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Einzelhandel Die Mieten auf den edlen Shoppingmeilen fallen

Erstmals sinken auch die Ladenmieten der noblen Kaufadressen. Das liegt vor allem an der sinkenden Nachfrage und der Entwicklung modernerer Ladenflächen.
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Unter Neumietern schwächeln vor allem die Modeboutiquen. Quelle: dpa
Shoppingmeile

Unter Neumietern schwächeln vor allem die Modeboutiquen.

(Foto: dpa)

Hamburg Die Debatte um steigende Wohnungsmieten in den Großstädten bewegt Deutschland. Doch bei Ladenflächen sieht es anders aus: Der Fluch der Fläche trifft inzwischen die gewerblichen Vermieter.

Erstmals leiden auch die Toplagen. Auf der noblen Shoppingmeile Neuer Wall in Hamburg seien die Ladenmieten bei Neuvermietungen im Schnitt um 20 Prozent gesunken, in der Spitze sogar um 40 Prozent, warnt etwa Dirk Wichner vom internationalen Makler Jones Lang LaSalle (JLL).

Zwei Effekte drücken die Meile, an der Marken wie Bally und Dolce & Gabbana ihre Filialen haben. Einerseits sinkt die Nachfrage. Traditionsreiche Boutiquen haben den Standort in den vergangenen Jahren aufgegeben, weil die Mieten zu sehr stiegen – doch jetzt bleiben neue internationale Mieter aus. Andererseits gelten im nahe gelegenen Rathaus neue Ladenflächen noch immer als Mittel der Stadtentwicklung.

So bauen Investoren gleich in zwei historischen City-Ensembles moderne Ladenflächen hinter alten Bürofassaden. Und einen Kilometer weiter steckt der Investor Unibail Rodamco mehr als eine Milliarde Euro Anlegergeld in ein neues Quartier mit 200 Läden, das ab 2022 Leben in das teils noch recht sterile Stadterweiterungsprojekt Hafencity bringen soll.

Der Doppeleffekt aus sinkender Nachfrage und neuen Flächen zeigt sich laut einer JLL-Studie nicht nur in Hamburg. Spitzenmieten stagnieren in allen deutschen Metropolen: am Münchener Marienplatz bei 360 Euro je Quadratmeter, gefolgt von der Berliner Tauentzienstraße mit 330 Euro und der Frankfurter Zeil mit 310 Euro.

Abseits der bekannten Namen fallen die Ladenmieten auf breiter Front: In den zehn größten Städten Deutschlands sanken sie 2018 im eigentlich erhitzten Immobilienmarkt um 0,2 Prozent. In Kleinstädten bis 100 000 Einwohnern, die nicht auf internationale Ketten zählen können, waren es sogar alarmierende 5,4 Prozent. Mittlere Städte liegen dazwischen.

Unter Neumietern schwächelt vor allem die Mode. Neue Boutiquen machen nur noch 27 Prozent der Vermietungen aus, so wenig wie noch nie. Üblich waren bis vor einigen Jahren 40 Prozent. Stattdessen mieten sich mehr Gastronomen ein – oft ein unsichereres Geschäft für Vermieter. Acht Prozent der in der Studie erfassten Ladenflächen stehen leer. Vermieter suchen daher andere Konzepte – etwa Auto-Showrooms oder Coworking-Flächen.

Die Folge: Das Transaktionsvolumen mit Einzelhandelsimmobilien ist um neun Prozent auf 10,5 Milliarden Euro gesunken – mitten im Immobilienboom. Ohne die Übernahme von Kaufhof durch Signa wäre es sogar noch geringer ausgefallen.

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