Eine Woche später Air Berlin verschiebt Bilanzvorlage

Die Nachricht ließ Börsianer aufhorchen: Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin befindet sich „in fortgeschrittenen Gesprächen über Handlungsoptionen“ – doch worüber, dazu schweigt das Unternehmen.
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Air-Berlin-Flieger am Flughafen Tegel: Überraschend hat die Airline die Vorlage der Unternehmensbilanz um eine Woche verschoben. Quelle: dpa

Air-Berlin-Flieger am Flughafen Tegel: Überraschend hat die Airline die Vorlage der Unternehmensbilanz um eine Woche verschoben.

(Foto: dpa)

BerlinAir Berlin hat die Bilanzvorlage für 2013 wegen wichtiger Verhandlungen überraschend verschoben. Statt wie geplant an diesem Donnerstag will Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft das Zahlenwerk erst eine Woche später präsentieren. „Die Air Berlin PLC befindet sich derzeit in fortgeschrittenen Gesprächen über Handlungsoptionen, die im Fall ihrer Umsetzung einen wesentlichen Einfluss auf die Gesellschaft haben werden“, teilte das Unternehmen zur Begründung mit. Ein Sprecher wollte auf Nachfrage nicht konkreter werden. Die Air-Berlin-Aktie legte kurz darauf um fast 15 Prozent zu.

Das Unternehmen befindet sich seit Jahren in Schwierigkeiten und steckt inzwischen schon im zweiten Sparprogramm. Vor zwei Jahren war die arabische Fluggesellschaft Etihad zu 29 Prozent bei den Berlinern eingestiegen. Dass Etihad seinen Anteil weiter aufstocken könnte, hatten beide Seiten aber erst im Januar verneint.

Vorstandschef Wolfgang Prock-Schauer und Finanzchef Ulf Hüttmeyer hatten schon im November einen Verlust für 2013 angekündigt – es wäre das fünfte Negativ-Ergebnis in sechs Jahren. Damals hieß es, Air Berlin arbeite an weiteren Sondererlösen. 2012 hatte sich die Gesellschaft durch den Verkauf ihres Vielfliegerprogramms überraschend in die Gewinnzone gerettet.

Die Flotte von Air Berlin
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Beim Erstflug am 28. April 1979 von Berlin-Tegel nach Palma de Mallorca hatte Air Berlin gerade einmal zwei Maschinen. Heute umfasst die Flotte der zweitgrößten Fluggesellschaft Deutschlands 149 Flugzeuge. Neben den Maschinen von Airbus und Boeing fliegen auch einige "Exoten" unter dem Logo der Berliner.

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Den Kern der Flotte bildet der zweistrahlige Mittelstreckenjet A320 von Airbus. 41 Flieger dieses Typs setzen die Berliner derzeit ein.

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Die größere Variante, die A321, kann 186 Passagiere transportieren. Insgesamt ist der Flieger 16 Mal in der Flotte von Air Berlin vertreten.

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Die kleinere Variante A319 ist immerhin acht Mal in der Flotte vertreten. In der Standardausführung finden rund 124 Passagiere Platz.

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Für Überseeflüge hat Air Berlin 13 A330-200 in der Flotte. Der Langstreckenflieger ist bei vielen Airlines beliebt, weil er als zweistrahliges Flugzeug als besonders sparsam gilt.

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Doch nicht nur Airbus bestimmt die Flotte von Air Berlin. Auch der US-Konkurrent Boeing hat den Bestseller 737 an die Berliner verkauft. Von der kleinere Variante, der 737-700, sind derzeit 17 Exemplare in der Flotte.

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In der größeren Variante, der 737-800, können bis zu 196 Passagiere mitfliegen. Als Flieger der „Next-Generation“ der Baureihe verfügt der Flieger standardmäßig über sogenannte Winglets, geschwungene Flügel, die den Kerosinverbrauch senken.

Mit rund 900 Arbeitsplätzen soll mit dem laufenden Sparprogramm rund jeder zehnte Job wegfallen. Um den Schuldenberg abzubauen, wollte der Vorstand Ende 2013 zudem weitere Flugzeuge verkaufen. Den Plänen zufolge sollten zum Jahreswechsel von den 143 Maschinen der Air-Berlin-Flotte nur noch etwa jede zehnte tatsächlich dem Unternehmen gehören.

Dennoch sah alles danach aus, dass der Schuldenberg langsamer schmilzt als zuvor geplant. Ende September saß die Gesellschaft auf einer Nettoverschuldung von 812 Millionen Euro. Die Marke von 500 Millionen Euro dürfte erst Ende 2014 erreicht werden und damit ein Jahr später als eigentlich beabsichtigt, hatte Finanzchef Hüttmeyer im November eingeräumt.

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  • Wieder sind Manager nicht gewillt bzw. in der Lage kaufmämmisch zu arbeiten. Dies ist wohl die neue Uni-Ausbildung bzw. Voraussetzung um ein Manager zu werden!!!!

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