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Einigung geplatzt Bahn steht vor neuem Tarifstreit

Schon im Vorfeld der Tarif-Verhandlungen mit der Deutschen Bahn kommt es zu Chaos: Die Gewerkschaften GDL und EVG liefern sich einen Machtkampf darum, wer mit der Bahn verhandeln wird. Es drohen erneute Streiks.
18.08.2014 - 17:19 Uhr Kommentieren
Es geht um rund 140.000 Beschäftigte: Die Gewerkschaften GDL und EVG wollen sie beide in den Tarif-Verhandlungen vertreten. Quelle: dpa

Es geht um rund 140.000 Beschäftigte: Die Gewerkschaften GDL und EVG wollen sie beide in den Tarif-Verhandlungen vertreten.

(Foto: dpa)

Berlin Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaften stehen vor den schwierigsten Tarif-Verhandlungen seit Jahren. Für Reisende könnten dies wieder Streiks bedeuten. Der Staatskonzern, die Lokführer-Gewerkschaft GDL sowie die größere Gewerkschaft EVG konnten sich am Montag in Frankfurt noch nicht einmal auf einen Verhandlungsweg verständigen.

„Was wir heute erlebt haben, ist ein beispielloser Rückschritt“, sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber. Im Mittelpunkt des Treffens hätten die Machtverhältnisse zwischen den Gewerkschaften gestanden. Weber machte vor allem die Lokführer der GDL für das Scheitern der Gespräche verantwortlich. Die GDL äußerte sich zunächst nicht.

Ziel der Bahn war es, die anstehenden Tarifverhandlungen für rund 140.000 Beschäftigte zwischen den beiden Gewerkschaften aufzuteilen. In den vergangenen Jahren hatte die GDL für die rund 20.000 Lokführer verhandelt, die Eisenbahn Verkehrsgewerkschaft (EVG) für die übrigen.

Das Abkommen über diese Aufteilung ist jedoch ausgelaufen, die GDL will jetzt auch für über 10.000 Mitarbeiter des sonstigen Zugpersonals verhandeln, die EVG dann im Gegenzug auch für Lokführer. Kompromissvorschläge der Bahn sowie ein Konzept der GDL wurden verworfen.

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    Damit droht am Mittwoch der nächste Konflikt: Dann wollten Bahn und GDL eigentlich über Löhne verhandeln. Die Gewerkschaft verlangt fünf Prozent mehr Geld, bessere Schichtregelungen und eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 37 von 39 Stunden – für das ganze Zugpersonal. Die Bahn hat dies bereits unannehmbar genannt und lehnt zudem Verhandlungen mit zwei Gewerkschaften zur gleichen Berufsgruppe ab.

    „Tarifkonkurrenz funktioniert im Alltag absolut nicht und ist Gift für ein geordnetes Miteinander“, sagte Personalvorstand Weber. Verschiedene Regelungen etwa für Schichtpläne für unterschiedliche Gewerkschaftsangehörige wolle man unbedingt vermeiden.

    Die Bahn wollte am Mittwoch eigentlich erstmals ein Angebot für Lokführer vorlegen. Jetzt erklärte das Unternehmen, sie prüfe zunächst die neue Lage. Die Gewerkschaft EVG hat noch keine Forderungen formuliert. Sie und die GDL stehen seit Jahren in Konkurrenzkampf um neue Mitglieder.

    • rtr
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