E-Zigaretten Wie ungesund sind „Dampf-Zigaretten“ wirklich?

Die E-Zigarette gilt als gesunde Alternative zur Kippe. Doch Experten warnen und in den USA gibt es jetzt erste Sanktionen gegen die Dampf-Industrie.
Kommentieren
Doch Wissenschaftler sind sich uneinig, wie gefährlich die Dampfer wirklich sind. Quelle: dpa
E-Zigaretten werden immer beliebter in Deutschland

Doch Wissenschaftler sind sich uneinig, wie gefährlich die Dampfer wirklich sind.

(Foto: dpa)

DüsseldorfE-Zigaretten sind die große Hoffnung aller deutschen Raucher: Sie sind günstiger, schmecken besser und sollen angeblich gesünder sein. Viele alte Raucher sind gerade deswegen auf die sogenannten „Dampfer“ umgestiegen. In Deutschland gibt es immer mehr von ihnen. 2018 waren es laut des Verbandes des E-Zigarettenhandels bereits 3,5 Millionen.

Für Philip Morris, Reemtsma, Reynolds und Co. ist es ein großes Geschäft. Sie gehören zu den größten Herstellern von E-Zigaretten der Welt. Allein in Deutschland könnten sie 2019 nach Schätzung des Bündnisses für Tabakfreien Genuss rund 500 Millionen Euro umsetzen, ein Zuwachs von 25 Prozent. Doch während die E-Zigaretten in Deutschland beliebter werden, herrscht unter Wissenschaftlern eine Kontroverse, wie schädlich die Dampfer in Wirklichkeit sind – vor allem in den USA.

Experten der Johns Hopkins University haben in den E-Zigaretten bereits Gifte wie Nitrosamine, Diethylenglykol und Formaldehyd gefunden. Auch die Chemikalien, die beim Verdampfen der Aromastoffe entstehen, sind noch unerforscht. Zwar sei die E-Zigarette weniger schädlich als das Rauchen von Tabak, aber dennoch gefährlich.

Die Food & Drug Administration (FDA), ein Unterbau des US-Amerikanischen Gesundheitsministeriums, sieht besonders Kinder und Jugendliche gefährdet. „E-Zigaretten sind ein omnipräsenter und gefährlicher Trend unter Jugendlichen“, sagt der FDA-Vorsitzende Scott Gottlieb.

Die Dampfer wirken im Vergleich zur alten Fluppe deutlich hipper. Außerdem sprechen die verschiedenen Geschmacksrichtungen gerade junge Menschen an. Die E-Zigarette gilt daher als Einstieg auf dem Weg zum Tabakgenuss. „Es kann nicht sein, dass eine ganze Generation süchtig nach Nikotin ist nur weil es lecker schmeckt,“ betont Gottlieb.

Die FDA hat deshalb den jugendlichen Genuss von E-Zigaretten neulich als „Epidemie“ bezeichnet. Um dem vorzugreifen hat die Organisation nun Sanktionen gegen insgesamt 1300 Hersteller von E-Zigaretten ausgesprochen. Neben 1100 Abmahnungen und 131 Geldstrafen sind die fünf größten Hersteller außerdem verpflichtet innerhalb von 60 Tagen einen Plan aufzustellen, um den jugendlichen Genuss von E-Zigaretten einzugrenzen. Ansonsten drohen den Unternehmen juristische Konsequenzen.

In Deutschland gibt es diese Bedenken bislang nicht in dieser Form. Etwa 90 Prozent der Dampfer sind ehemalige Raucher, die meisten davon wechseln innerhalb eines Monats komplett zur tabaklosen Alternative. Viele von ihnen glauben daran, dass E-Zigaretten ein 95 Prozent geringeres Schadenpotential besitzen als klassische Tabak-Zigaretten.

Fakt jedoch ist: Auch Dampfer nehmen den Suchtstoff Nikotin zu sich, wenn sie eine E-Zigarette rauchen.

Bis 2022 soll E-Zigaretten-Konsum daher in den USA reguliert werden. Für den ehemaligen Bürgermeister von New York City, Michael Bloomberg, ist dies aber nicht genug. Der Milliardär, der seit Jahren gegen die Tabak- und Rauchindustrie kämpft, schlägt stattdessen eine sofortige Regulierung vor. Ansonsten wären die Bemühungen des FDA ineffektiv.

Startseite

Mehr zu: E-Zigaretten - Wie ungesund sind „Dampf-Zigaretten“ wirklich?

0 Kommentare zu "E-Zigaretten: Wie ungesund sind „Dampf-Zigaretten“ wirklich?"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%