Dunkin' Donuts Ärger wegen „Fake Butter“ auf dem Bagel

Mit Butter statt mit Margarine sollten die Mitarbeiter der US-Kette Dunkin' Donuts einen Bagel bestreichen. Diesem Wunsch eines Kunden kam das Personal nicht nach. Nun hat ein Gericht über den Brotaufstrich entschieden.
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Die US-Fast-Food-Kette gibt es auch in Deutschland. Bekannt ist sie hierzulande für ihre Donuts mit bunter Glasur. Quelle: dpa
Dunkin' Donuts

Die US-Fast-Food-Kette gibt es auch in Deutschland. Bekannt ist sie hierzulande für ihre Donuts mit bunter Glasur.

(Foto: dpa)

BostonIrgendwann hatte Jan Polanik die Schnauze gestrichen voll. Vier Jahre lang habe man ihm bei Dunkin' Donuts trotz ausdrücklicher Forderung nach echter Butter „Margarine oder Butter-Ersatz“ zu seinen Bagels verkauft. Im März reichte es dem Butter-Fan, er verklagte kurzerhand mehr als 20 Filialen der US-Fast-Food-Kette. Mit Erfolg: Bereits nach kurzen Verhandlungen mit Franchise-Partnern von Dunkin' Donuts wurde laut Polaniks Anwalt Tom Shapiro ein Vergleich zur Beilegung des Rechtsstreits vereinbart.

Der Kompromiss, der noch vom zuständigen Richter genehmigt werden muss, sieht eine fettige Entschädigung vor: Die 23 betroffenen Schnellrestaurants im US-Bundesstaat Massachusetts müssen als Wiedergutmachung jeweils bis zu drei gebutterte Muffins, Bagels oder andere Backwaren kostenlos an bis zu 1400 Kunden ausreichen, die zwischen Juni 2012 und Juni 2016 in den Filialen gespeist haben. Polanik, der gleich zwei Sammelklagen gegen Franchisenehmer eingereicht hatte, soll zudem 500 Dollar Belohnung erhalten.

Damit es nicht wieder zum Fauxpas kommt, ist in den Gerichtsdokumenten klar geregelt: Ein Jahr lang muss in den Restaurants ausschließlich echte Butter verwendet werden. Sollte danach wieder Ersatz eingesetzt werden, so müsste dies explizit in der Karte ausgewiesen werden. Polaniks Anwalt Shapiro will zwar nicht, dass die Sache zu hoch gehängt wird, belanglos sei sie aber auch nicht. Es gehe zwar nur um Aufstrich im Wert von 25 Cent pro Portion, man habe bei der Klage gezögert. Doch der Fall sei keine Albernheit, Etikettenschwindel müsse verhindert werden.

Hier isst Amerika
Platz 10: Panera Bread
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Panera Bread ist eine Franchisekette von so genannten Bakery-Cafés. Auf der Angebotsliste stehen neben Backwaren auch Suppen, Salate, Nudeln und Sandwichs. Das Unternehmen wurde 1981 gegründet und betreibt heute 1362 Filialen in den USA und Kanada.

Platz 9: Pizza Hut
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Pizza Hut ist eine US-Franchise-Kette mit mehr als 6000 Schnellrestaurants in den USA. Weltweit ist das Unternehmen mit 13 000 Restaurants in 130 Ländern vertreten. Es wurde 1958 von den beiden Studenten Frank und Dan Carney gegründet, heute gehört Pizza Hut zum Unternehmen Yum! Brands.

Platz 8: Chick-fil-A
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Chick-fil-A ist eine US-Schnellrestaurantkette, die 1946 gegründet wurde. Mittlerweile hat sie in den Vereinigten Staaten 1500 Filialen. Auf der Speisekarte stehen unter anderem Hühnchen-Sandwiches, Wraps und Salate. Die Unternehmensleitung unterstützt christlich-konservative, anti-homosexuelle Organisationen und sorgt damit in den USA immer wieder für Kritik.

Platz 7: Dunkin' Donuts
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Dunkin' Donuts ist ein US-Franchiseunternehmen. In den USA verfügt es über 7306 Filialen, weltweit sind es 10 479 Restaurants. Zum Angebot der 1950 gegründeten Kette gehören neben glasierten und gefüllten Donuts auch Bagels, Croissants, Brownies, Muffins und Kaffee. Die erste deutsche Filiale eröffnete 1999 in Berlin. US-Umsatz im Jahr 2014: 7,2 Milliarden Dollar.

Platz 6: Taco Bell
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Die Franchise-Kette Taco Bell ist der größte Vertreter des sogenannten Tex-Mex-Fastfood. Auf der Speisekarte stehen vor allem Tacos, Burritos und Quesadillas. Weltweit hat Taco Bell 6100 Filialen, 5800 davon in den USA. In Deutschland betreibt die Kette bisher kein Restaurant. Ausnahme: US-Kasernen auf deutschem Boden.

Platz 5: Wendy's
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Wendy's ist vor allem in den USA und Kanada aktiv. 5200 Filialen betreiben Franchisenehmer, 1400 das Unternehmen selbst. In den 80er-Jahren versuchte die Schnellrestaurant-Kette, in Deutschland Fuß zu fassen. Nicht zuletzt wegen gravierender Managementfehler musste sich das Unternehmen jedoch schnell wieder vom deutschen Markt zurückziehen. US-Umsatz im Jahr 2014: 8,5 Milliarden Dollar.

Platz 4: Burger King
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Zur US-Schnellrestaurantkette Burger King gehören weltweit 13 000 Restaurants, die zu 90 Prozent von Franchisepartnern geführt werden. In Deutschland eröffnete 1976 das erste Burger-King-Restaurant am Berliner Kurfürstendamm. Im vergangenen Jahr sorgten Medienberichte über die Arbeitsbedingungen und Hygienemissstände in einigen deutschen Restaurants der Kette für einen erheblichen Imageschaden.

In der Anklageschrift ist zudem der Vorwurf der „unrechtmäßigen Bereicherung“ aufgeführt. Was seinem Klienten letztlich serviert wurde, weiß Shapiro auch nicht. In einem Fall sei ein Bottich mit einer bekannten Billig-Aufstrichmarke gesichtet worden. Bei Dunkin' Donuts gibt man sich auf Nachfrage wortkarg. In einem Statement erklärt der Konzern lediglich, mit dem Rechtsstreit vertraut zu sein. Zur hausinternen Butter-Politik heißt es: Die Mehrheit der Dunkin'-Donuts-Restaurants in Massachusetts führten sowohl individuelle Butter-Päckchen als auch einen Ersatzaufstrich auf pflanzlicher Basis.

Beim Thema Lebensmittel sind abstruse Sammelklagen in den USA keine Ausnahme. Das klagefreundliche Rechtssystem, in dem es bei Verbraucherklagen nur selten zum Prozess und häufig zu attraktiven Vergleichen kommt, stachelt die Anwälte zur Kreativität an. Für Unternehmen kann es dadurch rasch unangenehm werden. Im vergangenen Sommer etwa sorgte ein Rechtsstreit um einen Eiskaffee der US-Kette Starbucks für Aufsehen, in dem angeblich viel zu wenig Kaffee und viel zu viel Eis enthalten war. Den Richter überzeugten die Argumente der Klägerin allerdings nicht - er wies die Klage ab.

Zehn dicke Fast-Food-Flops
Omelettburger
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Enormous Omelet Sandwich

Fett, fetter, Omelette-Sandwich: Dieses arterienverstopfende „Frühstückchen“, das Burger King 2005 auf den US-Markt brachte, hatte so viel Kalorien, Fett und Cholesterin zwischen seinen labberigen Brötchenhälften, dass es heftig kritisiert und schließlich größtenteils vom Markt genommen wurde – in einzelnen Restaurants findet man es aber noch hin und wieder.

Foto: Justin Baeder, CC BY 2.0 via Wikimedia Commons

McPizza
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Pizza von McDonald's

Pizza liebt jeder – aber nicht von McDonald's. Die Fast-Food-Kette hat seit den Siebzigerjahren immer mal wieder versucht, Pizza in ihrem Angebot in verschiedenen Ländern der Welt zu etablieren – mit mäßigem Erfolg. Der Hauptgrund, dass die Versuche bis zum Jahr 2000 fast überall wieder eingestellt wurden: Es dauerte mit durchschnittlich elf Minuten einfach zu lange, die Pizza in den Filialen zuzubereiten. Auch die McSpaghetti, ebenfalls ein Versuchsballon der späten Siebziger, konnten sich nicht bei der breiten Masse durchsetzen.

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McLobster
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McLobster

Für Hummer zu McDonald's? Das musste doch einfach schiefgehen. Das samt reichlich Sauce und etwas Salat in ein Hot-Dog-Brötchen geschaufelte Hummerfleisch verschwand nur wenige Wochen nach seiner Markteinführung auch schon wieder. Allerdings: In New England und im Osten Kanadas gibt es den McLobster noch, wann immer McDonald's billig tiefgekühltes Hummerfleisch einkaufen kann.

Foto: Kelapstick, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Mini-Burger
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Mini-Burger

Burger King versuchte mehrmals, Mini-Burger an den Mann zu bringen. In den späten Achtzigerjahren hießen sie „Burger Bundles“, dann „Burger Buddies“ und um das Jahr 2000 versuchte es der Fast-Food-Riese nochmal mit den „Burger Shots“ als Sechserpack. Doch auch die Umbenennungen konnten nichts daran ändern, dass die Kunden einfach nicht zu den Mini-Brötchen greifen wollten.

Foto: „BK Shots“ von Gustav H, CC BY 2.0 via Wikimedia Commons

Hot dogs rest in water before a hot dog eating competition in New York
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McHotdog

McDonald's versuchte sich seit den Neunzigerjahren vor allem bei sommerlichen Sportereignissen im mittleren Westen der USA immer mal wieder am Würstchen im Brötchen – obwohl der frühere CEO Ray Kroc es eigentlich verboten hatte, weil er den Hot Dog als unhygienisch erachtete. Auch in Chile und Japan wurden für kurze Zeit McHotdogs verkauft.

Satisfries
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Satisfries

30 Prozent weniger Fett, aber voller Geschmack – das versprechen die Satisfries von Burger King, ein Wortspiel aus dem englischen „satisfaction“, zu deutsch Befriedigung, und „fries“ für Pommes Frites. Allenfalls „befriedigend“ fanden die Kunden die Fritten, sodass die kalorienreduzierte Variante 2014 im wichtigen US-Markt größtenteils aus dem Programm flog – in Deutschland gibt es die fettärmere Variante hingegen noch.

Foto: obs/Burger King Beteiligungs GmbH

Ananas
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Hula Burger

Katholiken durften bis in die Sechzigerjahre hinein freitags kein Fleisch essen – auch in der Fastenzeit sollen sie auf Fleisch verzichten. Hier sah McDonald's-Gründer Ray Kroc eine Marktlücke und erfand den „Hula Burger“, der anstelle der Hackfleischbulette eine Scheibe gegrillte Ananas mit Käse enthielt. Der Burger war ein Flop – stattdessen setzte sich aber der Fischburger durch, den es als „Filet-o-Fish“ noch heute gibt.

Andere bizarre Fälle verliefen aus Klägersicht aber durchaus erfolgreich: So akzeptierte die Sandwich-Kette Subway 2016 einen Vergleich, nachdem Kunden geklagt hatten, die beliebten Footlong-Sandwiches seien in Wirklichkeit gar nicht einen Fuß (30,5 Zentimeter) lang. Legendär ist auch die Klage einer Frau, die bei McDonald's heißen Kaffee bestellte, sich wegen eines (so der Vorwurf) losen Deckels verbrühte und klagte: Der heiße Kaffee, er sei zu heiß gewesen. Letztlich sind die rechtlichen Skurrilitäten vor allem für eine Gruppe lukrativ: Die Klägeranwälte. So würde Shapiro beim „Fake Butter“-Vergleich 90 000 Dollar einstreichen. Bei der Subway-Klage wurden den Anwälten sogar über 500.000 Dollar zugesprochen.

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