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E-Commerce Ebay-CEO kommt New Yorker Hedgefonds in letzter Minute entgegen

Der Online-Marktplatz Ebay gewährt dem renitenten New Yorker Hedgefonds Sitze im Aufsichtsrat. Doch der Kampf ist damit nur aufgeschoben.
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Die zwei Sparten, Kleinanzeigen und Stubhub, könnten Ebay zusammen etwa zwölf bis 16 Milliarden Dollar einbringen. Quelle: AP
Ebay

Die zwei Sparten, Kleinanzeigen und Stubhub, könnten Ebay zusammen etwa zwölf bis 16 Milliarden Dollar einbringen.

(Foto: AP)

San FranciscoDevin Wenig will Frieden: Quasi in letzter Minute vor dem Ablauf der Anmeldungsfrist für Aufsichtsräte zur Wahl bei der nächsten Hauptversammlung schloss der CEO von Ebay einen Pakt mit seinen größten Herausforderern. Die Aktionärs-Aktivisten Elliott Management und Starboard Value entsenden zwei Mitglieder ins Board, das Aufsichtsgremium bei US-Aktiengesellschaften. Auf einen weiteren Kandidaten will man sich kurzfristig einigen.

Mit diesem Schachzug vermeidet der Vorstandschef einen drohenden Krieg um die Besetzung das Aufsichtsrats, in den USA „Proxy Fight“ genannt, der mit einer Kampfabstimmung der Aktionäre enden könnte. Die Chancen, dass Wenig die Kampfabstimmung verlieren und damit seinen Job verlieren könnte, sind durchaus real. Ebay wächst langsamer als Rivale Amazon, hat selten seine Quartalsziele erreicht und der Aktienkurs fiel bis Ende Dezember bis auf 26,14 Dollar. Seitdem ist er wieder bis auf knapp über 37 Dollar gestiegen. Das Allzeithoch liegt bei rund 43 Dollar.

Wenig stimmt auch einer zentralen Forderung der Aktionäre zu, die sie in einem offenen Brief am 22. Januar gestellt hatten. Ebay wird sein gesamtes Portfolio an Unternehmen überprüfen und sich gegebenenfalls von einigen Beteiligungen oder Töchtern trennen oder sie ausgründen.

Zur Diskussion stehen die Ticketbörse Stubhub und das Kleinanzeigengeschäft. Die Verkäufe könnten Milliarden von Dollar in die Kassen spülen, die Ebay nutzen könnte, um sich gegen den übermächtigen Feind Amazon neu zu positionieren.

Während Jeff Bezos Amazon in ein neues Geschäftsfeld nach dem anderen treibt, ist bei Ebay seit der Trennung von der Finanztochter PayPal 2015 wenig an Aufbruchstimmung zu spüren. Zuletzt hatte Ebay angekündigt, seine weltweiten Marktplätze unter einer gemeinsamen Führung zusammenzubringen.

„Wir teilen alle eine gemeinsame Überzeugung“, so Wenig in einer Stellungnahme zu den Entwicklungen zum Wochenende, „Wir sehen ungeheure Möglichkeiten vor uns und wollen Ebays Potenzial voll ausschöpfen.“ Er habe monatelang mit großen Ebay-Aktionären gesprochen und das sei jetzt das Ergebnis.

Ebay hatte sich zuvor bereits zur Einführung einer Dividende bereiterklärt. Über die kommenden zwei Jahre ist geplant, sieben Milliarden Dollar an die Aktionäre zurückzugeben. Randaktivitäten wie Flipkart oder Mercado Libre wurden abgestoßen, in der Zentrale in San Jose werden 135 Stellen abgebaut.

Der New Yorker Hedgefonds Elliott wird vom Milliardär Paul Singer geleitet und hat einen vierprozentigen Anteil an Ebay zusammengekauft. Dafür kommt jetzt Elliott-Partner Jesse Cohn ins Board und für Starbord Value kommt Matt Murphy von Marvell Technology Group. Sie sollen jetzt an der Neuausrichtung des Online-Marktplatzes teilnehmen. Folgt das Management den Vorschlägen der Aktivisten, könnte die Ebay-Aktie 55 bis 63 Dollar wert sein, rechnet Elliott den gebeutelten Aktionären vor.

Aber festgemeißelt ist noch gar nichts, betont Ebay. Über die Ergebnisse der Evaluierungen soll im Herbst berichtet werden, die Ergebnisse seien völlig offen. Wenig selbst hatte sich in der Vergangenheit gegen einen Verkauf von StubHub oder Kleinanzeigen ausgesprochen. Denn Kasse machen im Sinne von Großaktionären ist das eine. Aber ein strategischer Angriffsplan gegen Amazon ist damit noch lange nicht in Sicht.

Mit dem Friedensschluss hat sich Ebay zumindest erst einmal Zeit erkauft. Spekulationen schießen ins Kraut, Ebay könnte auch komplett zerschlagen und verkauft werden. Als potente Käufer für die Marktplätze werden immer wieder Google oder Facebook in die Runde geworfen, aber auch Private Equity-Investoren. Die Börsenkapitalisierung liegt derzeit bei gut 34 Milliarden Dollar.

Im Herbst wird Devin Wenig dann Farbe bekennen müssen, wie er sich die Zukunft eBays als eigenständiges Unternehmen vorstellt. Die Wall Street bleibt skeptisch. Zu Handelsbeginn am Freitag sprang der Kurs über fünf Prozent hoch bis über 39 Dollar, um dann praktisch alle Tagesgewinne wieder abzugeben.

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