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E-Commerce Das sind die schnellsten Online-Modehändler

Der Boom im Online-Geschäft hat harte Konsequenzen: Viele Modefirmen liefern ihre Ware zu spät – nur Luxusmarken schneiden relativ gut ab.
Update: 08.02.2019 - 16:20 Uhr Kommentieren
Nicht alle Modehändler schaffen es, ihre Ware schnell genug zu den Kunden zu bringen. Quelle: dpa
Amazon-Logistikzentrum in Dortmund

Nicht alle Modehändler schaffen es, ihre Ware schnell genug zu den Kunden zu bringen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfImmer mehr Kunden kaufen ihre Jacken, T-Shirts und Sneakers im Internet. Allein im vergangenen Jahr ist der Umsatz mit Kleidung und Schuhen in Deutschland nach Angaben des Branchenverbands BEVH um etwa 8 Prozent auf rund 17 Milliarden Euro gestiegen – also eigentlich alles gut für die Onlinemodehäuser.

Doch der Boom überfordert die Modehändler und Modemarken zunehmend. Denn sie schaffen es nicht mehr, die bestellte Kleidung rechtzeitig zu liefern.

Im Geschäft vor Weihnachten war der Lieferengpass besonders groß. Die durchschnittliche Lieferzeit stieg auf 4,8 Tage – von 3,1 Tagen im Vorjahr. Das ist das Ergebnis eines „Stresstests im Online-Versand“ der Beratung Kurt Salmon, die zu Accenture Strategy gehört.

Viele Firmen können ihre Lieferversprechen demnach nicht einhalten. „Knapp 40 Prozent der Unternehmen liefern nicht in der versprochenen Zeit“, kritisiert Sven Kromer, Geschäftsführer der Beratung. Und das, „obwohl sie die versprochenen Lieferfristen seit vergangenem Jahr teils sogar schon verlängert haben“.

Das kommt bei den Kunden immer schlechter an. Denn der amerikanische Onlineriese Amazon hat die Kunden längst daran gewöhnt, dass sie ihre Jeans und T-Shirts zum Teil schon am nächsten Tag erhalten können. Und er investiert große Summen, um das Tempo weiter zu erhöhen und zunehmend die Lieferung noch am selben Tag zu schaffen.

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Amazon schneidet beim Stresstest dann auch zum Teil besser ab als der Durchschnitt der Modefirmen. Bestellungen über den Sonderservice Prime kamen schon nach rund drei Tagen bei den Kunden an. Diese Schnelligkeit stärkt die Position des weltweiten Marktführers im Onlinegeschäft weiter. So konnte Amazon seinen Umsatz im vergangenen Jahr allein in Deutschland um rund 17 Prozent auf umgerechnet 17,4 Milliarden Euro steigern.

Am ehesten können bei den Lieferzeiten noch Luxusmarken mithalten. Diese schneiden beim Stresstest besser ab als andere Modefirmen. Die per Smartphone oder Tablet bestellte Luxusware trifft im Durchschnitt nach 3,6 Tagen ein.

Das ist zwar mehr als die 3,0 Tage beim vorangegangenen Test, aber deutlich schneller als bei Discountern wie Takko oder Kik. Dort brauchen die Kunden viel Geduld, weil das Bestellte im Durchschnitt erst nach knapp sieben Tagen beim Kunden eintraf, so ein Ergebnis des Stresstests.

Zu den schnellsten Luxusmarken im Onlinegeschäft gehören der britische Burberry Konzern sowie die deutsche Marke Escada. Da dauerte es beim Stresstest nur zwei Tage von der Bestellung bis zur Lieferung der Pakete. Aber auch Marken im gehobenen Modemarkt wie Strellson und Strenesse schaffen es in zwei Tagen.

Die Unterschiede zwischen Luxus- und Billiganbietern haben einen einfachen Grund: Wer viel Geld für ein Produkt bezahlt, erwartet auch eine zuverlässige und zügige Lieferung. Und die Luxusmarken können es sich mit ihren üppigen Margen leisten, in die Logistik zu investieren.

Doch die Zuverlässigkeit bei der Lieferung ist in der gesamten Modebranche noch verbesserungsbedürftig. Sie sank in den vergangenen drei Jahren von 75 auf 66 Prozent. Das steigert die Unzufriedenheit bei den Kunden. Bereits im Sommer hatten sich viele beschwert, weil große Konzerne wie H&M ihre Ware nicht rechtzeitig liefern konnten.

Keine kostenlose Lieferung

Die Probleme hängen damit zusammen, dass die Infrastruktur der Modefirmen nicht schnell genug mitwächst. Das reicht von den Lagerkapazitäten und der Geschwindigkeit beim Handling der Ware bis zur Auslieferung an den Kunden.

Deshalb baut der deutsche Onlinehändler Zalando ein neues Logistikzentrum im ostdeutschen Halle mit einer Fläche von 35 000 Quadratmetern. Es soll dafür sorgen, die verschiedenen lokalen Logistikzentren schneller mit Ware zu versorgen.

„Letztendlich werden unsere Kunden davon profitieren, dass sie ihre Bestellungen schneller erhalten“, fasst Jan-Hendrik Bartels, Chef der Abteilung Customer Fulfillment & Logistics bei Zalando, das Ziel der Großinvestition zusammen.

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Eines der größten Probleme beim Onlinehandel ist es, die letzte Meile vom Lager bis zur Wohnung der Kunden schnell zu überbrücken. Dienstleister wie DHL oder Hermes sind durch die steigende Flut der Onlinebestellungen zeitweise überfordert.

Amazon will sich deshalb nicht allein auf die bekannten Anbieter verlassen und baut einen Lieferservice auf. Und Zalando nutzt in den Metropolregionen für die letzte Meile zum Kunden immer häufiger Handelspartner und kleine Kurierbetriebe.

Nicht nur da wächst der Konkurrenzdruck. Kromer ist davon überzeugt, dass die Zeit der Gratislieferung zu Ende geht. „Die Modehäuser werden künftig nicht mehr alle Kunden kostenlos beliefern können, weil die Kosten der Zusteller gestiegen sind und weiter steigen“, erwartet der Berater.

So hat DHL zum 1. Januar die individuell vereinbarten Konditionen mit Firmenkunden überdurchschnittlich angehoben. Bei DPD müssen Geschäftskunden jetzt 6,5 Prozent mehr zahlen. Kromer erwartet deshalb „bereits zum nächsten Weihnachtsgeschäft Steigerungen bei den Versandgebühren in Richtung Kunde“.

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