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E-Commerce Google steckt 550 Millionen Dollar in Alibaba-Rivalen JD

Google dringt mit Macht in den E-Commerce vor. Nun verbündet sich der Internetriese mit dem zweitgrößten Online-Händler Chinas.
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„Alibaba macht gute Markenführung“ – Google bleibt wertvollste Marke

SingapurAuf den ersten Blick wirkt es wenig: Der Tech-Gigant Google kauft Aktien im Wert von 550 Millionen US-Dollar des Handelskonzerns JD.com. Das ist weniger als ein Prozent der Anteile an Chinas zweitgrößtem Onlinehändler.

Doch die Partnerschaft hat strategische Bedeutung. Google will aus seiner großen Reichweite finanziell noch mehr Nutzen schlagen und deshalb in den E-Commerce expandieren. Auch mit dem französischen Supermarktbetreiber Carrefour hat der US-Konzern in der vergangenen Woche eine Partnerschaft geschlossen.

Das ist auch der Börse geschuldet. „Der Kapitalmarkt bewertet E-Commerce mittlerweile sehr hoch“, sagt Moritz Hagenmüller, Leiter des Strategiegeschäfts für Konsum und Handel bei der Unternehmensberatung Accenture. Deswegen würden alle großen Technologiekonzerne E-Commerce-Strategien höhere Priorität einräumen.

Die Partnerschaft mit JD.com soll Google nun auch in Asien neue Märkte erschließen. „Wir freuen uns, dass wir künftig mit JD.com zusammenarbeiten“, sagte Google-Manager Philipp Schindler. „Wir wollen gemeinsam neue Lösungen für Handelssysteme weltweit erkunden.“

Experte Hagenmüller sieht die zunehmende Konvergenz von E-Commerce und Suche als „logischen Schritt“. „Es zeigt sich global die Entwicklung, dass Suchanfragen nach Produkten mehrheitlich auf Webcommerce-Plattformen beginnen und nicht mehr auf klassischen Suchmaschinen.“ Google habe bisher als Marktplatz kaum eine Bedeutung. Nun könnten die Unternehmen ihre Fähigkeiten kombinieren.

Vorbild ist der chinesische Markt: Schon jetzt kombiniert JD.com hier Datensätze des Social-Network-Anbieters Tencent mit eigenen Nutzerdaten. Schließlich ist Tencent bereits größter Aktionär von JD.com.

Die Partnerschaft zahlt sich aus: JD.com ist die Shopping-Plattform auf Tencents hochpopulärem Messenger-Dienst WeChat – ein erheblicher Vorteil im Kampf gegen Marktführer Alibaba. In China läuft ein Drittel des Onlinehandels über soziale Netzwerke. Hier erhofft sich nun Google, dessen Dienste in China geblockt sind, einen Anteil an dem lukrativen Markt.

Google wiederum könnte JD.com bei der Auslandsexpansion helfen. Die Handelsplattform will in den asiatischen Schwellenländern dem US-Konkurrenten Amazon zuvorkommen.

„Amazon geht bislang in die entwickelten Märkte, wir haben hingegen Erfahrung mit Wachstumsmärkten“, sagte Winston Cheng, President International bei JD.com, dem Handelsblatt in der vergangenen Woche beim Konsumgüterforum CGF in Singapur. „Anders als Amazon setzen wir bei der Expansion in neue Länder auf lokale Partner.“

JD.com hat sich zuletzt an mehreren regionalen Spielern beteiligt, etwa in Indonesien, Thailand und Vietnam. In Asien außerhalb Chinas spielt Google eine starke Rolle, etwa mit seinem Assistenten auf Handys. JD.com und seine Partner könnten künftig beim E-Commerce über den Google-Assistenten bevorzugt zum Zuge kommen – ähnlich wie innerhalb Chinas auf WeChat.

JD.com geht es bei seinen Partnerschaften immer auch um Nutzerdaten. Auch hier könnte Google hilfreich sein. JD.com könne bereits durch die Kooperation mit Tencent auf mehr als 10 000 Datenpunkte je Nutzer zugreifen, sagte Cheng dem Handelsblatt.

Diese Datenmacht will JD.com verstärkt nutzen: Nach zwölf Jahren Unternehmensgeschichte als Einzelhändler wolle sich JD.com in den kommenden zwölf Jahren als Technologie-Konzern profilieren, der mithilfe von Daten Markenherstellern bei der Profilierung, der Sortimentsentwicklung und bei der Kontrolle von Lieferketten helfen will, kündigte Cheng an.

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