E-Antrieb für Lastwagen Der Truck für die Steckdose

Die Leistungsfähigkeit von Batterien setzt bereits Grenzen, wenn es um Elektroantriebe von Autos geht. Für Lastwagen galten sie bislang als gänzlich ungeeignet. Mehrere Hersteller wollen das ändern.
Der 7,5 Tonner Elektro-LKW der Firma Orten Fahrzeugtechnik. Zahlreiche Hersteller tüfteln an der Zukunft des elektrischen Lastentransports. Quelle: dpa
E-Lastwagen

Der 7,5 Tonner Elektro-LKW der Firma Orten Fahrzeugtechnik. Zahlreiche Hersteller tüfteln an der Zukunft des elektrischen Lastentransports.

(Foto: dpa)

Stuttgart„Paris funktioniert auch ohne Autos“, mit dieser Kampfansage hat Bürgermeisterin Anne Hidalgo im Herbst die französische Hauptstadt einen Sonntag lang zur autofreien Zone erklärt. Angesichts der Debatte um Abgase und Feinstaub könnten Einfuhrverbote für Dieselfahrzeuge, wie sie in Paris diskutiert werden, auch Nutzfahrzeuge treffen. Viele Hersteller tüftelten deshalb an Ideen, wie auch Lastwagen und Transporter elektrisch fahren können, sagt NordLB-Analyst Frank Schwope. Elektromobilität könne die Abgaswerte im innerstädtischen Verkehr durchaus entlasten.

Erste Versuche in den vergangenen Jahren stießen noch auf wenig Kundeninteresse: Daimler hatte 2012 einen Transporter mit E-Antrieb auf den Markt gebracht, das Angebot aber mangels Nachfrage eingestellt, auch wenn Spartenchef Volker Mornhinweg zuletzt betonte, er sehe einen Markt erst in fünf Jahren.

Wer bislang einen Elektro-Brummi kaufen will, lässt häufig umrüsten. Die Firma Orten in Bernkastel-Kues an der Mosel beispielsweise hat in diesem Jahr einen elektrischen 7,5-Tonner auf den Markt gebracht. Elektrofahrzeuge Stuttgart (EFA-S) ist auf E-Antriebe für Transporter spezialisiert und beliefert etwa den Paketdienst UPS.

Die Deutsche Post lässt künftig einen selbst entwickelten Elektro-Transporter „Streetscooter“ in Serie produzieren. Nach und nach will das Unternehmen bis zu 30.000 Fahrzeuge ersetzen. Streetscooter war 2010 als Start-up-Unternehmen gegründet und von der Post gekauft worden.

Was die stärksten und schnellsten Elektro-Autos leisten
McLaren P1
1 von 16

Ein zusätzlicher Elektromotor kann ein Auto sparsamer, aber auch schneller machen: Der McLaren P1 wird zum Beispiel von einem 179 PS starken Elektromotor angetrieben, dessen Batterie auch an der Steckdose geladen werden kann. Da der Wagen so aber nur elf Kilometer weit kommt, haben die Ingenieure zur Unterstützung noch einen Benzinmotor eingebaut. Der 3,8 Liter große V8-Biturbo bringt es auf 737 PS ...

MCLaren P1
2 von 16

Mit der Systemleistung von 916 PS bringt es der P1 auf extreme Beschleunigungswerte: von 0 auf 100 km/h in 2,8 Sekunden, 0 auf 200 km/h in 6,8 Sekunden, erst bei 350 km/h ist Schluss. Der Normverbrauch bleibt mit 8,3 Litern erträglich – dem Elektromotor sei dank. Wer jetzt Interesse hat, ist leider zu spät dran: Trotz eines Stückpreises von 1,1 Millionen Euro waren alle 375 Exemplare noch vor Beginn der Serienproduktion verkauft.

McLaren P1 GTR
3 von 16

Wenn einem der 375-P1-Besitzer das Gefährt auf Dauer zu langweilig ist, kann er sich zusätzlich einen P1 GTR kaufen. Der GTR ist allerdings auf 35 Fahrzeuge limitiert. Dafür gibt es jede Menge Spaß auf der Rennstrecke: Der Benziner leistet jetzt 800 PS, der Elektromotor 200 PS. Macht zusammen exakt 1.000 PS. Da McLaren nicht nur die Leistung gesteigert hat, sondern den P1 GTR konsequent auf Rennsport getrimmt hat, ist leider die Straßenzulassung verloren gegangen ...

McLaren P1 GTR
4 von 16

In der heimischen Garage darf der GTR-Besitzer seinen Rennwagen aber nicht bewundern: Die Autos bleiben bei McLaren und werden von den Briten zu acht Events pro Jahr eingeflogen. Nach dem der Fahrer seinen P1 GTR auf einer der aktuellen Formel-1-Strecke ans Limit getrieben hat, wird der McLaren zurück nach Woking gebracht – bis zum nächsten Event. 2,5 Millionen Euro kostet der Spaß.

LaFerrari
5 von 16

Nicht nur in der Formel 1 duellieren sich McLaren und Ferrari, sondern auch auf der Straße – zumindest beim Kampf um die zahlungskräftige Kundschaft. Das Spitzenmodell der Italiener, der LaFerrari, steht in vielerlei Hinsicht in direkter Konkurrenz zum P1. Auch hier wird der Benzinmotor von einer kräftigen E-Maschine unterstützt. Zusammen mit dem 6,3-Liter-V12 bringt es der LaFerrari so auf 963 PS. Nicht nur bei der Leistung, auch bei der Beschleunigung liegt der rote Flitzer aus Maranello vor dem McLaren: Beim besonders relevanten Spurt aus dem Stand auf 300 km/h nimmt der LaFerrari mit 14,0 Sekunden dem P1 ganze 1,5 Sekunden ab.

LaFerrari
6 von 16

Es gibt aber auch Unterschiede zum McLaren P1: An der Steckdose wird man einen LaFerrari nicht sehen, seine Batterie wird nur von dem V12 aufgeladen. Rein elektrisch fahren kann der LaFerrari auch nicht wirklich: Nur beim Einparken bis sechs km/h ist der V12 abgeschaltet, selbst bei Stadt-Tempo läuft der Benziner die ganze Zeit mit. In einem Punkt ähneln sich McLaren und Ferrari wieder: Interessenten sind zu spät dran, alle Fahrzeuge – in diesem Fall 499 Stück – sind bereits vergeben.

Ferrari FXX K
7 von 16

Was McLaren mit dem P1 GTR macht, hat eigentlich Ferrari erfunden: Von dem Supersportwagen der 2000er-Jahre, dem Enzo, entstand –damals noch mit Hilfe von Michael Schumacher – der FXX. Ein radikales "Forschungs- und Entwicklungsauto", wie Ferrari es nennt, das die besonders treuen und zahlungskräftigen Kunden bei einigen Veranstaltungen auf der Rennstrecke ausführen durften. Auch der LaFerrari hat seinen Rennstrecken-Ableger, den FXX K. Das "K" steht für das Energierückgewinnungssystem KERS, das an das Hybrid-System der Formel 1 angelehnt ist. Die ungewöhnliche Optik ist einer verbesserten Aerodynamik geschuldet, die aber notwendig ist, um die 1050 PS auf der Straße, äh Rennstrecke, zu halten. 40 Exemplare zum Stückpreis von 2,5 Millionen Euro sollen in den nächsten beiden Jahren entstehen.

Aber auch die großen Nutzfahrzeughersteller forschen an Möglichkeiten, wie sie Elektrontriebe einsetzen können. Der zum Volkswagen-Konzern gehörende Lkw-Hersteller MAN will erst auf der Branchenschau IAA im Herbst Technologien für die Elektromobilität zeigen. Andere sind weiter:

Daimler etwa stattet den kleinen Lastwagen seiner Marke Canter in einer Kleinserie mit Elektromotoren aus. Bei einem Testlauf in Portugal waren die Fahrzeuge im Schnitt 50 Kilometer pro Tag unterwegs. Die Batterien hätten aber auch für Reichweiten von bis zu 109 Kilometern gereicht. An Schnellladestationen können die Fahrzeuge binnen 30 Minuten aufgeladen werden. Der Test soll nun in Stuttgart fortgesetzt werden. Am Montag wurden fünf Fahrzeuge an die Stadt Stuttgart und Hermes übergeben.

Siemens kooperiert mit Volvo und Scania
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: E-Antrieb für Lastwagen - Der Truck für die Steckdose

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%