bereits in Dubai, wo Duisport gemeinsam mit dem Hafenbetreiber DB World für die Hinterlandanbindung sorgt. Auch der brasilianische Hafen Santos ließ sich von Staakes Mannschaft ein Konzept schneidern, um den größten Hafen des Landes mit dem Inlandsnetz zu verbinden.

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