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E-Commerce Augenoptik-Konzern Essilor will den Onlinehändler Brille24 kaufen

Der Augenoptik-Marktführer könnte den deutschen Anbieter für einen zweistelligen Millionenbetrag übernehmen. Das würde die Branche verändern.
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Der Optiker-Konzern Essilor will sein Digitalgeschäft weiter ausbauen. Quelle: dpa
Brillengeschäft

Der Optiker-Konzern Essilor will sein Digitalgeschäft weiter ausbauen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer französisch-italienische Augenoptik-Konzern Essilor-Luxottica will seinen digitalen Vertrieb weiter stärken. Wie das Handelsblatt aus gut unterrichteten Kreisen erfahren hat, plant das Unternehmen dazu die Übernahme des deutschen Onlinehändlers Brille24.de. Wenn die Wettbewerbsbehörden zustimmen, soll die Transaktion Insidern zufolge bereits im zweiten Quartal 2019 abgeschlossen werden.

Brille24 und Essilor waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der Kaufpreis liege im „mittleren zweistelligen Millionenbereich“, erfuhr das Handelsblatt aus Verhandlungskreisen.

Essilor-Luxottica soll den Informationen nach 100 Prozent der Anteile von Brille24 übernehmen. Eingefädelt habe den Deal der französische Vorstandschef von Brille24, Christophe Hocquet. Die Mehrheit an dem Unternehmen halten bisher die Venture-Capital-Unternehmen Time for Growth aus Paris und VCDE aus Frankfurt. Daneben gibt es zahlreiche kleinere Anteilseigner, die aber offenbar alle verkaufsbereit sind.

Der 2007 gegründete Onlinehändler Brille24 hat nach eigenen Angaben rund eine Million registrierter Kunden und betreibt Webshops in Deutschland, Belgien, Frankreich, Portugal, Spanien und den Niederlanden. Genaue Umsatzzahlen nennt das Unternehmen nicht. Vorstandschef Hocquet hatte jedoch Anfang 2018 gesagt, es sei das Ziel des Unternehmens im Jahr 2018 einen Umsatz von 30 Millionen Euro zu erzielen.

Im vergangenen Jahr hatte sich Brille24 mit der Übernahme des Kontaktlinsenhändlers Lensspirit verstärkt. Damit hat der Händler sein Angebot ausgeweitet, das sich zuvor auf Brillen von Markenherstellern und Eigenmarken beschränkte.

Vor wenigen Wochen erst hat der Händler ein neues Logistikzentrum in Leipzig eröffnet. Das Unternehmen verdreifacht damit seine Versandkapazität auf 15.000 Artikel pro Tag. Ziel ist es, innerhalb Deutschlands die Ware spätestens 24 Stunden nach der Bestellung beim Kunden zu haben.

Außerdem forciert das Unternehmen den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in sämtlichen Unternehmensbereichen. So setzt es beispielsweise im Kundenservice Chatbots ein. Auch sollen Kunden mithilfe von Künstlicher Intelligenz schneller ihre Wunschbrille im Angebot von Brille24 finden.

Schwierigkeiten auf dem deutschen Markt

Doch trotz aller Investitionen hat sich Brille24 bisher im deutschen Markt schwergetan. Bereits 2011 hatte der Gründer Matthias Hunecke angekündigt, innerhalb von zwei Jahren den Umsatz auf 40 Millionen Euro zu steigern. Doch Marktführer im Onlinehandel mit Brillen ist in Deutschland Mister Spex, nach eigenen Angaben hatte der Branchenführer im vergangenen Jahr bereits die Umsatzschwelle von 100 Millionen Euro durchbrochen.

Dazu kommt: Die Deutschen tun sich immer noch schwer, ihre Sehhilfen im Internet zu kaufen. Der Onlinehandel kam nach dem jüngsten verfügbaren Branchenbericht des Zentralverbands der Augenoptiker 2017 auf einen Umsatzanteil von gerade mal 4,3 Prozent.

Etwas mehr als die Hälfte des Onlineumsatzes wird außerdem mit Kontaktlinsen erzielt. Unangefochtener Marktführer ist die Optikerkette Fielmann, die den Onlinehandel bisher weitgehend ignoriert. Auch Mister Spex hat mittlerweile eigene stationäre Geschäfte eröffnet.

Wenn der geplante Verkauf zustande käme, könnte das jedoch Brille24 einen neuen Schub geben – nicht zuletzt durch die deutlich größeren Finanzmittel von Essilor-Luxottica. Der weltweite Marktführer ist gerade erst aus der Fusion der Unternehmen Essilor und Luxottica hervorgegangen.

Essilor ist der führende Hersteller von Linsen, Luxottica ist spezialisiert auf Brillengestelle und hat namhafte Marken wie Ray Ban und Oakley im Programm. Zusammengerechnet erwirtschaften die beiden Unternehmen 16,5 Milliarden Euro.

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