Einzelhandel Deutsche wollen weniger für Weihnachtsgeschenke ausgeben

Die Wochen um Weihnachten könnten dem deutschen Einzelhandel erneut einen Rekordumsatz bescheren. Allerdings erwartet der Verband ein geringeres Wachstum als in den Vorjahren. Das hat einen einfachen Grund.
Update: 14.11.2017 - 16:08 Uhr Kommentieren

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BerlinDie deutschen Einzelhändler rechnen im Weihnachtsgeschäft mit einem geringeren Wachstum als in den beiden Vorjahren. Der Umsatz dürfte im November und Dezember zusammen um 3,0 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 94,5 Milliarden Euro steigen, wie der Branchenverband HDE am Donnerstag in Berlin prognostizierte. 2016 hatte es ein Plus von 4,6 Prozent gegeben, 2015 von 3,3 Prozent.

Für den kleineren Zuwachs macht der Verband vor allem die Tatsache verantwortlich, dass der Dezember diesmal zwei Verkaufstage weniger zählt als ein Jahr zuvor. „Die konjunkturellen Rahmenbedingungen sind gut“, sagte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser. „Das Weihnachtsgeschäft wird auch in diesem Jahr ein entscheidender Umsatzbringer für viele Einzelhändler.“

Einer Umfrage des ifes Institut der FOM Hochschule zufolge wollen die Verbraucher in diesem Jahr im Schnitt rund 466 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben, elf Euro weniger als 2016. „Besonders gefragt sind dabei Geschenkgutscheine und Produkte aus den Bereichen Kosmetik und Körperpflege sowie Bücher und Schreibwaren“, sagte Sanktjohanser. „Aber auch Konzertkarten, Uhren, Schmuck und natürlich Spielwaren stehen auf den Einkaufslisten ganz oben.“ Im November und Dezember macht die Branche 15 Prozent mehr Umsatz als in normalen Monaten, in einigen Bereichen verdoppelt sich der Umsatz sogar.

Das sind Deutschlands größte Shopping-Center
Platz 15: Donau Einkaufszentrum, Regensburg
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Das Donau Einkaufszentrum in Regensburg hat Geschichte: Bei seiner Errichtung 1967 war es das erste vollklimatisierte, zweigeschossige Einkaufszentrum Europas. Außerdem war es bei seiner Eröffnung das erste Einkaufszentrum Bayerns. Über die Jahre wurde es mehrmals erweitert, die Mietfläche erstreckt sich heute über 68.200 Quadratmeter.

Quelle: EHI Retail Institute

Platz 13: Rhein-Ruhr-Zentrum, Mülheim an der Ruhr
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Das Rhein-Ruhr-Zentrum in Mülheim wurde 1973 auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Humboldt eröffnet. Der Bau kostete rund 150 Millionen D-Mark. Heute verfügt es über rund 70.000 Quadratmeter Verkaufsfläche.

Platz 13: Limbecker Platz, Essen
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Die durchschnittliche Größe der Malls in Deutschland ist zuletzt stark gestiegen. Betrug sie 2013 noch 24.000 Quadratmeter, waren es 2014 schon 40.000 Quadratmeter im Schnitt. Der Limbecker Platz in Essen liegt da noch deutlich drüber. 70.000 Quadratmeter Mietfläche bedeuten den geteilten Platz 13.

Platz 12: Nova Eventis, Günthersdorf
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Der Einkaufs- und Erlebnispark Nova Eventis in Günthersdorf entstand nach einem 170 Millionen Euro schweren Umbau des Vorgänger-Centers Saale-Park und wurde 2006 eröffnet. Zwischen Leipzig und Halle verpasst gelegen ist es mit 76.000 Quadratmetern Mietfläche das größte Einkaufszentrum der Region Leipzig-Halle.

Platz 11: Boulevard Berlin, Berlin
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Der Boulevard Berlin in Steglitz ist eine von mehreren Mega-Malls in der Hauptstadt. Erst 2012 eröffnet, wurde die Ladenfläche von ursprünglich 76.000 Quadratmetern bereits auf 80.015 Quadratmeter Mietfläche erweitert.

Platz 10: Elbepark, Dresden
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Seit seiner Eröffnung 1995 wuchs der Elbepark in Dresden trotz Protesten des örtlichen Einzelhandels mehrmals deutlich. Nach der jüngsten Erweiterung verfügt er über eine Ladenfläche von 81.000 Quadratmetern.

Platz 9: LP12 Mall of Berlin, Berlin
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Die LP12 Mall of Berlin am Leipziger Platz wurde im September 2014 eröffnet – das LP12 steht dabei für die Anschrift Leipziger Platz 12. Derzeit verfügt es über eine Mietfläche von 85.000 Quadratmetern.

Optimistisch gestimmt sind vor allem die Online-Händler, denen der HDE ein überdurchschnittliches Plus im Weihnachtsgeschäft von zehn Prozent voraussagt. Aber auch Innenstadthändler und geschenkaffine Branchen blicken zuversichtlich auf die kommenden Wochen.

Mit geringeren Erwartungen gehen viele kleinere Händler in den Jahresendspurt. „Die Schere zwischen Groß und Klein öffnet sich immer weiter“, sagte Sanktjohanser. Nur knapp jeder vierte Einzelhändler mit weniger als fünf Beschäftigten kalkuliert für das zweite Halbjahr ein Umsatzplus ein. „Das Sterben der kleineren Unternehmen hält an“, betonte der HDE-Präsident. Ihnen mache der Online-Handel und die hohe Mobilität der Kunden zu schaffen, die es zum Shopping in die größeren Städte ziehe.

Für 2017 insgesamt rechnet der Verband weiter mit einem Wachstum von 3,0 Prozent, was den Jahresumsatz erstmals über die Marke von einer halben Billion Euro treiben würde. Das wäre das achte Jahr in Folge mit einem Plus. „Die konjunkturelle Lage in Deutschland ist bemerkenswert gut“, sagte Sanktjohanser. Zwar würden die Realeinkommen wegen der höheren Inflation etwas langsamer wachsen, dafür steige die Beschäftigung.

  • rtr
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