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E-Zigaretten Tabakkonzern Altria muss 4,5 Milliarden Dollar auf Juul-Anteile abschreiben

Der Marlboro-Hersteller hatte 13 Milliarden Dollar für 35 Prozent an dem E-Zigarettenhersteller ausgegeben. Doch jetzt steckt Juul tief in der Krise.
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Staatsanwälte untersuchen, ob Anbieter von E-Zigaretten mit ihrem Marketing direkt Teenager ansprechen und wie hoch die Nikotinwerte in der vermeintlich gesünderen Zigaretten-Alternative sind. Quelle: AFP
Juul-Produkte

Staatsanwälte untersuchen, ob Anbieter von E-Zigaretten mit ihrem Marketing direkt Teenager ansprechen und wie hoch die Nikotinwerte in der vermeintlich gesünderen Zigaretten-Alternative sind.

(Foto: AFP)

New York Der Marlboro-Hersteller Altria hat sich mit seiner Investition in den E-Zigaretten-Spezialisten Juul Labs verzockt. 4,5 Milliarden Dollar, rund 4 Milliarden Euro, muss Altria nun auf die Beteiligung abschreiben. Das gab das Unternehmen an diesem Donnerstag bekannt. Für den Anteil von 35 Prozent hatte der Tabakkonzern noch im Dezember knapp 13 Milliarden Dollar investiert.

Seit Anfang des Jahres häufen sich in den USA Lungenkrankheiten und Todesfälle von E-Zigaretten-Rauchern, sogenannten Vapern. Auch wenn Juul nicht direkt mit den Todesfällen in Verbindung steht, so hat sich die Stimmung insgesamt gegen E-Zigaretten gedreht.

Staatsanwälte untersuchen, ob Anbieter von E-Zigaretten mit ihrem Marketing direkt Teenager ansprechen und wie hoch die Nikotinwerte in der vermeintlich gesünderen Zigaretten-Alternative sind. Die US-Regierung erwägt, fruchtige und minzige Geschmacksrichtungen für E-Zigaretten zu verbieten und nur noch den klassischen Tabakgeschmack zuzulassen.

Gerade die süßlichen Geschmacksrichtungen sind die Einsteigervarianten, die auch Nichtraucher ansprechen. Für Juul wäre ein solches Verbot verheerend: Schließlich machen diese Geschmacksrichtungen 80 Prozent der Umsätze aus.

Altria nennt das drohende Verbot als Hauptgrund für die Abschreibungen. Dennoch hält Vorstandschef Howard Willard an der Suche nach Alternativen zum klassischen Tabak fest: „Wir glauben weiterhin, dass die Evolution der Tabakindustrie eine große Chance für Altria darstellt“, sagte er. „Mit den aktuellen Trends unter erwachsenen Rauchern und der Disruption durch E-Vaper ist es die richtige Zeit, das Angebot dieser Optionen zu erweitern“.

Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Juul 500 Mitarbeiter entlassen wird. Das sind mehr als zehn Prozent. Firmenchef Kevin Bruns war bereits im September zurückgetreten und hat sich für die Vaping-Epidemie unter Teenagern entschuldigt.

Neuer Juul-Chef steuert um

Mittlerweile steht K.C. Crosthwaite an der Spitze von Juul, ein Topmanager des Marlboro-Herstellers Altria. Er bringt er seine langjährige Erfahrung in der Tabakindustrie mit, die in der Vergangenheit oft mit Behörden und Gerichten zu tun hatte.

Crosthwaite hat bereits das Marketingbudget gekürzt und Kampagnen gegen Vaping für Jugendliche angestoßen. Ziel sei es, „eine Lizenz zu erlangen, mit der wir in den USA und weltweit operieren können“, teilte der Juul-Chef mit.

Die Probleme bei Juul haben auch die Fusionsgespräche zwischen Altria und Philip Morris International beendet. Die beiden wollten sich eigentlich wieder zusammenschließen. Für Philip Morris war vor allem Altrias Beteiligung an Juul interessant.

Doch mit den jüngsten Skandalen bei Juul haben die beiden die Fusionsverhandlungen abgebrochen. Philip Morris konzentriert sich nun wieder auf die eigene E-Zigaretten-Variante Iqos. Die wurde, anders als Juul, von der US-Gesundheitsbehörde FDA zugelassen.

Mehr: Mysteriöse Vaping-Tote und der Gegenwind aus der Politik haben Konsequenzen: Der E-Zigaretten-Hersteller Juul entlässt 500 Mitarbeiter.

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