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E-Commerce So fiebern Aldi und Alpecin dem Singles' Day entgegen

Bei dem Mega-Verkaufsevent am 11. November werden in China Milliarden umgesetzt. Auch deutsche Unternehmen bereiten sich seit Monaten akribisch vor.
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Aldi und Alpecin fiebern dem Singles Day in China entgegen Quelle: AFP
Logistikcenter in Lianyungang

Allein über die Plattform des chinesischen Online-Marktführers Alibaba wurden am Singles' Day 2018 Geschäfte von 31 Milliarden Dollar gemacht. Rund 150.000 Bestellungen gingen pro Sekunde ein.

(Foto: AFP)

Düsseldorf Der Chef der Dr.-Wolff-Gruppe scheut keinen Aufwand, um die Chinesen für seine Shampoo-Marken Alpecin und Plantur zu begeistern. Pünktlich vor dem Start des Mega-Shopping-Events Singles' Day trat Eduard Dörrenberg als Gast in der beliebten chinesischen TV-Show „Let's Talk“ auf.

Und sogar in der größten chinesischen Abendshow „Happy Camp“ mit 300 Millionen Zuschauern wurden Produkte der Marke Plantur präsentiert. Denn es ging um das Thema, bei dem sich die Dr.-Wolff-Gruppe als Experte sieht: Haarausfall.

Seit Jahren schon beackert das Familienunternehmen intensiv den chinesischen Markt. Der geschäftsführende Gesellschafter Dörrenberg ist mit seiner Familie für vier Jahre nach Singapur gezogen, um ein Gefühl für den asiatischen Markt zu bekommen. Über mehrere Tausend stationäre Drogeriemärkte, aber auch insbesondere über die großen Onlinemarktplätze verkauft das Unternehmen mittlerweile Produkte der Marke Alpecin in China.

Der sogenannte Singles' Day am 11. November ist deshalb für den Hersteller einer der wichtigsten Tage des Jahres. Schon seit Monaten bereiten die acht Mitarbeiter in der Niederlassung in Schanghai die Teilnahme an diesem Event akribisch vor.

„In diesem Jahr haben wir sehr großen Fokus auf die vierwöchige Vor-Verkaufsphase gelegt. Daher mussten Werbemaßnahmen und Warenverfügbarkeiten rechtzeitig abgesichert sein“, berichtet Fabian Schneider, verantwortlich für China und Nord-Ost-Asien bei Dr. Wolff. Rund 60.000 Flaschen Alpecin hat der Hersteller im vergangenen Jahr am Singles' Day abgesetzt. Dieses Jahr soll auch das Shampoo der Marke Plantur dazukommen.

Kollektiver Konsumrausch

Die Chinesen geraten am Singles' Day geradezu in einen Kaufrausch. Ein hoher zweistelliger Milliardenbetrag wird rund um diesen Tag dort im E-Commerce umgesetzt. Allein über die Plattform des Marktführers Alibaba wurden im vergangenen Jahr Geschäfte im Volumen von 31 Milliarden Dollar gemacht. Das sind rund 150.000 Online-Bestellungen pro Sekunde.

Und dieses Jahr dürften diese Rekordwerte erneut übertroffen werden. Nach einer Umfrage der Strategieberatung Alix Partners wollen die chinesischen Verbraucher ihre Ausgaben am Singles' Day noch mal um rund 50 Prozent steigern. Und dieses Umsatzpotenzial wollen sich auch viele deutsche Händler und Hersteller nicht entgehen lassen. „Für Markenhersteller aus Deutschland ist die Teilnahme am Singles' Day in China Pflicht“, sagt Peter Heckmann, Handelsexperte und Managing Director von Alix Partners.

Auch Aldi beispielsweise bereitet sich mit seinem Team vor Ort aufwendig auf das Ereignis vor. „Die Singles-Day-Kampagnen in den vergangenen beiden Jahren waren ein voller Erfolg“, schwärmt ein Sprecher von Aldi China. Deswegen setzt das Unternehmen auch dieses Jahr wieder große Hoffnungen auf das Event. Um den Ansturm bewältigen zu können, wurden die Mitarbeiter im Kundendienst extra noch mal geschult und die Logistikkapazitäten erweitert.

Aldi verkauft über die Alibaba-Plattform Tmall, das soziale Netzwerk WeChat und über den Lebensmittel-Marktplatz Ele.me. Gefragt sind vor allem die Eigenmarkenprodukte, wie unter anderem marokkanisches Haaröl und weitere Körperpflegeartikel von Lacura oder Farmdale-Milchpulver, das aus Australien importiert wird.

„Der Singles' Day und die Wochen zuvor sind in China eine hochspannende Phase, alle Händler sind in großer Aufregung“, sagt Dr.-Wolff-Chef Dörrenberg. Sogar am Tag selber werde sein Team im Live-Modus ständig Trackings und Optimierungen der Marketingmaßnahmen vornehmen. Und eins ist klar: „Wir erwarten wieder neue Rekordumsätze.“

Mehr: Amazon, Ebay, Alibaba: Konsumenten misstrauen Plattformen wegen Fälschungen

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